Spieler, Trainer, Funktionär

Markus Anders erhält Ehrenamtspreis für ganz viel Herzblut

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Spieler, Trainer, Funktionär: Markus Anders hat viel Zeit und Arbeit für die TuS Wickede aufgebracht.

Er war eigentlich schonmal alles bei der TuS Wickede. Erst Spieler, dann Trainer und Funktionär. Für sein jahrelanges Engagement hat Markus Anders nun den DFB-Ehrenamtspreis erhalten. 

Wickede – Wenn man Fußball und die Ruhrgemeinde Wickede mit ihrer Turn– und Sportgemeinschaft im Zusammenhang erwähnt, wird ein Name immer ganz sicher fallen: Markus Anders. Er war 19 Jahre immer da, wenn der Verein ihn brauchte, prägte somit die letzten zwei Jahrzehnte des Vereins und war Sinnbild des Ehrenamtes. Doch nun ist aber alles Anders bei Markus. 2001 schloss der im Mai 50 Jahre alt gewordene Anders sein BWL-Studium in Worms ab. Seine Pläne sahen nicht so aus, nach Wickede zurückzu- kommen. „Ich wollte eigentlich nach Hamburg.“ 

Rückkehr in die Heimat

Doch er kehrte zurück an den Ort, wo er groß geworden ist und wo er mit sechs Jahren das Kicken begann. „Ich hatte zwei tolle Job-Angebote, ich konnte quasi aussuchen, wo ich anfange.“ Er entschied sich für die Ruhrtalklinik im Wickeder Ortsteil Wimbern, wo er zunächst als Leiter der Verwaltung einstieg. Das ebnete ihm den Weg in der Freizeit seiner Leidenschaft, dem Fußball, nachzugehen. Zunächst noch zwei Jahre aktiv in der Reserve, dann ausschließlich als Funktionär oder als Trainer. Schon 2001 – kurz nach seiner Rückkehr aus Worms – übernahm Anders die A-Jugend. Vier Jahre später wurde er gar zum Jugend-Obmann gewählt, bevor er 2006 Coach der zweiten Mannschaft wurde. Nach drei Jahren in dieser Funktion schnaufte Anders kurz durch, übernahm dann als sportlicher Leiter im gesamten Seniorenbereich eine wichtige Aufgabe. „Das war eine sehr intensive Zeit“, erinnert er sich. Und schüttelt noch immer den Kopf über manche Spieler, die er kennenlernen durfte: „Viele Gespräche waren richtig gut - bis die Spieler ihre Gehaltsvorstellungen sagten. Da habe ich vielen nur noch den Weg nach draußen gezeigt.“ 

Traineramt wurde "zu zeitintensiv"

Das wurde selbst dem sonst so ruhigen Familienvater eines 12-jährigen Sohnes zu viel. Er zog sich von dem Posten zurück, wurde Kassierer bei der TuS und sprang 2013 – zunächst als Interims-Lösung – als Trainer der ersten Mannschaft ein. Aus dem Aushelfen wurde eine zweijährige Amtszeit. „Letztlich war mir das zu zeitintensiv“, so Anders. So übernahm sein Kumpel Klaus Borghardt das Amt. Ganz ohne ging es für Anders nach einer erneuten kurzen Pause aber nicht. Seit 2018 trainierte er die A-Jugend. Im März dieses Jahres fand die Saison aber aufgrund von Corona ein abruptes Ende. So endeten für Anders 19 verrückte Jahre – zumindest vorerst. 

Besondere Ehre

Eine besondere Ehre wurde dem Wickeder im November vergangenen Jahres zu Teil. Im Rahmen der sechsten Kreis-Ehrenamtsgala wurde er mit der Verleihung der Ehrenurkunde und einer Uhr des DFB ausgezeichnet. „Das kam für mich sehr überraschend, bedeutet mir aber sehr viel.“ Als Belohnung stand eigentlich im März ein Besuch in Rostock inklusive eines Länderspiels und Übernachtung an. Doch Corona verhagelte ihm diesen Trip. „Vielleicht wird es noch nachgeholt. Ich habe gehört, das soll immer ganz toll sein.“ Beim Gespräch mit Markus Anders in seinem Büro, in dem überraschenderweise nichts auf seine Fußball-Affinität hindeutet, wird klar - ganz ohne das runde Leder kann der aktuelle Geschäftsführer der Ruhrtalklinik nicht. „Mir fehlt das alles schon“, sagt er mit einem Augenzwinkern, fügt aber gleich hinzu: „Mein Job lässt es aber momentan auch nicht zu. Es stehen Um- und Ausbauten in der Klinik an. Ich werde hier gebraucht.“ Irgendwann wird der Fan des Erstliga-Aufsteigers VfB Stuttgart sicher wieder eine Fußball-Aufgabe übernehmen. „Aber nicht mehr als Jugendtrainer, wenn als Coach einer Seniorenmannschaft.“ 

Familie steht nun im Vordergrund

Doch damit lässt er sich Zeit. Zeit, die er mit seiner Familie verbringen wird. Auch das Joggen und das Tennisspielen hat er für sich entdeckt. Ein Ehrenamtsposten im Vorstand scheint eher ausgeschlossen, dennoch gibt er allen Funktionärs- und Trainer-Anwärtern im Kreis Soest anspornende Worte mit. „Man sollte sich immer überlegen, welche Zielsetzung man hat. Zum einen vielleicht eine sportliche Herausforderung oder Kindern was mit auf den Weg zu geben. Man bekommt eine Menge zurück und es entstehen tolle Freundschaften.“ Davon hat Anders viele geschlossen und wird deshalb auch immer mit der TuS Wickede in Verbindung bleiben.

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