Sport

So setzen Vereine Social Media gezielt ein

Die Fotomontage zum Aprilscherz des BVS zeigte (von oben links im Uhrzeigersinn): Daniel Brosinski, Nuri Sahin, Fabian Frei, Stani Iljutcenko, Nils Petersen und Jannick Huth.

Kreis Soest - Die Fußballer aus Bad Sassendorf landen mit einem Aprilscherz einen Internet-Hit. Ex-Profi Sebastian Tyrala lässt ehemalige Weggefährten erklären, dass sie in der nächsten Saison beim BVS spielen werden – unter anderem auch Nuri Sahin. 

„Wir haben viel positive Resonanz bekommen“, sagt Sebastian Tyrala und lacht. Das Video in dem der ehemalige Fußballprofi von Borussia Dortmund und jetzige Bremer, Nuri Sahin, erklärt, dass er in der kommenden Saison beim BV Bad Sassendorf spielt, verbreitete sich am ersten Tag im April wie ein Lauffeuer, schneller als Sebastian Tyrala das eigentlich wollte. „Ich habe das Video zunächst nur an die eigene Familie geschickt“, sagt Tyrala, wenig später erreichten den 32-Jährigen aber bereits die ersten Nachrichten. „Einige haben gefragt, ob das stimmt und wo wir das Geld herhaben“, erklärt Tyrala.

Doch damit nicht genug, Tyrala hatte den Aprilscherz viel größer angelegt, hatte viele weitere Fußballprofis angeschrieben – und alle erklärten bereitwillig ihren Wechsel in den Badeort. „Ein paar Handynummern hatte ich noch, die anderen habe ich bei Instagram angeschrieben“, so der Ex-Profi. Der Freiburger Nils Petersen, Daniel Brosinski von Mainz und sogar der Soester Stanislav Iljutcenko, der derzeit bei den Pohang Steelers in Korea unter Vertrag steht, meldeten sich prompt zurück. Insgesamt waren es sechs Videos, die Tyrala bei Instagram hochgeladen hat. „Am Ende kamen sogar noch einige Antworten mehr, aber wir wollten nicht länger warten“, sagt er. Und die Aktion kam an.

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‼️‼️‼️BREAKING NEWS‼️‼️‼️ Endlich ist es soweit... hinter den Kulissen haben Präsident, Teammanager und Trainer gut gearbeitet und die Weichen für die Zukunft gestellt. Wir freuen uns, euch mitteilen zu dürfen, dass ab Sommer folgende Spieler zum BVS wechseln werden: . Nuri Sahin 259 Bundesligaspiele (@nurisahin) Nils Petersen 205 Bundesligaspiele (@nils_petersen18) Daniel Brosinski 184 Bundesligaspiele (@danielbrosinski18) Stanislav Iljutcenko 83 2.Bundesligaspiele (@stas_iljutcenko) Fabian Frei 26 Champions League Spiele (@fabianfrei20) Jannik Huth 13 Bundesligaspiele (@jannikhuth) Neu Trainer Tyrala: „Wir haben diese Saison gemerkt, dass es ohne Geld und Stars schwierig ist in der Kreisliga A, daher haben wir uns im Vorstand zusammensetzt und geschaut wie wir unseren Lottogewinn am besten einsetzten können. Daher freue ich mich umso mehr, dass das alles so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Es waren keine einfachen Verhandlungen, aber durchweg gute und positive Gespräche mit tollen Jungs.“ @sport_bild @sportschau @kicker @reviersport @skysportde @soester.anzeiger @zwwdf #kreisliga#fussball#profis#lottogewinn

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Handballer mit mehr als 900 Abonnenten

Aber nicht nur die Fußballmannschaften im Kreis Soest haben Social Media für sich entdeckt. Auch die Oberliga-Handballer des Soester TV sind erfolgreich auf Facebook und Instagram unterwegs. Mit einem Bild auf einem Bagger – mit Schutzwesten, Schaufeln und einem Vorschlaghammer – zum Abriss der Bördehalle, erreichte die Herrenmannschaft des STV mehr als 2000 Nutzer. Die Handballer des STV betreiben jeweils eigene Kanäle, die Herren und die Damen getrennt voneinander.

