Jugendfußball

Lippborg verlässt die JSG

+
Kein gemeinsames Kicken mehr bei den JSG-Vereinen und dem VfJ Lippborg.

Eigentlich hatte es immer ganz gut funktioniert. Doch nun muss die JSG Lippetal einen herben Rückschlag hinnehmen: Der VfJ Lippborg hat sich nämlich dazu entschlossen, die Jugendspielgemeinschaft mit sofortiger Wirkung zu verlassen.

Lippetal –  „Zumindest erstmal für diese Saison“, betont Dirk Rünker, erster Vorsitzender beim VfJ, dass das Tischtuch zwischen seinem Verein und den drei anderen Klubs nicht komplett zerschnitten sei. Für die Spielzeit 2021/22 seien die Lippborger wieder zu Gesprächen über eine erneute Zusammenarbeit bereit. Doch für die Saison 2020/21 konnte sich das JSG-Quartett nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Grund dafür waren Unstimmigkeiten bei der Trainerfrage der gemeinschaftlichen A-Jugend. Ralf Bellenhaus, der bis dato als eine Art Koordinator innerhalb der JSG agiert hatte, erzählt: „Wir hatten eigentlich schon einen Haupttrainer gefunden, mit dem alle Parteien auch einverstanden waren.“ Auch Lippborg stand hinter dem Trainer, wie Rünker bestätigt. Die weitere Zusammensetzung des Coaching-Teams wurde dann aber zum Stein des Anstoßes. „Der VfJ wollte unbedingt zwei Personen mit im Trainerstab haben“, verrät Bellenhaus. 

Wünsche des VfJ nicht umsetzbar

Das Problem war nur, dass der von allen akzeptierte Haupttrainer die Lippborger Wunschkandidaten nicht mittragen wollte. Nach einigen Gesprächen schaffte es Bellenhaus schließlich, zumindest einen der beiden beim Cheftrainer durchzudrücken. „Bei der zweiten Person ging das aber nicht“, sagt Bellenhaus. Um welche beteiligten Personen es sich dabei handelte, wollten weder er noch Rünker sagen. Für die Lippborger war die Ablehnung eines ihrer Kandidaten inakzeptabel, weshalb sie daraufhin nicht nur von einer Beteiligung an der A-Jugend, sondern gleich komplett aus der JSG ausstiegen. „Leicht fiel uns das aber nicht“, berichtet Rünker. „Wir haben zwei Abende lang sehr intensiv darüber diskutiert, bevor wir uns so entschieden haben. Die Nachteile haben schlussendlich überwogen.“ Bellenhaus war vom harten Schritt des VfJ indes total überrascht. „Es war ein sehr trauriger Moment“, schildert er den Zeitpunkt, als er von der Lippborger Entscheidung erfuhr. „Es wurde jedoch nicht im Sinne der Jungs entschieden. Die haben jetzt den größten Schaden dabei.“ 

JSG kann keine A-Jugend stellen

Die JSG, an der jetzt nur noch Lippetal, Oestinghausen und Hovestadt beteiligt sind, kann zur neuen Saison jetzt nämlich keine A-Jugend mehr stellen. „Ohne die Spieler aus Lippborg geht es eben nicht“, so Bellenhaus. Der VfJ dagegen möchte eine A-Jugend an den Start bringen. Udo Rinke und Mike Cromwell sollen die neu formierte Truppe trainieren. Beide waren in der Vorsaison noch bei den B-Jugendlichen der JSG an der Seitenlinie präsent. Die wurde in der Bezirksliga als punktloses Schlusslicht während der Saison abgemeldet. Auch das sorgte damals für einige Unstimmigkeiten zwischen den Vereinen in der JSG. „Das hat in die jetzige Entscheidung mit Sicherheit auch reingespielt“, deutet Rünker einen doch tiefer greifenden Konflikt innerhalb der Gemeinschaft an. 

Bellenhaus tritt zurück

Das glaubt auch Bellenhaus, der nun für sich die Konsequenzen zieht. „Ich bin nach dem Rückzug Lippborgs von meinen Aufgaben zurückgetreten“, sagt er. „Dafür übernehme ich schon ein Stück weit die Verantwortung.“ Grundsätzlich habe er sich allerdings nichts vorzuwerfen. „In der JSG ging es nie darum, welcher Verein wie viele Spieler stellt. Es lief alles immer auf Augenhöhe ab“, erzählt er. „Auch die finanziellen Angelegenheit haben immer reibungslos funktioniert.“ Die nächsten Monate werden nun zeigen, ob es für die JSG Lippetal eine Zukunft gibt, und welche Rolle der VfJ Lippborg darin spielen wird. Auf Dauer wird es schließlich auch für die Grün-Weißen schwer werden, aus gänzlich eigener Kraft die älteren Jugendteams vollwertig und mit genügend Spielern zu besetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare