Handball Oberliga

Soester TV beim Krösus der Oberliga gefordert

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Max Loers Einsatz ist fraglich.

Soest - Selten hat die Formulierung Liga-Krösus so gut gepasst wie beim Gegner des Soester TV zum Jahresauftakt in der Handball-Oberliga. Bei Spitzenreiter TSG Altenhagen-Heepen in Bielefeld trifft der STV auf den wohl stärksten Gegner der Liga – sportlich wie finanziell. Los geht es am Freitagabend um 20 Uhr in der bundesligatauglichen Seidensticker-Halle.

Mit großem finanziellen Aufwand und (bislang) stimmigem Konzept wird dort am Ziel „Bundesliga-Handball“ gearbeitet. Eine ganz andere Welt, als sie Dirk Lohse in Soest gewohnt ist. 

Auf die Frage, ob der Soester Trainer sich nicht auch einmal gerne vorgestellt hätte mit dem loriot’schen Satz „Guten Tag, mein Name ist Lohse. Und ich kaufe hier ein!“, will er nicht näher eingehen. Das Projekt in Bielefeld begrüßt er jedoch: „Daran gibt es nichts zu meckern. Dort gibt es die Idee, Bundesliga-Handball zu etablieren. Und an Unterstützung fehlt es wohl nicht. Das ist eine Situation, die sich viele wünschen.“ Lohse drückt der TSG aber sicherlich nicht die Daumen: „Favorit werden wir sicher nicht sein. Aber wir fahren hin und schauen, was für uns möglich ist.“ Vielleicht steht der Favorit ja am Ende mit einem Zehnjahresvorrat Senf und die Soester mit zwei Punkten da.

Der Spitzenreiter ist im Normalfall sicherlich eine Klasse für sich in der Oberliga. Marius Kastening und Maximilian Kroll kamen im Sommer von den Drittligisten Ferndorf und Hildesheim, dazu Arne Kröger – Topscorer in Mennighüffen – und Gustav Rydergard aus Lemgo, der sogar schon einmal schwedischer Meister war. „Gegen so einen Gegner kann alles passieren, da kann man sicherlich hoch verlieren. Aber meine Mannschaft hat genug Qualität, das Spiel anders zu gestalten“, glaubt Lohse.

Soest tritt Reise selbstbewusst an

Dass der Spitzenreiter trotz hochkarätigem Kader nicht absolut unantastbar ist, zeigten die letzten Spiele vor der Weihnachtspause. Zu Hause gab es eine Niederlage im Spitzenspiel gegen den Zweiten Spenge (24:27) und nur einen knappen Sieg gegen die SF Loxten (28:27). Nicht nur deshalb wird der STV nicht mit eingezogenem Schwanz antreten. Das Selbstbewusstsein bei den Soestern ist groß. „Wir haben selbst sehr viele Spieler mit Drittliga-Erfahrung. Die müssen uns erst einmal schlagen“, sagt Lohse, der keine Prognose wagt, sein Team auf eigene Stärken einschwört: gutes Rückzugverhalten, disziplinierte Umsetzung der taktischen Vorgaben.

Inwieweit die Loer-Brüder mitmischen können, klärt sich erst kurzfristig: Axel plagt sich schon länger mit Hüftbeschwerden herum, kann seit Wochen nicht trainieren. Sein älterer Bruder Max konnte krank nicht trainieren, lief nach Weihnachten nur im Testspiel bei Drittligist SG Menden (26:32) auf – und schonte sich ansonsten. Christian Ihssen, Neuzugang zwischen den Pfosten, darf in der Meisterschaft noch nicht spielen, sodass Louis Reinken aus der Reserve als zweiter Torwart mitfährt.

Der Soester TV setzt heute zum Auswärtsspiel bei Oberliga-Spitzenreiter TSG AH Bielefeld einen Bus ein, in dem wie gewohnt Plätze für einige Schlachtenbummler frei sind. Abfahrt ist um 17 Uhr ab Börde-Berufskolleg in Soest.

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