Warsteiner Masters

Derbys und Veränderungen - So lief die Auslosung

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In der Warsteiner Welt zog Christian Strohdiek (rechts), Bundesliga-Profi beim SC Paderborn, die Lose. Turnier-Organisator Dieter Bethlehem hatte Liga und Tabellenplatz der jeweiligen Vereine sofort parat.

117 Lose musste Christian Strohdiek, Kapitän des Bundesligisten SC Paderborn, aus den silbernen Pokalen ziehen. Strohdiek war am Dienstagabend die Losfee in der Warsteiner Welt für das Hallenturnier Warsteiner Masters 2020. 

Warstein - Am Sonntag, 26. Januar wird in der Dreifach-Sporthalle in Werl der Nachfolger von Vorjahressieger RW Westönnen gesucht. Zahlreiche Vereinsvertreter informierten sich vor Ort über ihre kommenden Gegner beim Hallen-Kick.

Die Hallen

In neun Hallen finden Vorrundenspiele statt. Im Kreis Soest wird in Welver, Bad Sassendorf, Lippstadt, Warstein, Lippetal und Werl sowie Erwitte gespielt. Darüber hinaus gibt es Vorrunden in Dortmund-Nette und Bergkamen. Im vergangenen Jahr wurde unter anderem in Hamm gespielt. Diese Halle hat Turnier-Organisator Dieter Bethlehem aber aus dem Programm gestrichen. „Wir haben es probiert – es hat aber nicht so funktioniert“, sagt Bethlehem über den Feldversuch in Hamm, „das war nicht so prickelnd.“ Deswegen richte man eine Vorrunde wieder in Welver aus. Die Halle in Dortmund ist neu im Programm, damit reagiert Bethlehem auf die steigende Zahl der Mannschaften aus dem Ruhrgebiet. Bethlehem freut sich besonders auf die Hallen in Werl und Lippetal: „Da ist die Stimmung immer top.“

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Die Losfee

Christian Strohdiek war als Los- oder Glücksfee der Nachfolger seines Trainers Steffen Baumgart. Strohdiek ist 31 Jahre alt und der Kapitän des SC Paderborn. Strohdiek, seit einigen Wochen nur noch Ersatz bei den Ostwestfalen, musste sich den Fragen von Hellweg-Radio-Moderator Eiko Pate stellen. „Ich hoffe, dass ich es für einige Vereine besser mache als Philipp Lahm für die Deutsche Nationalmannschaft“, scherzte der Paderborner über die Auslosung der Europameisterschaft und brachte damit die anwesenden Vereinsvertreter zum Lachen. Bei der Euro muss Deutschland gegen die Turnierfavoriten Spanien und Portugal antreten. Auch sonst hinterließ der baumlange Innenverteidiger einen sympathischen Eindruck, posierte nach der Verlosung noch mit zahlreichen Spielern, Trainern und Vorständen aus den Vereinen für Fotos. Auf den Saisonverlauf seines SC Paderborn angesprochen, erklärte Strohdiek, dass sich seine Mannschaft von der Art und Weise Fußball zu spielen nichts kaufen könne. „Wir haben zu viele Punkte liegenlassen.“

Die Gruppen

Die Auslosung ließ nur wenige Wünsche offen. In der Vorrunde treffen in der Gruppe „Provinzial Hettwer“ in Werl die Bezirksligisten RW Westönnen und SC Sönnern auf die beiden Soester A-Kreisligisten BW Büderich und Preußen TV Werl – das verspricht Spannung. Denn in den vergangenen Jahren zeigten alle vier Teams ordentliche Leistungen unter dem Hallendach. In der Zweifachsporthalle in Welver wurden der SV Eilmsen, Ausrichter SuS Scheidingen und TuS Echthausen in eine Gruppe gelost. Die zehn anderen Mannschaften stammen allesamt nicht aus dem Fußballkreis Soest. Kurios: Der SV Welver tritt nicht in Welver, sondern in Lippetal an. „Das hat einen terminlichen Hintergrund“, sagt Bethlehem. Einige Hammer Vereine baten, dass erst am Wochenende, 19. und 20. Januar 2020, gespielt wird, da ein Wochenende zuvor ein anderes Hallenturnier in Hamm stattfindet. Bethlehem kam dem Wunsch nach. Allerdings konnte der SV Welver an diesem Wochenende nicht, spielt also jetzt ein Wochenende zuvor in Lippetal. Mit Oberligist SV Westfalia Rhynern tritt in diesem Jahr eine Mannschaft in Bad Sassendorf an, die zur Stammbesetzung der Endrunde zählt. Keine leichte Aufgabe für Bezirksligist SV Westfalia Soest und die ambitionierten Soester A-Kreisligisten BV Bad Sassendorf, TuS Bremen und SF Ostinghausen.