STV-Trainer Max Loer sagt, dass das Betreuen der Kanäle vor der Saison vergeben wird. „Vor der Saison werden die Ämter in der Mannschaft gewählt“, sagt Loer, da werden auch drei oder vier Spieler bestimmt, die sich während der Saison um die Auftritte auf Facebook und Instagram kümmern sollen. „Wir laden Berichte hoch und zeigen Bilder. Gerade bei Instagram gibt es ja auch viele Möglichkeiten: Umfragen, man kann Bilder bearbeiten und mit Musik hinterlegen“, erklärt Loer.

Mehr als 900 Abonnenten folgen den Herren des STV bei Instagram. Das heißt, dass diese Personen alle Beiträge der Soester Handballer direkt angezeigt bekommen. „Und wenn ein Beitrag von uns geliked wird, dann bekommen auch die Freunde des Likers den Beitrag angezeigt“, erklärt Loer, wie zu den hohen Nutzerzahlen kommt. Auf Facebook haben die Handballer sogar mehr als 1500 Abonnenten.

„Wenn wir vor unseren Spielen richtig Alarm machen, dann haben wir das Gefühl, dass auch mehr Zuschauer in die Halle kommen“, sagt der STV-Trainer. „Postet man beispielsweise ein Mini-Video vom Training, bleibt man mit den Zuschauern in Kontakt, die einen sonst nur am Wochenende sehen.“

„Die klassische Homepage ist nicht die erste Adresse für unsere Sportler“, sagt Martin Haselhorst von der DJK GW Werl. Der Verein ist auf Facebook vertreten und seit rund zwei Monaten auch bei Instagram. „Die Generation Facebook wird älter, da erreichen wir nicht mehr alle Eltern“, sagt Haselhorst. Mit vielen könne man schnell und unkompliziert bei Instagram kommunizieren. Facebook sei trotzdem wichtig, auch für die interne Kommunikation.

„Suchen auswärtige Athleten nach einem Wettkampf, landen sie auf der Homepage. Die eigenen Mitglieder werden über die sozialen Kanäle informiert“, sagt Martin Haselhorst. Social Media sei für einen Verein sehr wichtig, so Haselhorst, in den Beiträgen und Fotos soll unter anderem die Philosophie des Vereins widergespiegelt werden.

Der Wunsch nach bewegten Bildern 

Videos lassen sich auf den sozialen Kanälen problemlos verbreiten. Die Sassendorfer Fußballer sind während der Hallensaison dazu übergegangen ganze Spiele – mit einer Dauer von rund zehn Minuten – komplett zu streamen – live. „Viele Mitglieder des Vereins sind nicht in der Halle gewesen, so hatten sie die Möglichkeit unsere Spiele zu verfolgen“, sagt Tyrala. Ohnehin wünscht sich der Ex-Profi mehr bewegte Bilder von den eigenen Spielen. „Es gibt nichts Cooleres, als ein schönes Tor von sich in einem Video zu haben. Und schöne Tore fallen auch in der Kreisliga“, sagt Tyrala. In anderen Kreisen seien sie schon viel weiter, erklärt er.

Der BVS habe sich mittlerweile nach einem Tool erkundigt, um die eigenen Spiele zu zeigen – für rund hundert Euro im Monat, erklärt Sebastian Tyrala. Geht es nach ihm, streamt der BVS im nächsten Jahr die Heimspiele im Internet. Und dann sind nicht nur schöne Tore, sondern auch technische Fehler und verschossene Elfmeter zu sehen. Genug Material, um die eigenen Social-Media-Kanäle mit Inhalt zu füllen.

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