Jugendleitertagung in Kaiserau

Der DFB strukturiert den Kinderfußball um - Veränderungen auch im Kreis Soest

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Das Interesse der Vereinsvertreter aus dem Fußballkreis Soest war groß. Sie diskutierten mit über die neuen Spielformen im Kinderfußball.

Kreis Soest - Der Ruf nach Tempodribblern à la Leroy Sané im deutschen Fußball ist lauter denn je. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat reagiert und die Landesverbände beauftragt, neue Konzepte für den Kinderfußball zu erstellen. 

Bei einer Jugendleitertagung in Kaiserau konnten sich die Vereinsvertreter aus dem Kreis Soest jetzt über die neuen Ideen informieren.

„Wir wollen die neuen Spielformen in der nächsten Saison gemeinsam mit den Vereinen ausprobieren“, erklärt Erich Kreyenbrink, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses Soest. Eine Umsetzung bis 2024 sehe der „Masterplan“ des DFB vor.

Künftig sollen Kleinfeld-Spiele bei den G- und F-Junioren alle Kinder in Aktion bringen. „Es soll Zwei-gegen-Zwei bis Fünf-gegen-Fünf gespielt werden“, fasst Kreyenbrink den Ansatz kurz zusammen. Jedes Kind soll künftig mehr Ballkontakte haben – niemand soll ausgeschlossen werden.

„Die Kinder freuen sich über jedes Tor“, sagt Kreyenbrink. „Die neuen Formen bringen keine Kinder-Probleme mit sich, sondern Erwachsenen-Probleme.“ So sei auf der Jugendleitertagung über die Umsetzung diskutiert worden. Denn künftig müssten statt einem Spielfeld mehrere Spielfelder errichtet werden. Die Vereine müssten eine entsprechende Zahl an Toren zur Verfügung haben – die sind kleiner als aktuell, es soll nämlich ohne Torwart gespielt werden. 

Kurzschulung im Juni

„Wir müssen über den Tellerrand schauen, Tore können zum Beispiel auch mit Stangen gebaut und Spielfelder mit Hütchen abgegrenzt werden“, plädiert Kreyenbrink für mehr Flexibilität. Dabei unterstützt wird er von Christoph Escherhaus, Stützpunkttrainer und Koordinator Qualifizierung im FLVW-Kreis Soest. Escherhaus stellt das neue Konzept am 13. Juni bei einer Kurzschulung im Kreis Soest vor. „Lass die Kinder zocken, lasst sie Spaß haben“, sagt Escherhaus, der in den neuen Spielformen einen großen Gewinn sieht. Klassische Auswechselspieler soll es nicht mehr geben, stattdessen soll nach einer festgelegten Zeit getauscht werden. 

Großen Knall vermeiden

Auch die Spielzeit sei flexibel, könne bis zu zehn Minuten pro Spiel betragen, je nachdem wie viele Mannschaften teilnehmen. „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt. Es geht zunächst darum, Erfahrungen zu sammeln. Wenn die Vereine mitziehen, könnte das Konzept auch schon vor 2024 greifen“, erklärt Escherhaus. Dann würde es auch keinen großen Knall geben, wenn der DFB die Spielformen verpflichtend einführt.

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