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Triumph für Arkhyp: Sechs Tage nach Flucht aus der Ukraine gewinnt er die U10-Bezirksmeisterschaft

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Von: Frank Zöllner

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Die Siegerehrung der Tennis-Bezirksmeisterschaft U8 bis U10 Südwestfalen in Warstein mit Arkhyp Oliukha (rechts) vom TC BW Soest, der sechs Tage zuvor aus der Ukraine nach Soest geflohen war und Bezirksmeister wurde. Links auf dem Bild Franz von Bockum-Dolffs, der auf dem dritten Platz landete.
Die Siegerehrung der Tennis-Bezirksmeisterschaft U8 bis U10 Südwestfalen in Warstein mit Arkhyp Oliukha (rechts) vom TC BW Soest, der sechs Tage zuvor aus der Ukraine nach Soest geflohen war und Bezirksmeister wurde. Links auf dem Bild Franz von Bockum-Dolffs, der auf dem dritten Platz landete. © Agentur

Eine ganz besondere Geschichte ereignete sich am Wochenende in Warstein. Wie in den vergangenen Jahren fanden im dortigen Tennispark die Bezirksmeisterschaften Südwestfalen der Altersklassen U8 bis U10 statt. Zu diesem Turnier schicken die Tenniskreise der Region ihre besten Nachwuchstalente. Insgesamt nahmen knapp 40 Kinder zwischen acht und zehn Jahren am Turnier teil.

Warstein – In diesem Jahr ereignete sich in der U10-Konkurrenz eine besonders schöne Geschichte. Da ein Kind seinen Platz nicht wahrnehmen konnte, wurde ein Tag vor Turnierbeginn ein Nachrücker nominiert. Die Wahl fiel auf Arkhyp Oliukha vom TC BW Soest.

Das Besondere? Der junge Tennisspieler Arkhyp stammt aus Kiew und war erst sechs Tage zuvor mit seiner Mutter aus der Ukraine geflohen. Er wohnt aktuell bei einer Familie in Soest. Schnell gab es einen Kontakt zum Soester Tennisverein. So führten einige glückliche Zufälle dazu, dass er beim Turnier in Warstein starten konnte.

Unterstützung bei Sprachproblemen durch einen russischen Gegenspieler

Für Arkhyp Oliukha galt es beim Turnier in Warstein nicht nur die sportlichen Hürden zu überwinden, auch eine gewisse Sprachbarriere machte zu schaffen. Getreu des Mottos „Einer für alle und Alle für einen“ unterstützten ihn dabei alle Teilnehmer und Verantwortlichen. Den größten Beitrag lieferte vermutlich der in der gleichen Konkurrenz gestartete Artiom D.. Er und sein in Russland geborener Vater bemühten sich kurzerhand, beim Verständigen zu helfen. Die beiden Jungs spielten sich postwendend gemeinsam auf dem Platz warm.

Ich mache Jugendtraining seit etlichen Jahren. Die Momente vom zurückliegenden Wochenende waren aber schon Besondere.

Jugendtrainerin Martina Struff.

„Im Grunde sind das die Momente, die für unseren Tennissport, aber auch für den gesamten Vereinssport symbolisch sind. Und es ist die Hauptursache, warum wir Trainer unsere Wochenenden gerne auf dem Tennisplatz opfern. Die beiden Kinder haben bewiesen, dass im Vereinssport das gemeinsame Miteinander und die Unterstützung im Vordergrund steht“, sagt Trainerin Sabrina Jochheim. Martina Struff ergänzt: „Ich mache Jugendtraining seit etlichen Jahren. Die Momente vom zurückliegenden Wochenende waren aber schon Besondere.“ Hauptorganisatoren der Veranstaltung sind seit Jahren eben Sabrina Jochheim (TuS Bruchhausen) und Martina Struff (Verbandstrainerin der WTV-Talentschmiede Südwestfalen).

Und auch der Turnierverlauf folgte der Sommermärchen-Dramaturgie, in einem spannenden Finale setzte sich der gebürtige Ukrainer Arkhyp Oliukha mit 6:4, 4:6 und 10:6 im Match-Tiebreak gegen Anton Kohl vom TV Bödefeld durch und wurde somit Bezirksmeister der Altersklasse U10.

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