Kein „Sahnetag“ für den STV

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Immer wieder liefen die Angriffe des STV, hier im Bild Fabian Schnorfeil, ins Leere.

Hemer -  Der Abend weckte unweigerlich die Erinnerung an die mäßige Hinrunde: Ein in fast allen Belangen schwächerer STV unterlag am Samstag dem HTV Sundwig-Westig mit 21:30 (9:15). Eine verdiente Niederlage, die sich bereits früh in der Partie abzeichnete.

Als der STV-Anhang nach gut fünf Minuten noch die 2:1-Führung durch Yannick Nöh bejubelte, begann auf dem Feld eine Soester Schwächephase, wie sie selbst in dieser Saison selten vorkam. Neun Minuten blieben die Gäste ohne eigenen Treffer, ließen beste Gelegenheiten ungenutzt. Wolff und Franke im Gegenstoß, Vukoja vom Kreis – sie alle fanden ihren Meister in HTV-Torwart Matthias Kohl. 

Hinzu kamen in der Anfangsviertelstunde zahlreiche Fehler im Spielaufbau, viele Bälle gingen beim entscheidenden letzten Pass verloren. „Ich habe doch gesagt: Der Kreisläufer fängt keinen Ball“, kommentierte die HTV-Defensive eine Reihe misslungener Zuspiele auf Bekel und Vukoja am Kreis. 

Handball, Oberliga: HTV Sundwig-Westig-STV 30:21

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Und wo die Verteidigung sicher stand, zeigte die Offensive sich gnadenlos: Konter um Konter rollte auf das Soester Tor, der Rückstand wuchs auf 2:7 an. Begünstig auch durch Zeitstrafen auf Soester Seite, eine kurioserweise sogar von Trainer Dirk Lohse selbst verursacht. Erst zwei Siebenmetertreffer von Luis Gran beendeten die Durststrecke des STV, der wenig später den nächsten moralischen Tiefschlag erhielt: Gran blieb nach gut 16 Minuten verletzt im gegnerischen Kreis liegen, konnte das Feld nur mit fremder Hilfe wieder verlassen. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, befürchtet wird jedoch eine langwierige Knieverletzung. „Dass Luis sich in so einem Spiel schwer verletzt, macht den Abend doppelt bitter“, kommentierte ein sichtlich konsternierter Dirk Lohse nach dem Schlusspfiff. 

Der STV-Trainer musste bis zur Halbzeit mitansehen, wie seine Mannschaft sich immer wieder selbst schwächte. Drei weitere Zeitstrafen machten des dem HTV einfach, seinen komfortablen Vorsprung zu halten. Dass dieser zu Halbzeit bei „nur“ sechs Toren stand, lag an einer besseren Torausbeute. Kim Voss-Fels – mit sechs Toren bester Schütze des STV – sorgte für Gefahr aus dem Rückraum, schuf so gleichzeitig Räume für die am Kreis agierenden Schönle und Bekel. 

Kurzes Hoch nach dem Seitenwechsel

Und nach dem Seitenwechsel schien es zunächst so, als sei der STV aufgewacht. Ein in dieser Phase abschlusssicherer Max Loer brachte seine Mannschaft noch einmal auf drei Tore heran (18:15), mehr als ein kurzes Aufflackern des Soester Könnens blieb es jedoch nicht. „Wir haben vorne einfach zu viele Chancen frei liegen lassen. Es hat sich heute wie eine rote Linie durch unser Spiel gezogen“, machte Lohse nach Schlusspfiff die teils fahrlässigen Angriffsbemühungen als Hauptursache der Niederlage aus. Denn immer wieder erlaubten diese dem HTV einfachste Gegenstöße gegen aufgerückte Soester oder Abschlüsse in Richtung des leeren Tores. „Der HTV hat es gut gemacht, sie haben uns immer wieder gut ausgekontert. Und einen Sahnetag hat bei uns heute keiner erwischt“, fasste Lohse die Geschehnisse der 60 Minuten passend zusammen. 

Tabelle

Immerhin: Wenigstens in einem Punkt hatte der STV an diesem Abend die Oberhand. Während Kohl aus der eigenen Hälfte nur den Pfosten traf, verwandelte Lichtenegger in gleicher Situation sicher. Für den STV mit Sicherheit jedoch nur ein schwacher Trost. 

Statistik

HTV Sundwig-Westig: Kohl, Henkels (6), C. Klein (1), Rosian, Sideri, Bucher, Hecker (5), M. Klein (1), Kötter (1), Frenzel (6), Schetters (8/3), Rosenbaum (2), Frenzel.

Soester TV: Lichtenegger (1), Gran (2/2), Schnorfeil, Wolff, A. Loer, Wiggeshoff, Vukoja (3), Schönle (2), Franke, Bekel (2), K. Voss-Fels (6), M. Loer (4/1), Nöh (1).

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