Ironman-Premiere nach über 14 Stunden beendet 

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Yana Schröter und Sebastien Wiegand nach dem Zieleinlauf.

Werl – Von der „Schnapsidee“ zum privaten Ironman in nur acht Wochen: Die beiden DJK-Athleten Sebastian Wiegand und Yana Schröter sind jetzt 3,8 Kilometer geschwommen, 180 Kilometer Rad gefahren und 42,2 Kilometer gelaufen.

Für die beiden Sportler der DJK Grün-Weiß Werl war es der erste Triathlon über die volle Distanz. Der Zieleinlauf nach 14 Stunden und 19 Minuten war emotional. „Ich bin sehr stolz auf uns und habe noch mehr Respekt für die Sportler, die den Ironman auf Zeit bewältigen“, sagt Sebastian Wiegand.

 Denn das Ziel des Werlers und der Wickederin war es, die insgesamt 226 Kilometer einfach „nur“ zu schaffen. Los ging es morgens um 6 Uhr im Werler Freibad. Für die 3800 Meter im Becken musste das Duo 152 Bahnen schwimmen.

 „Die erste Disziplin lief super, wir waren positiv überrascht“, sagt Yana Schröter. Nach nur anderthalb Stunden verließen sie das kühle Nass und machten sich nach einer Essenspause mit dem Rennrad auf die 180 Kilometer lange Strecke durch den Kreis Soest und Ostwestfalen.

 Über Beckum, Rheda-Wiedenbrück, Lippstadt, Soest, Werl und Unna fuhren sich die DJK-Sportler insgesamt 180,4 Kilometer zusammen. Dafür brauchten sie sieben Stunden und sieben Minuten. „Wir haben uns beim Schwimmen und Radfahren etwas zurückgehalten, weil wir keine Erfahrung mit einem Ironman und Respekt vor dem abschließenden Marathon hatten“, sagt Schröter. 

Ohne zielgerichtetes Training

Vor zwei Jahren sind die beiden Athleten aus Spaß einen Marathon gelaufen. Zielgerichtetes Training für den Ironman gab es nie. „Ich bin mit Sebastian zuletzt viel gelaufen, doch ich brauchte eine Perspektive, etwas was mich antreibt. Als er mir einen Triathlon vorschlug, war mir klar, dass ich direkt den Ironman will“, berichtet die Wickederin. 

Von ihrem Vater Dirk bekam sie anschließend ein älteres Rennrad zur Verfügung gestellt. Beim abschließendem Marathonlauf, der das DJK-Duo unter anderem durch Werl, Westönnen, Budberg, Büderich und Holtum führte, wurde die kurze Vorbereitungszeit dann doch deutlich.

Nach knapp 20 Kilometern machten Kreislauf und Magen nicht mehr mit. „Wir hatten ein Kaloriendefizit und uns ging es nicht wirklich gut. Man musste essen, konnte es aber nicht“, erinnert sich Yana Schröter an die härteste Phase des Ausdauer-Wettkampfes.

Freunde und Familie sorgen für Motivation 

Auch Sebastian Wiegand hatte mit seinem Körper zu kämpfen. „Ich hatte mir vorher mehr Sorgen um die Muskeln und andere orthopädische Probleme gemacht. Da lief alles gut, doch beim Laufen ging uns die Kraft aus“, sagt Wiegand, der kurz ans Aufhören gedacht hatte. Freunde und Familie, die teils mitliefen oder am Wegesrand anfeuerten, sorgten auf den letzten 22 Kilometern für die nötige Motivation. 

„Ohne die Hilfe, Unterstützung und Versorgung unserer Liebsten hätten wir den Ironman nicht geschafft“, sagt Schröter. Die letzten 800 Meter des Marathons absolvierten die Sportler im Werler Heinrich-Buchgeister-Stadion unter Flutlicht.

 „Als das Ende plötzlich so nah und fassbar war, ist all der Schmerz aus dem Körper gewichen. Es war ein unglaubliches Gefühl“, ist Sebastian Wiegand stolz auf das Erreichte.

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