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SC Lippetal besteht Charaktertest in Sönnern, Günne siegt dreckig, Niederense effektiv, BVS gnadenlos

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Von: Marcel Kroel, Michael Rusche, Sebastian Heinke, Frank Düser

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Kreisliga A: SC Sönnern - SC Lippetal 2:4
Der SC Sönnern (in blau) musste sich im Spitzenspiel auf eigenem Platz dem SC Lippetal mit 2:4 geschlagen geben; eine verdiente Niederlage, befand auch Spielertrainer Frank Vollenberg. © Sebastian Heinke

Der SC Lippetal hat sein schweres Auswärtsspiel beim SC Sönnern gewonnen und bleibt an Spitzenreiter Sassendorf dran. Siege feierten unter anderem Günne, Hovestadt und Niederense.

Sönnern – Charaktertest bestanden. Der SC Lippetal siegt verdient beim Bezirksliga-Absteiger in Sönnern und zementiert seinen Platz in der obersten Tabellenregion. Die Gäste hatten auf dem aufgrund des Regens seifigen Rasens nicht nur den besseren Halt, sondern auch die bessere Spielanlage.

SC Sönnern – SC Lippetal 2:4 (0:2).

Es ging wild los am Türkenplatz. Der SC Lippetal hatte durch Wilczek gleich den ersten Abschluss, auf der Gegenseite klärte Kourouma in höchster Not vor Wengler (5.). Es blieb munter, trotz Dauerregen. Platzek verfehlte knapp das SCS-Tor, dann nutzte Daoud einen Stellungsfehler von Ohrmann und lupfte den Ball gekonnt zum 0:1 ein (10.). Sönnern blieb jedoch griffig, Wengler vergab die bis dahin beste Gelegenheit der Gastgeber, als er lang am Pfosten vorbeischob (14.). Dann wurde es etwas ruhiger, Lippetal übernahm die Kontrolle und als Daoud nach 25 Minuten nach ähnlichem Schema wie beim ersten Treffer auf 0:2 erhöhte, war es still geworden bei den heimischen Fans.

Lippetals Co-Trainer Sebastian Bitter ahnte zu Beginn der zweiten Hälfte, was kommen kann. „Da müssen wir jetzt gegenhalten“, stellte er fest und sollte Recht behalten. Denn Sönnern drückte auf die Tube, kam zweimal durch Spielertrainer Vollenberg zu guten Abschlüssen. Das 0:3 durch Platzek war ein echter Stimmungskiller und schien die Vorentscheidung zu sein (68.).

Doch Fehler im Spielaufbau bei den Gästen sorgten für Unruhe, zunächst verkürzte Vollenberg, dann verwertete Lohmann einen Busemann-Traumpass – nur noch 2:3 und das binnen vier Minuten. Doch der SCL spielte in Manier eines Topteams, Wilczek macht mit einem satten Schuss ins lange Eck den Deckel drauf (77.). Nach Lohmanns gelb-roter Karte war die Partie endgültig gelaufen (85.).

Trainerstimmen

Frank Vollenberg (SC Sönnern): „Wir haben den Gegner eingeladen zum Toreschießen. Es war in meinen Augen ein schlechtes A-Liga-Spiel. Aber Lippetal hat weniger Fehler gemacht als wir. Nach der Halbzeit haben wir eine richtige Reaktion gezeigt und direkt zwei Chancen. Insgesamt ein verdienter Sieg für Lippetal.“

Ralf Butterweck (SC Lippetal): „Wir spielen hier eine richtig gute erste Halbzeit. Wenn man in Sönnern spielt, muss man taktisch diszipliniert agieren und das haben wir geschafft. Nach dem 3:0 verlieren wir leichtfertig die Bälle, das darf so nicht passieren. Aber es spricht für uns, dass wir direkt das Vierte machen.“

SuS Günne – Höinger SV 4:2 (2:0).

Vor dem Spiel standen beide Mannschaften im Mittelfeld und das Spiel war laut Aussagen beider Trainer auf Augenhöhe. Bis zur 75. Minute sah es aber nach einem klaren Sieg des Gastgebers aus. Günnes Trainer Michael Knobloch zur ersten Halbzeit: „Wir sind gut gestartet, mit drei 100-prozentigen Chancen, machen das 1:0 durch Puppe und danach haben wir einfach komplett aufgehört, Fußball zu spielen, haben uns nur noch hinten reingestellt und gekontert.“

Trotz der Kritik an dieser Spielweise schien sie erst einmal aufgegangen zu sein. „Nach einem Konter machen wir noch vor der Pause das 2:0 und direkt danach das 3:0“, schilderte Knobloch. Kurz vor Schluss gelang den Gästen aber noch der Anschluss durch Tore in der 75. und 80. Minute. „Das war einfach grottenschlecht, wir haben komplett aufgehört, zu spielen, und keine Körpersprache mehr gezeigt“, kritisierte Knobloch.

„Das heutige Günne hätte man schlagen können, aber nicht mit so vielen Fehlern hinten”, ärgerte sich Gästetrainer Frank Jesse-Verletis.

Am Ende zog Knobloch das Fazit: „Heute war es ein Spiel mit viel Ehrgeiz, aber ohne Technik. Aber solche dreckigen Siege gehören auch dazu.“

Germania Hovestadt – SV Welver 4:1 (0:0).

Schon vor dem Spiel war Hovestadt der Favorit und bei dem klaren Ergebnis würde man das auch so annehmen, jedoch sahen die Trainer das nicht so deutlich.

„Die erste Halbzeit war auf Augenhöhe und dann gehen wir auch torlos in die Pause“, so Gästetrainer Robert Preker. Die zweite Halbzeit begann dann mit der Führung per Elfmeter: „Naja, den Elfmeter kann man als sehr umstritten bezeichnen, danach stehen wir kurz unter Schock und kassieren sofort das zweite Gegentor“, so Preker.

„Das 1:0 war ein wenig der Dosenöffner für uns und danach sind wir ins Rollen gekommen“, so Germania-Trainer Christian Klotz. In den letzten zehn Minuten fielen dann noch das 3:0 und 3:1, worüber sich Hovestadt ein wenig ärgerte. „Es lief heute sehr gut, aber das Gegentor war unnötig und daran können wir auch noch schrauben“, sagte Klotz.

„Nach dem 2:0 haben wir unsere Organisation hinten aufgegeben und dann kassierst du halt die restlichen Tore“, zog Preker das Fazit des Spiels, bei dem Mirsad Masuku mit drei Treffern herausragte.

TuS Niederense – TuS Wickede 3:0 (1:0).

Die Gastgeber überraschten mit einem klaren 3:0 gegen die TuS Wickede, kassierten in sechs Spielen erst vier Gegentreffer. Der Erfolg gegen die Wickeder war ein Sieg der Effektivität. „Niederense schießt gefühlt dreimal aufs Tor und macht alle rein“, so ein deprimierter Gäste-Coach Tobias Walter. Wickede fehlte vorne nicht nur Torjäger Seifried, sondern auch die letzte Zielstrebigkeit. Niederense nutzte kurz vor der Pause einen Freistoß zum 1:0 durch Clarysse.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor – auf das der Niederenser. Doch die Abwehr um Rückkehrer Beilenhoff räumte alles ab. Und als die Gäste alles nach vorne warfen, setzte Niederense erfolgreich Nadelstiche. So fielen in der Nachspielzeit noch die Treffer zwei und drei durch Klaus und Diekmann. Niederenses Spielertrainer Michael Gerbracht lobte sein Team für die Disziplin und den guten Saisonstart mit neun Punkten: „Hier wächst etwas zusammen, das ist kein Verdienst von einem Einzelnen.“

RW Westönnen II – BV Sassendorf 1:8 (0:5).

„Das war eine erste Halbzeit wie gewünscht, die Mannschaft hat die Vorgaben super umgesetzt und effektiv gespielt“, lobte BVS-Trainer Luigi Brusciano sein Team. Westönnen versuchte in den ersten 45 Minuten, noch mitzuspielen, hatte auch Chancen, doch war der Spitzenreiter deutlich spielüberlegen und eiskalt vor dem Tor. Yannick Wandzioch gelangen vor dem Wechsel allein drei Treffer.

„Heute kamen noch zwei kurzfristige Ausfälle dazu, dafür hat die Mannschaft nach dem hohen Rückstand Moral bewiesen. Sassendorf steht nicht umsonst da oben. Für uns kommen jetzt mit Sassendorf II, Wickede und Neuengeseke drei Gegner, gegen die wir punkten müssen“, blickte RWW-Trainer Patric Bals schon kurz nach dem Abpfiff wieder nach vorn.

BW Büderich – SC Neuengeseke 2:2 (0:0).

Wenn die Heimmannschaft in der 80. Minute mit 2:0 in Führung geht, sollte das Spiel gelaufen sein. Doch nicht so in Büderich, da entführte der Aufsteiger aus Neuengeseke durch zwei späte Treffer noch einen Punkt. „In so einem Spiel darfst du die sicheren Punkte nicht mehr herschenken“, war BWB-Trainer Dominik Koch nach dem Spiel sehr geknickt.

Die erste Halbzeit ging an Büderich, doch bei sehr viel Ballbesitz erspielte sich der Gastgeber nur wenige Chancen. In der zweiten Hälfte war es ein Sonntagsschuss vom Spielertrainer, der nach 72 Minuten die Führung brachte. Als Risse wenig später nach einem SCN-Fehler auf 2:0 erhöhte, schien die Partie gelaufen.

Doch SCN-Coach Pietro Peters wechselte offensiv, stellte auf Dreierkette um und ging volles Risiko. Das wurde belohnt. „Wir haben heute sehr diszipliniert gespielt und uns am Ende auch einmal belohnt“, freute sich Pietro Peters, der sehr stolz auf die Moral seiner Mannschaft war.

Auf der anderen Seite monierte Dominik Koch, dass seine Elf, obwohl sie so viel Erfahrung habe, die Führung noch aus der Hand gegeben hatte.

SuS Scheidingen – SW Soest II 1:2 (0:0).

Die Partie lief zunächst für die Gäste. Eine halbe Stunde hatte der SVW II alles im Griff, kam auch zu mehreren guten Chancen.

Danach kam Scheidingen besser ins Spiel, hätte durch Patrick Lietz auch führen können, sein Ball ging jedoch an die Latte. Im zweiten Durchgang nutzte Soest seine erste Chance durch Philip Woloszyn (48.), ging jedoch nicht weiter auf das nächste Tor. „Nach dem 1:0 haben wir einen Gang herausgenommen“, monierte Bosmans. Das brachte Scheidingen zurück – auch ergebnistechnisch, denn Tobias Schulte traf zum 1:1 (79.).

Jannis Völkel gelang jedoch nur zwei Minuten später mit einem Sonntagsschuss der Soester Siegtreffer. Fazit von Bosmans: „Das Ergebnis hört sich enger an, als das Spiel war.“ Für Scheidingens Trainer David Pyka war das 1:2 dagegen unglücklich. „Ein Remis wäre aufgrund der Chancen gerecht gewesen.“

SpVg. Möhnesee – BV Bad Sassendorf II 6:1 (2:0).

Jens Gieseke, Coach des BVS II, sagte: „Wir haben verdient verloren. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht da, kommen zwar stark aus der Kabine, aber zehn Minuten reichen hier nicht aus.“

Trainer Christopher Horstmann von den Matrosen: „Wir haben uns endlich wieder belohnt, völlig verdient gewonnen. Wir hätten auch höher gewinnen können.“

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