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Hat Bremen den Sturz von Platz 1 verkraftet? Der Ausblick auf Spieltag 14

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Von: Thomas Müller, Frank Zöllner, Michael Rusche, Sebastian Heinke

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tuS Bremen
Der TuS Bremen muss eine Reaktion in Scheidingen zeigen. © Heinke, Sebastian

Hat der TuS Bremen den Sturz von der Tabellenspitze verdaut? Am Sonntag steht das Duell beim SuS Scheidingen an, der seit neun Spielen ohne Sieg ist. Spitzenreiter SVW Soest II ist im Reserveduell gefordert und kämpft nach eigener Aussage noch immer um den Klassenerhalt. Das haben die Trainer der Kreisligisten am 14. Spieltag vor.

Vor dem Kellerduell TuS Schwefe gegen SV Hilbeck II: Das sagen die Trainer

SuS Scheidingen – TuS Bremen, So, 14.30 Uhr, Kunstrasen am Bispingwald. Nach 14 Pflichtspielsiegen in Serie (darunter die zwei Kreispokalsiege gegen Hultrop und Hilbeck) verlor der TuS Bremen am vergangenen Sonntag erstmals in dieser Saison – und damit war auch die Tabellenführung weg.

„Das ist bitter. Wir haben die Niederlage ganz gut verkraftet und waren eigentlich ein bisschen sauer, dass wir das Spiel trotz unserer guten Chancen verloren haben. Aber wir wollen versuchen, dranzubleiben und die letzten beiden Spiel zu gewinnen. Aber wir haben auch so schon eine sensationelle Hinrunde gespielt“, sagt TuS-Trainer Eren Temiz. Vor dem Spiel beim Tabellen-14. in Scheidingen hat der Coach aber eine lange Ausfallliste. Sechs Spieler, die allesamt Kandidaten für die Startelf sind, fallen aus, zwei weitere Leistungsträger – Lennart Kaulmann und Stefano Giannotto – sind zudem fraglich. „So ist es schwierig, die Konstanz der ersten zwölf Saisonspiele aufrechtzuerhalten. Aber wir haben im Sommer den Kader breiter aufgestellt, haben auch jetzt eine Mannschaft, die oben mitspielen kann“, ist Temiz überzeugt.

Zwar sei Scheidingen unter Wert gelistet, aber „es gilt, eine Pflichtaufgabe zu erfüllen“, so Temiz. Die Gastgeber, die aus den jüngsten neun Partien acht Niederlagen bei einem Remis hinnehmen mussten, wollen „ohne großen Druck“ in die Partie gehen, sagt SuS-Trainer Sriram Sivaraj, der als Spieler und Trainer inklusive zwei Bezirksliga-Aufstiegen eine Bremer Vergangenheit hat und sich auf das Spiel freut. Er hofft, dass sein Team die Partie lange offen hält.

SV Westfalia Soest II – RW Westönnen II, So, 12.45 Uhr, Jahnstadion Kunstrasen. „Für uns ändert sich nichts. Wir sind nicht die Gejagten, wir sind nicht der Favorit. Meister wollten andere werden“, so der SVW-Trainer Ralf Butterweck, nachdem seine Mannschaft zuletzt mit dem Sieg in Körbecke dank der Bremer Niederlage gegen Lippetal Platz eins übernommen hat. Die Mannschaft sei auf dem besten Weg, ihr Saisonziel „Klassenerhalt“ zu erreichen.

Ralf Butterwck, Trainer SVW Soest II.
Ralf Butterwck, Trainer SVW Soest II. © Müller

Gegen Westönnen wird Butterweck so spielen lassen wie immer, nur bei Personaländerungen seien taktische Anpassungen nötig. Gegenüber dem Möhnesee-Spiel fällt noch Bügler aus, der sich in Körbecke das Handgelenk gebrochen hat, wie der Trainer erklärte. Tobias Walter von der RWW-Reserve erklärt, dass die personelle Lage noch bescheidener geworden sei.

TuS Wickede – BW Büderich, So, 14.30 Uhr, Im Ohl, Kunstrasen. Was nach Spitzenspiel aussieht, ist aktuell eher ein Duell David gegen Goliath. Während Büderich auf Ausrutscher der Top-Drei (Soest, Bremen und Lippetal) wartet und in Lauerstellung auf Platz vier rangiert, müssen die Gastgeber langsam aufpassen, nicht in den Abstiegssumpf zu geraten. Nur noch vier Punkte trennen die Gastgeber vom SuS Scheidingen. Dennoch bewahrt Coach Andreas Bücker die Ruhe und hofft, dass die gute Leistung vom Spiel gegen Westönnen wiederholt werden kann. „Auf diese Karte setze ich. Auch, dass es gegen Büderich geht, das Spiel hat definitiv einen Charakter.“

Koch freut sich: „Das ist wie ein Derby“

Dominik Koch, Trainer der Büdericher, hat weitaus weniger sportliche Sorgen und freut sich auf das Duell mit Wickede. In seinem Kader sind fünf Spieler mit Wickeder Vergangenheit (Hendriks, Auer, Kampmann, Molleker, Krause). „Das ist wie ein Derby“, sagt Koch augenzwinkernd.

