Corona-Krise

Tennis-Verband beschließt Auf- und Abstiegsregeln: Nicht nur die Soester Damen könnten profitieren

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Chiara Kampschulte, die sich beim TC Blau-Weiß Soest als 2. Jugendwartin und Mannschaftsführerin engagiert, könnte mit den Damen aufsteigen.

Auch wenn sie es sportlich nicht geschafft hatten respektive nicht schaffen konnten – die Tennis-Damen des TC Blau-Weiß Soest dürfen, wenn sie möchten, in der Winterhallenrunde 2020/21 womöglich in der Verbandsliga aufschlagen. Der Westfälische Tennis-Verband (WTV) hat Regeln zum Auf- und Abstieg veröffentlicht. 

Kreis Soest -  Denn allein die Tatsache, dass sie den Aufstieg in den verbliebenen Spielen hätten schaffen können, räumt ihnen eventuell die Möglichkeit ein, in der nächsten Saison eine Klasse höher um Spiel, Satz und Sieg zu kämpfen.

Hintergrund ist folgender: Die durch das Coronavirus bedingte Ausnahmesituation hat auch in den Tennisbezirken Ruhr-Lippe, Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe für einen vorzeitigen Abbruch der Winterhallenrunde 2019/20 gesorgt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist es laut dem Westfälischen Tennis-Verband (WTV) nicht möglich, alle ausstehenden Spiele nachzuholen. Der Ausschuss für Wettkampfsport Erwachsene hat daher über die Auf- und Abstiegsregelung auf Bezirks- und Kreisebene entschieden.

Damit keiner Mannschaft große Nachteile entstehen, legt der WTV die aktuellen Tabellen zugrunde. Dabei wurde sich auf folgende Regelungen verständigt:

  • Alle Teams, die als Aufsteiger bereits feststanden, werden selbstverständlich aufsteigen.
  • Alle Mannschaften, die theoretisch noch hätten aufsteigen können, werden angeschrieben, ob sie aufsteigen möchten. 
  • Absteigen werden nur Teams, die zum genannten Zeitpunkt bereits als Absteiger feststanden und den Klassenerhalt durch die verbliebenen Spiele nicht mehr hätten erreichen können.

„Diese Regelung wird mit Sicherheit zur Folge haben, dass es 2020/21 in manchen Ligen größere oder mehrere Gruppen geben wird, als ursprünglich durch die Ligenreform 2020 geplant“, teilt der WTV mit.

Betroffen von der Regelung sind die Damen des TC Blau-Weiß Soest. Sie hatten in der Ruhr-Lippe-Liga erst drei von sechs Begegnungen absolviert und reihten sich mit 4:2 Punkten hinter dem TC Parkhaus Wanne-Eickel II, dem TuS 59 Hamm und der Sport-Union Annen (alle 6:2) zwar nur an vierter Stelle ein, doch der Aufstieg wäre noch möglich gewesen. Denn die Soesterinnen hätten unter anderem noch gegen Wanne-Eickel II und Hamm spielen müssen.

„Ich habe davon gelesen und bin gespannt, ob wir angeschrieben werden und wie das in unserer Liga gehandhabt wird“, sagt Mannschaftsführerin Chiara Kampschulte. Ob ihr Team das Aufstiegsrecht auch wahrnehmen würde, sei noch nicht entschieden. „Wir werden es uns überlegen. Aber es war ja unser Ziel, oben mitzuspielen und aufzusteigen“, sagt Kampschulte. In der Sandplatzsaison 2019 hatten die Damen von BW Soest den Sprung in die Verbandsliga als Gruppenerster mit einem Sieg im Aufstiegsspiel sportlich geschafft.

Prof. Dr. Michael Ludvik, Spielleiter der Ruhr-Lippe-Ligen aller Altersklassen und Vorsitzender des Tennisbezirks, räumt ein, dass es durch das vorzeitige Saisonende „schwierige Fälle“ gebe. „Es bedarf der individuellen Prüfung“, sagt der Kamener und stellt den betroffenen Mannschaften in Aussicht, dass eine „großzügige Regelung“ getroffen werde.

Herren 40 II aus Höingen verzichten

In der Altersklasse Herren 40 stand die zweite Mannschaft des Höinger SV hinter dem Herdecker TC Grün-Weiß auf Platz zwei der Bezirksliga Südwestfalen, als die Saison vor dem letzten Spieltag abgebrochen wurde. Unabhängig davon, ob sie den Aufstieg noch hätten realisieren können – Höingens Herren haben nach einer Anfrage des Vereins bereits entschieden, dass sie, was die Hallenrunde betrifft, Bezirksligist bleiben werden. „Wir gehen nicht in die Südwestfalenliga, das wäre zu hoch, das macht keinen Sinn“, sagt Mannschaftsführer André Gördes, der mit seinem Team noch gegen den TuS Müschede 07 hätte spielen müssen.

Sowohl Funktionär Ludvik, der an der Fachhochschule Dortmund beschäftigt ist, als auch Tennisspieler Gördes betonen , dass es aktuell weitaus Wichtigeres gebe als über Auf- und Abstiege im Amateursport zu reden.

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