FSG Soest

Stillstand auf dem Flugplatz: Gute Sicht, aber keine Vogelperspektive

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Die Maschinen stehen zurzeit in der Halle des Flugplatzes Soest-Bad Sassendorf. Der 1. Vorsitzende der Flugsportgemeinschaft Soest, Andreas Soldanski (rechts), und Geschäftsführer Michael Osthaus hoffen auf positive Nachrichten, damit der Verein stufenweise zur Normalität zurückkehren kann.

Lohne - Bei der Flugsportgemeinschaft (FSG) Soest herrscht weitestgehend Stillstand – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Motorflugzeuge, Motorsegler und Segelflugzeuge stehen in der Halle des Flugplatzes Soest-Bad Sassendorf in Lohne, das Vereinsleben ruht ebenfalls seit sieben Wochen. 

„Wir gehen ganz auf Sicherheit“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Soldanski. Nur ein paar Flüge, die notwendig seien, finden statt.

Als die NRW-Landesregierung Mitte März als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschloss, alle Vereinsaktivitäten zu verbieten, „haben wir alles stillgelegt“, berichtet Soldanski. Die Jahreshauptversammlung, der Frühjahrsputz und Sitzungen – alles musste abgesagt werden. „Es war ein kompletter Lockdown“, betont Michael Osthaus, Geschäftsführer im fünfköpfigen Vorstand. Ab und zu schaute natürlich trotzdem jemand auf dem Flugplatz vorbei. „Die Infrastruktur muss ja überwacht werden“, sagt Soldanski.

Für dieses Wochenende (1. bis 3. Mai) war die internationale Modellbaumesse ProWing auf dem Flugplatz geplant, die dem Veranstalter zufolge größte Outdoormesse für den Modellflugsport in Europa. Die elfte Auflage ist fürs Erste auf das Wochenende 9. bis 11. Oktober verschoben worden. 130 Aussteller aus zwölf Ländern, darunter Italien, England und Spanien, sowie 5.000 Besucher werden erwartet.

Dass die Fallschirmspringer nicht springen dürfen, es keine Rundflüge gibt, weil man sich im Cockpit zwangsläufig sehr nahe kommt, die Clubgaststätte „Tante Ju‘s Fliegertreff“ geschlossen ist und die Ausbildungen gestoppt sind, „tut uns weh“, sagt Soldanski: „Das ist schon eine Einbuße.“ Schließlich finanziert sich der Verein selbst und ist auf Einnahmen wie Start- und Fluggebühren angewiesen. Große Sorgen machen sich die Verantwortlichen allerdings nicht. „Wir sind als Verein gut aufgestellt“, sagen die beiden Vorstandsmitglieder.

Super Wetter, fast keine Starts

Dass die Mitglieder angesichts der langen Zwangspause schon etwas nervös seien und endlich wieder aus der Vogelperspektive auf die Soester Börde schauen möchten, ist nachvollziehbar. „Wir hatten seit Mitte April super Flugwetter und gute Sicht. Trotzdem durfte man nicht in die Luft gehen“, sagt Soldanski. Er und die anderen Mitglieder hoffen auf positive Nachrichten von Luftfahrtbehörde und Ordnungsamt in den nächsten Wochen. Bei einer Lockerung der Maßnahmen würde die FSG stufenweise zur Normalität zurückkehren. „Alles ganz sachte, wir sind vorsichtig, wollen kein Risiko eingehen“, sagt Soldanski.

Weil der Flugplatz von den Behörden nicht geschlossen wurde, sei das Fliegen unter Berücksichtigung der allgemeinen Vorgaben erlaubt. Das betrifft aber lediglich Flüge von Lizenzinhabern, keine Vereinsflüge, unterstreicht Soldanski. „Wir fangen langsam an, notwendige technisch bedingte Flüge zur Jahresüberprüfung durchzuführen.“ Außerdem sei es wichtig, dass die Flieger in Übung bleiben. Daher finden seit Mittwoch wieder Übungsflüge bei der FSG Soest statt. Diese würden aber auf ein Minimum begrenzt. Es gebe Fristen, so Soldanski. Die Piloten müssten drei Starts in 90 Tagen absolvieren, damit sie jemanden mitnehmen dürfen. Außerdem stehe alle zwei Jahre ein Check-Flug mit einem Fluglehrer an. Im Raum für die Flugvorbereitung, in dem unter anderem die Wetterdaten eingeholt werden, dürften sich zurzeit maximal zwei Personen aufhalten.

Segelflugausbildung

Gemäß der Vereinssatzung fördert die Flugsportgemeinschaft den Luftsport speziell, was den Nachwuchs betrifft. „Uns ist es wichtig, dass wir Leute ausbilden“, sagt Soldanski. Im Verein sei das kostengünstiger als in einer Flugschule, denn die Lehrer sind alle ehrenamtlich tätig. Für die Segelflugausbildung beträgt das Mindestalter bei der FSG 14 Jahre, wer sich im Motorsegelflug oder Motorflug ausbilden lassen möchte, muss zu Beginn mindestens 16 und bei Lizenzerwerb 17 Jahre sein. Es gebe Ansätze, wie die Flugausbildung in Zeiten der Corona-Krise ablaufen könnte, doch auch in dieser Hinsicht sind die Verantwortlichen sehr vorsichtig.

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