Heimische Fußballvertreter reagieren unterschiedlich

Irritationen über Turnierverbot bis Ende August - Verband rudert zurück

Der Umgang mit Fußballturnieren sorgt für Kontroversen.
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Der Umgang mit Fußballturnieren sorgt für Kontroversen.

Da war die Aufregung bei vielen Ausrichtern groß. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen hatte am Dienstag den Vereinen geschrieben, dass bis zum 31. August Fußball-Turniere grundsätzlich verboten sind. Inzwischen hat der FLVW aber schon relativiert.

Kreis Soest – So schrieb Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW, dass der Verband keine Turniere verbieten würde, sondern die Corona-Schutzverordnungen keine zuließen. Er verwies nach Rücksprache mit den verantwortlichen Stellen des Landessportbundes NRW auf Paragraf 14 der Coronaschutzverordnung mit Gültigkeit vom 28. Mai 2021 mit Punkt 3):

„In Kreisen und kreisfreien Städten der Inzidenzstufe 2 sind zusätzlich zulässig ab dem 1. September Sportfeste und Sportveranstaltungen ohne feste Begrenzung der Zahl der teilnehmenden Personen sowie Zuschauer jeweils mit Negativtestnachweis und mit einem durch die entsprechende Behörde genehmigten Hygienekonzept. Eine genauere Definition sei aus der Verordnung nicht ableitbar. „Nach Rücksprache gehen wir aber davon aus, dass unter der Definition Turniere gefasst sind, bei denen es geplant ist, an einem Tag mit mehreren Mannschaften ein Turnier in Form eines Sportfestes durchzuführen. Wir weisen an dieser Stelle aber noch einmal daraufhin, dass die Kommunen vor Ort weiterhin die letzte Entscheidungsgewalt haben“, so Schnieders.

Er bittet, die Irritationen zu entschuldigen, und er versichert, „dass wir uns weiterhin vollumfänglich für weitere Lockerungen im westfälischen Fußball einsetzen werden. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich einfach an unsere Corona-Hotline unter (0 23 07) 371-102.“

Lippborgs Kossaibati sieht das Verbot positiv

Thomas Kossaibati von Jugend des VfJ Lippborg sieht ein Verbot von Massenveranstaltungen durchaus positiv. Normalerweise wäre am Fronleichnamstag das große Sommerturnier seines Vereins gestartet. „Das ist, glaube ich, die größte Fußballveranstaltung in Lippetal. Allein am Sonntag hätten wir mit Spielern und Eltern rund 1000 Personen am Platz gehabt. Das wäre zu der jetzigen Zeit unverantwortlich“, sagt er deutlich, „daher ist es gut, dass der FLVW so große Turniere nicht erlauben will.“

Der VfJ hatte sein eigenes Turnier angesichts der Corona-Lage erst gar nicht geplant. „Wir müssen vorsichtig sein, dürfen nicht in Euphorie ausbrechen“, mahnt Kossaibati, es dürfe angesichts der guten Inzidenz-Zahlen nicht gleich wieder Vollgas gegeben werden. Daher findet er es auch nicht ganz so schlimm, dass das eigene Turnier nicht stattfindet. Es wäre einfach nicht umsetzbar. Ansonsten beurteilt er die Lage bei der VfJ-Jugend sehr positiv.

Gefühlt haben sie sich monatelang nicht gemeldet und nun hauen sie so ein Ding raus! 

Sebastian Tyrala, Jugendleiter BV Bad Sassendorf

Erich Kreyenbrink als Vorsitzender des Soester Kreisjugendausschusses macht aus den Aussagen des FLVW kein Drama. Im Moment hat er gar keine Turnieranfragen von Vereinen aus dem FLVW-Kreis Soest vorliegen. „Ganz viele Turniere in der Saisonvorbereitung hatten wir sowieso nie. Das meiste haben die Vereine nach einer Saison gemacht“, erklärt er. Im Übrigen gebe es im Moment größere Probleme als die Austragung von Fußballturnieren. Er hofft, dass die kommende Spielzeit im Jugendbereich wie gewohnt Anfang/Mitte September beginnen kann.

SV Hilbeck plant Seniorenturnier

Kurz vor der Saison führt der SV Hilbeck in der Regel Turniere für Senioren durch. „Wir sind da in der Planung, aber das ist alles noch in der Pipeline“, sagt Abteilungsleiter André Weber. Dabei gehe es mehr in Richtung viele Freundschaftsspiele als übliches Turnier. „Wir müssen schauen, was in Absprache mit der Stadt Werl vor Ort möglich ist, mit Zuschauern und Verkauf“, sieht er noch Fragezeichen. Letztlich müsse der Verein in alle Richtungen planen und sich dabei natürlich auch an Vorgaben des Verbandes orientieren.

Fußballschule des BV Bad Sassendorf ab Freitag nicht betroffen

„Das hat für uns keinen Einfluss“, sagt Sebastian Tyrala von der Jugend des BV Sassendorf zu den FLVW-Aussagen. Die Fußballschule seines Vereins mit dem VfL Bochum werde wie geplant vom 11. bis 13. Juni stattfinden. „Wir trainieren dabei in Gruppe von zehn bis zwölf, vielleicht 15 Spielern. Da kommt man sich nicht in die Quere“, so der Jugendleiter. „Das hat schon im vergangenen Jahr super funktioniert.“ Dabei sei der Verein in ständigem Austausch mit der Gemeinde, was die Regelungen in Zusammenhang mit Corona erfordern.

Für die Fußballschule seien noch einige wenige Plätze frei, Kontakt über die Homepage des BV Sassendorf oder des VfL Bochum.

Auf den FLVW ist Tyrala nicht gut zu sprechen. „Gefühlt haben sie sich monatelang nicht gemeldet und nun hauen sie so ein Ding raus!“ Dabei spricht er von einem generellen Kommunikationsproblem. Betroffen sein könnte Türkspor Dortmund, der Verein, bei dem er als Trainer tätig ist. Der Club nimmt immer im Sommer an einem großen Turnier in Dortmund teil. „Da gibt es viele Zuschauer und viele Einnahmen“, sagt er.

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