Das Preisgeld

Gespielt wird nicht nur um den Siegerpokal, sondern auch um jede Menge Geld. Es werden Geld- und Sachpreise im Wert von mehr als 15 000 Euro an die Vereine ausgeschüttet. Der Gesamtsieger erhält 3000 Euro, der Verlierer des Finals immerhin noch 2000 Euro. 1500 Euro gibt es für den dritten Platz. Für den 16. Platz gibt es noch 150 Euro. Außerdem gibt es gesonderte Wertungen: Für die besten A-Kreisligisten (Sieger 500 Euro), B-Kreisligisten (Sieger 400 Euro) sowie C- und D-Kreisligisten (Sieger 250 Euro). Jeder Vorrundensieger erhält einen Gutschein im Wert von 50 Euro. Der beste Torhüter, Torschütze und Spieler des Turniers wird mit 125 Euro belohnt.

Die Favoriten

Der SV Lippstadt 08 und der SC Verl sind die klassenhöchsten Mannschaften und zählen damit automatisch zu den Titelaspiranten. Verl ist derzeit sogar Tabellenführer in der Regionalliga West – Lippstadt belegt den 16. Platz. Da die Regionalliga-Rückrunde allerdings Ende Januar wieder beginnt, glaubt Bethlehem nicht, dass beide Mannschaften mit ihren Stammspielern anreisen. „Vielleicht kommt der SC Verl mit einer verstärkten Landesliga-Mannschaft“, hofft Bethlehem auf interessante Teams. Dass die Ligazugehörigkeit in der Halle keine große Rolle spielt, hat Vorjahressieger RW Westönnen bewiesen. Mit 6:3 besiegte die Mannschaft vom Bahndamm den SV Lippstadt im Endspiel. Auch 2013 und 2014 war RWW bereits im Finale. Ein erneuter Sieg der Westönner ist nicht unwahrscheinlich, bietet die Mannschaft von Trainer Christoph Linstaedt seit Jahren einen sehr guten Hallenfußball. Aber auch Oberligist SV Westfalia Rhynern und die zig Landesligisten planen sicherlich die Teilnahme an der Endrunde fest ein.

Die Paradiesvögel

Mannschaften aus dem Ruhrgebiet gehören mittlerweile zur Stammbesetzung des etablierten Turniers, das in die 24. Auflage geht. Dazu zählt auch die BSG EDG – eine Betriebssportmannschaft. EDG steht dabei für Entsorgung GMBHDortmund. Der D-Kreisligist nimmt erst seit der Saison 2015/2016 an Meisterschaftsspielen teil. Eine weite Anreise hat der FC Türk Sport Bielefeld. Die Ostwestfalen müssen von ihrer Sportanlage rund 50 Kilometer in die Lippeschule in Lippstadt zurücklegen. Schafft es der C-Kreisligist sogar in die Endrunde nach Werl sind es mehr als 80 Kilometer.

Die Stimmung

„Ich schaue gern zu“, sagt Christian Strohdiek zum Hallenfußball. „Dort zeigen auch Spieler aus unterklassigen Ligen, dass sie eine gute Technik haben.“ Zudem haben zahlreiche Mannschaften treue Zuschauer, die spätestens zur Endrunde die Halle in ein wahres Tollhaus verwandeln.

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