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Eine Ära endet nach 26 Jahren: Soester TV steigt in Verbandsliga ab

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Von: Thomas Müller

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Handball Oberliga, letztes Heimspiel: Soester TV - SG Menden
Abteilungs-Vize Markus Behrens spendet Trost. © Thorsten Hoffmann

Es hat nicht gereicht: Nach der Heimniederlage gegen die SG Menden steht der Abstieg der Handballer des Soester TV aus der Oberliga fest.

Soest – Der Soester TV ist abgestiegen. Nach 26 Jahren in Viert- und Drittklassigkeit (Oberliga, Regionalliga, 3. Liga), gibt es in Soest in der kommenden Saison nur noch fünftklassigen Verbandsliga-Handball zu sehen.

Und das im Doppelpack: Doch während vor zwei Wochen noch „Verbandsliga, wir kommen!“ freudig in der Bördehalle zu hören war, als die Damen die Landesliga-Meisterschaft und den Aufstieg feierten, war die Stimmung nach der Heimniederlage der Herren am vorletzten Spieltag gegen die SG Menden Sauerland deutlich niedergeschlagener.

Weil Soest sein Heimspiel verlor, und gleichzeitig Konkurrent Hahlen sein Auswärtsspiel in Bommern gewann, kann der STV nicht mehr aus eigener Kraft Platz neun erreichen. Der würde zum Klassenerhalt reichen, wenn Lemgo II die Abstiegsrelegation in der 3. Liga gewinnt. Platz acht, der zum direkten Klassenerhalt reichen würde, war schon seit dem 28. Spieltag an Christi Himmelfahrt nicht mehr zu erreichen gewesen.

Die Tabelle der Handball Oberliga

„Wir sind natürlich sehr, sehr traurig. Die Saison war alles andere als normal, in einer normalen Saison hätten wir weder mit oben noch mit unten etwas zu tun gehabt. Es wäre sehr entspannt gewesen. Die letzten Ergebnisse sind auch nicht die erwarteten Ergebnisse gewesen, daher müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen. Unser Ziel ist natürlich der sofortige Wiederaufstieg“, preschte Abteilungsleiter Kai Schönfeld voran.

Handball, Oberliga: Soester TV – SG Menden 32:38 (15:23). War in der Halle bei den Soester Fans noch Hoffnung auf ein kleines Handball-Wunder zu spüren, erlosch dieser Funken schon in den ersten Minuten nach Spielbeginn. Kein Zugriff in der Defensive, keine Entschlossenheit in der Offensive. Soest wirkte gehemmt, Menden völlig entspannt - und eine Klasse besser.

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Menden überrollte den STV, der völlig von der Rolle war: Fehlwürfe, Stürmerfouls, technische Fehler. Und bei Menden saß fast jeder Wurf, gerade in den ersten 25 Minuten deutete sich ein Debakel an. Degenhardt erhöhte den Abstand fünf Minuten vor der Pause gar auf zwölf Tore (7:19). „In der ersten Hälfte war das zu wenig. Ich hatte ich das Gefühl, uns steckt das Spiel von Donnerstag noch in den Beinen. Da fehlten 20 Prozent, es einfache Fehler. Das war viel, viel zu wenig, was wir gezeigt haben“, sagte Soests Trainer Max Loer. „Wir sind hoch in Rückstand geraten, haben früh gewechselt, weil im Prinzip nichts funktionierte.“

Immerhin: Die Umstellungen griffen. Eine offensivere Deckung erzwang Fehler bei Menden und vorne traf Soest nun in immer wieder anderen Angriffsformationen. Mit einem 7:3-Lauf verkürzte Soest bis zur Pause - und anschließend auch noch weiter. Die offensive Abwehr griff und Keeper Muhr hielt nach der Pause in seinem letzten Heimspiel für den STV richtig gut; Möllenhoff brachte Soest schon in der 34. Minute wieder auf fünf Tore heran.

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„Die zweite Hälfte war besser, wir haben unsere Tugenden eingebracht, ein bisschen Chaos gedeckt, sind in die Zweikämpfe gekommen, waren noch einmal auf vier Tore heran. Das haben die Jungen super gemacht.“

Tatsächlich kippelte das Spiel noch einmal beim Stand von 29:33, hatte Soest mehrfach die Chance, noch einmal auf drei Tore heranzukommen, doch nacheinander fanden Gran und Wolff in SG-Keeper Kevin Peichert ihren Meister. Und auch nach dem 32:35 durch Möllenhoff zwei Minuten vor dem Ende wurde es noch einmal laut bei den Fans im Soester Lager.

Auf der anderen Seite spielte Menden das auch cool runter. „Man muss aber auch sagen, dass Menden nicht zu Unrecht da oben steht und eine andere Qualität hat“, gestand Loer dem Gegner zu, das Spiel nicht unverdient gewonnen zu haben. „Mit der zweiten Hälfte bin ich sehr zufrieden, der Rückstand war einfach zu hoch. Menden hat vielleicht auch einen Gang rausgenommen, aber meine Jungs haben das super gemacht. Alle haben bis aufs letzte Blut gefightet.“

Soester TV: Muhr (1.-20.), 31.-60.), Bruyn (20.-30.); Gran (5, 4/4), Wolff (4), Dörnemann (1), Möllenhoff (7), Vogt, Wiggeshoff (1), Schuerhoff, Wiesemann (2), Voss-Fels (1), Müller (4), Holznagel (1), Danz (2), Falkenberg (4).

Spielfilm: 1:2, 2:5, 3:8, 5:12, 7:19, 8:20, 15:23 - 18:25, 20:25, 23:30, 29:33, 32:35, 32:38

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