SV Welver – SuS Günne, So, 14.30 Uhr, Sportzentrum. Das bisherige Überraschungsteam der Saison aus Günne (Platz 6) reist zum SVW, der zuletzt mit 0:4 in Büderich unter die Räder kam und auf Wiedergutmachung aus ist. „Die Niederlage war ein Game-Changer. Die zweite Halbzeit in Büderich war katastrophal, aber auch den Umständen des Personals geschuldet“, so SVW-Trainer André Kintscher, der lieber schon direkt in die Winterpause gehen würde, als weiter zu spielen. „Es macht bei den Corona-Zahlen in meinen Augen einfach keinen Sinn. Die zwei Spiele könnte man auf jeden Fall aufholen“, sagt er.

Anders sieht es Günnes Trainer Michael Knobloch. „Die zwei Spiele sollte man spielen, dann sind 50 Prozent der Saison gespielt und diese kann gewertet werden. Wer weiß, was im Frühjahr ist.“

SC Lippetal – TuS Niederense, So, 14.30 Uhr, Kunstrasen Diestedder Straße. Während die Gastgeber mit ihrem 2:1-Auswärtssieg beim bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter TuS Bremen die Liga wieder spannender gemacht haben, hat sich der Gast mit seinen zwei Kantersiegen gegen die beiden Schlusslichter Schwefe (10:2) und Hilbeck II (5:0) auf Platz zehn verbessert.
„Angesichts der gesellschaftlichen Lage mit Corona, der Überprüfung der 2G-Regeln und dass dies unser letztes Heimspiel ist, schauen wir von Spiel zu Spiel und die Tabelle steht da hinten an“, sagt SCL-Trainer Alex Ninkovic. Er hat entgegen dem 2:1 in Bremen statt 13 nun wieder 17 Spieler zur Verfügung. Auch beim Gast sieht es personell gut aus.
„Es ist zwar eine Floskel, aber der Sieg in Bremen ist nichts wert, wenn wir nicht nachlegen“, sagt Ninkovic. Er vermutet, dass Niederense angesichts des fünftbesten Angriffs der Liga die „Flucht nach vorne“ antreten wird. „Lippetal ist ein anderes Kaliber als die jüngsten Gegner. Wir sind klarer Außenseiter, das ist ein super Team, mit dem wir nicht auf Augenhöhe sind“, sagt TuS-Trainer Ardian Nrecaj, der auf einen Punkt hofft, eine Balance zwischen Offensive und Defensive finden will.

BV Bad Sassendorf – SpVg Möhnesee, So, 15 Uhr, Sportzentrum. Zwei Siege in diesem Jahr wünscht sich BVS-Spielertrainer Björn Polzin von seinem Team in den kommenden beiden Partien vor der Winterpause. „Wenn wir die beiden gewinnen, dann können wir mit der bisherigen Saison zufrieden sein“, sagt der 35-Jährige auch angesichts von 23 Zählern aus den jüngsten zehn Partien.

Er hat aber trotz der guten Trainingseindrücke festgestellt, dass „der eine oder andere auf dem Zahnfleisch geht“. Polzin erwartet, dass sein Team wieder das Spiel machen muss und er rechnet mit einer kompakten Gäste-Abwehr. „Ich hoffe, dass ich meinen Spielern unter der Woche die passenden Lösungen aufgezeigt habe“, erklärt Polzin.

Möhnesees Trainer Viktor Müller senior hofft hingegen darauf, dass seine Defensive gut steht: „Bad Sassendorf ist gut drauf. Wir dürfen diesmal nicht so viele Konter zulassen wie zuletzt gegen Soest II.“ Das Ziel der auf Tabellenplatz neun liegenden Gäste, die um einige Spieler bangen, die ihrer 3. Impfung bekommen, ist es, einen Teilerfolg mitzunehmen. „Bei uns sind alle geimpft“, sagt Müller.

Höinger SV – Germania Hovestadt, So, 14.30 Uhr, Kunstrasen Karl-Kleine-Stadion. Kellerduell – der 13. beim Zwölften. Der HSV überflügelte zuletzt die Hovestädter durch den Sieg in Schwefe. Fest steht: Der Vorsprung auf die hinteren Plätze dürfte schmelzen, denn die Konkurrenz mit noch weniger Punkten wird die Ausbeute vergrößern – Schwefe und Hilbeck treffen direkt aufeinander.

„Der Sieg in Schwefe hat wirklich gutgetan“, berichtet Jan Gretenkort aus der Sportlichen Leitung des HSV. Nun soll nach Möglichkeit der Schwung mitgenommen werden, um den nächsten Tabellennachbarn zu schlagen.

Christian Klotz, Trainer Germania Hovestadt
Christian Klotz, Trainer Germania Hovestadt © Müller

Ein Duell zweier „kompakter, zweikampfstarker Mannschaften“, erwartet Christian Klotz. Der Hovestädter Trainer erwartet ein „intensives Spiel, das diejenige Mannschaft gewinnt, die gieriger ist und den größeren Willen hat“. Beide Teams hätten bislang einfach zu wenig gepunktet, was nun den Druck erhöhe. „Es wird auf die Tagesform ankommen und auf das Personal“, sagt HSV-Trainer Frank Jesse-Verletis, der hofft, elf fitte Spieler zusammenzubekommen, während ihm aber der komplette Angriff ausfällt.

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