Tokio 2020

Olympia-Verlegung trifft heimische Athleten

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Sprinterin Gina Lückenkemper (links) hat Olympia in Tokio weiter fest vor Augen.

Kreis Soest - Das größte Sportevent in diesem Sommer fällt den Auswirkungen des Coronavirus zum Opfer. Die Olympischen Sommerspiele in Tokio werden um ein Jahr verschoben, auch Sportler aus dem Kreis Soest sind betroffen. 

Sprinterin Gina Lückenkemper und Hochspringer Falk Wendirch äußern Verständnis. Für Kumite-Athletin Shara Hubrich bedeutet das Virus vermutlich sogar das Olympia-Aus. Karina Granitza, Bogensportlerin in Diensten des CfB Soest, wollte an den Paralympischen Spielen teilnehmen, diese sind auch verschoben worden.

„Die Olympischen Spiele sind nun offiziell auf das Jahr 2021 verschoben worden. Eine wichtige und notwendige Entscheidung, die ich sehr begrüße“, schreibt Sprint-Star Gina Lückenkemper auf der Social-Media-Plattform Instagram. Die Füße hochlegen will die 23-jährige Athletin aus Soest aber nicht, „denn noch dürfen wir nichtsdestotrotz auf den einen oder anderen Wettkampf in diesem Jahr hoffen. Wann das jedoch möglich sein wird, steht noch in den Sternen.“ Aktuell, so schreibt Lückenkemper, heiße es aber zunächst zu Hause zu bleiben und das Haus nur für das Nötigste zu verlassen.

Platzt der Traum von Shara Hubrich?

Während für Gina Lückenkemper die Teilnahme an Olympia fest im Wettkampfkalender eingeplant ist, hatte Karatekämpferin Shara Hubrich aus Borgeln den Traum doch noch ein Ticket für Tokio zu buchen. Doch vom Virus ist nicht nur Olympia betroffen, auch andere Wettkämpfe mussten abgesagt werden. Darunter drei Turniere, auf denen sich Hubrich hätte qualifizieren können, unter anderem die Europameisterschaft in Baku (Aserbaidschan). Die 22-jährige Deutsche Meisterin geht nicht davon aus, dass die Wettkämpfe nachgeholt werden, die Möglichkeit einer Olympia-Teilnahme wäre damit wohl dahin.

Olympia-Chance futsch? Kumite-Athletin Shara Hubrich fehlt das Ergebnis der Europameisterschaft.


Es war die richtige Entscheidung, die Olympischen Spiele zu verschieben, erklärt auch der Soester Hochspringer Falk Wendrich. „Es hätte auch das große Risiko bestanden, dass bei einem Treffen sehr vieler Menschen aus allen Winkeln der Welt, das Virus, wenn es denn zu Beginn der Spiele eingedämmt gewesen wäre, wieder hätte aufflammen können.“ Aus sportlicher Sicht wäre Wendrich sogar eine Verlegung in 2022 recht gewesen. „Dann hätte es ein großes olympisches Jahr mit Winter- und Sommerspielen gegeben.“ Eigentlich wollte Wendrich noch bis zum 10. April im Trainingslager in Südafrika bleiben, musste aber einen früheren Heimflug antreten. „Mein Trainingsprozess ist empfindlich gestört“, sagt er. Wendrich macht sich auch Gedanken über die ausgesetzten Dopingkontrollen. „Direkt im Anschluss die Spiele stattfinden zu lassen, würde Betrüger in ihrem unfairen Verhalten helfen“, sagt er, sollte die Olympiade unmittelbar im Anschluss an die Corona-Pandemie nachgeholt werden.

Hochspringer Falk Wendrich hätte sich die Olympischen Spiele erst im Jahr 2022 gewünscht.

Schützin wollte die Teilnahme absagen

Es gibt keine Möglichkeit für ein vernünftiges Training, sagt Karina Granitza. Ein Grund, neben vielen humanitären, die sie veranlasst zu sagen, dass auch die Absage der Paralympischen Spiele im Anschluss an Olympia die richtige Entscheidung war. 

Hat Chancen auf die Paralympischen Spiele: Compound-Bogenschützin Karina Granitza.

Die Compound-Bogenschützin aus Soest hatte gute Chancen sich für die Spiele zu qualifizieren. Ähnlich wie bei Hubrich sind zuletzt aber die Qualifikationsturniere ausgefallen. Die Para-Europameisterschaft auf Sardinien wurde auf Ende Juni / Anfang Juli verschoben, erklärt Granitza. „Der Termin ist sehr fraglich“, plädiert Granitza eher für einen späteren Zeitpunkt. „Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, nicht teilzunehmen“, sagt sie, zum Glück seien die Spiele dann doch verschoben worden. Aktuell sei die sportliche Situation sehr entspannt, nur die Corona-Krise sei sehr belastend.

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