Klarer Sieg für Soester Oberliga-Handballer

SOEST ▪ Die Meisterschaft ist zwar nicht mehr in Reichweite für die Oberliga-Handballer des Soester TV. Doch lassen sich die Schlüsselträger angesichts der Perspektive, bestenfalls noch den dritten Platz erreichen zu können, keineswegs demotivieren. Den Beweis ihres ungebrochenen Tatendrangs legten die Bördestädter gestern beim ersten Heimspiel der Rückrunde ab. Die HSG Menden-Lendringsen wurde mit 44:36 aus der gut gefüllten Bördehalle gefegt und damit in der Tabelle im vorderen Oberliga-Drittel überflügelt.

Die Hausherren ließen von der ersten Minute an keine Zweifel aufkommen, dass sie die Rechnung aus dem Hinspiel begleichen wollten, als sie mit einem Tor den Kürzeren zogen. Auf der linken Abwehrseite ging Max Loer offensiv gegen seinen früheren Teamkameraden Tobias Genau zu Werke. Anfängliche Probleme mit Kreisläufer Heunemann wurden rasch behoben.

Im Handumdrehen zogen die Schlüsselträger auf und davon, konterten vorbildlich über die flinken Außen Dominik Flor und Tim Luther. Auch durch eine Mendener Auszeit beim Stand von 7:2 ließen sich die Gastgeber nicht in ihrem Elan bremsen. Da nützte dem Tabellennachbarn auch nicht der Versuch, Max Loer von Anfang an aus dem Spiel zu nehmen.

Mitte der ersten Halbzeit war beim 13:4 durch Marius Schrage ein Neun-Tore-Abstand erreicht, der den STV- Akteuren allerdings ein wenig zu Kopf gestiegen schien. Denn in der Folge erlaubten sie sich eine sechsminütige Auszeit im Angriff, die Menden sechs Tore in Folge ermöglichte. Insbesondere Linkshänder Genau schenkte STV-Keeper Weber ein.

Soests Coach Dirk Lohse reagierte, brachte Nilas Praest in den rechten Rückraum und Serdar Önder auf die Mitte für Bastian Ketterer. Schnell fingen sich die Schlüsselträger wieder, nachdem Flor mit dem 14:10 die Ladehemmung beendet hatte. Zwar wurden jetzt nicht mehr so viele Konter gefahren, dafür ließ sich Praest kaum bändigen. So zog der STV zur Pause auf sechs Tore weg, nachdem Loer den einzigen Siebenmeter für Soest kurz vor dem Abpfiff versenkte.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Lohse-Schützlinge keinen Zweifel mehr daran, dass sie Herr im Hause waren. Zwar ging es auf dem Feld bisweilen durch viele Zeitstrafen überaus luftig zu. Doch das störte den STV wenig, zumal Praest und Luther treffsicher waren, während die Deckung Genau und Co. sicher im Griff hatte.

Nach 40 Minuten hatte Kreisläufer Tobias Rückert mit dem 30:20 erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung erzielt, in der Folgezeit war der Mannschaftskapitän kaum zu bremsen. Für die Gäste, denen auch mehrfache Torwartwechsel nichts nutzten, kam es noch knüppeldick, fingen sich doch Philipp Wittke und später Müller die Rote Karte ein nach Fouls an Praest und Luther, während Bogdan Wittke wegen der dritten Zeitstrafe auf die Tribüne musste.

Um sie dort nicht ganz allein zu lassen, pflanzte sich der aushelfende Tim Köhne nach seiner ersten Aktion in der zweiten Halbzeit gleich auch in die Ränge, ehe ihm Marius Schrage nach drei Zeitstrafen folgte. Einfluss auf das Mitte der zweiten Halbzeit entschiedene Spiel hatten diese Aktionen nicht. Vielmehr ließ Coach Lohse Keeper Wenselowski und Youngster Jentsch ein wenig Oberliga-Luft schnuppern.

Soester TV: Weber, Wenselowski; Flor (6), Luther (8), Ketterer (3), Rückert (7), Önder (2), Praest (9), Loer (8/3), Schrage (1), Jentsch.

HSG Menden-Lendringsen: Kohl, Vogel; Becker (5), Göke (1), Vogler (9/2), van der Hurk, Heunemann (9), Wittke, Loos (2), Wittke (4), Genau (4), Müller (1), Zenka (1).

Schiedsrichter: Dehmelt/Winkelhane (Gelsenkirchen).

Spielfilm: 2:2 (3.), 8:2 (10.), 10:3 (13.), 13:4 (16.), 13:10 (20.), 16:11 (23.), 19:14 (27.), 23:17 (30.), 24:19 (32.), 26:19 (34.), 30:20 (41.), 36:26 (48.), 39:29 (54.), 42:32 (57.), 44:34 (59.), 44:36 (60.).

Dirk Lohse (Soest): „Das war eine tolle Mannschaftsleistung in einem ganz tollen Spiel. Wir haben in der Deckung mit Marius und Basti im Innenblock sicher gestanden. Vorn gebührt Tim Luther ein Sonderlob. Nur die 0:6-Serie Mitte der ersten Halbzeit hat mir nicht gefallen. Nach der Pause haben wir unser Ding weiter durchgezogen und nicht auf die Anzeigetafel geguckt.“

Björn Wißuwa (Menden): „Ich hatte zwischendurch Befürchtungen, dass es so schlimm werden könnte wie für Deutschland gegen Frankreich. Wir sind für einen Sieg nie in Frage gekommen, weil uns die Soester mit ihrer offensiven Deckung gegen unsere rechte Seite den Schneid abgekauft haben. Das war schon 1a vom STV!“ ▪ dw

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