Erfolgreiches Heimspiel

"Hai Score" für Gastgeber Soest beim Aquaballturnier

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Eine spritzige Angelegenheit war die Partie zwischen der Jugend der Soester Haie und den Bunnyhunters, das 3:11 endete.

Soest - Rein zufällig passt der Song, der gerade durch die Lautsprecher durch das Lehrschwimmbecken der Wiese-Grundschule dröhnt, wie die Faust aufs Auge, als die „Bunnyhunters 2“ aus Dachau gerade ihre Finalpartie gegen die Werler „Dolphins 2“ beginnen: Deep Purples „Smoke on the Water“.

Wasser gibt es reichlich, und die Temperatur der Luft darüber erreicht Saunaqualitäten. Von der sprichwörtlich dicken Luft dagegen keine Spur: Er herrscht die pure Harmonie. Was sich im Becken abspielt, lässt sich im weitesten Sinne als Handball im Wasser beschreiben. In kurzen Partien treffen sechsköpfige Mannschaften aufeinander, immer zu viert im Wasser, die beiden übrigen Spieler warten am Beckenrand darauf, eingewechselt zu werden, und versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern – aufblasbare Objekte, die am Beckenrand festgebunden auf dem Wasser aufliegen. 

„Etwas anders als beim Handball geht es beim Aquaball schon zu“, erzählt Thomas Körner, Trainer der „Soester Haie“, der Aquaball-Abteilung der Wasserfreunde. Zum x-ten Mal richtet die Gruppe im Rahmen der Champions-Tour 2019 eines der fünf Turniere aus, als zweite Station nach Dachau und gefolgt von Pewsum in Ostfriesland in einem Monat, Ahaus Anfang Mai und letztlich Ingolstadt am 1. Juni. 

„Die Regeln sind schon ganz anders, dafür aber sehr einfach“, erklärt Körner. Man darf dem Gegner zum Beispiel nicht den Ball entreißen – in Besitz nehmen darf man ihn nur, wenn er gerade im Flug ist oder auf dem Wasser schwimmt. Sobald ihn ein Gegner in der Hand hat, ist Schluss. Das Spiel ist körperlos, jede Berührung zählt als Foul. Frauen und Männer dürfen grundsätzlich zusammen spielen, auch inklusive Mannschaften mit behinderten Teilnehmern sind kein Problem. Vor einem Torwurf müssen unter den Angreifern drei Pässe erfolgt sein. Wer den Ball hat, darf sich nicht vom Fleck rühren. Bei einem Sieg vergibt die Leitung Punkte, wodurch sich eine Abschlusstabelle ergibt. 

Aquaball-Turnier 23.-24.2. 2019 in Soest

Normalerweise dauert eine Halbzeit sieben Minuten, mit Blick auf den straffen Zeitplan sind es hier in Soest nur fünf Minuten. Aber auch so falle ein Spiel anstrengend genug aus, betont Körner, aufgrund des Widerstands des Wassers, gegen den die Sportler ankämpfen. „Und jede Mannschaft bestreitet vier Spiele, wer weiterkommt, spielt noch je eines im Halbfinale beziehungsweise im Finale. Wer bis in die Endspiele kommt, war also eine Stunde lang im Wasser.“ 

Mannschaften aus zehn Städten kämpfen in diesen 16 Wettkampfstunden um Punkte: Neben den Soester Gastgebern und den Nachbarn der Werler „Dolphins“ sowie den „Marlins“ aus Unna haben die Gäste aus Dachau, Ahaus, München, Pewsum, Schweinfurt, Hamburg und Ingolstadt lange Anreisen hinter sich. Man könnte unken, das wären auch schon alle Vereine, die es in dieser noch recht jungen Randsportart gibt – auf jeden Fall zählen sie zu den engagiertesten, indem sie bereit sind, zu weit entfernten Turnieren zu fahren. 

Für alle Gäste aus der Ferne haben die Soester Unterkünfte für zwei Nächte organisiert, unter anderem in der Wiese-Turnhalle, wo tagsüber auch abseits des Wettkampfgeschehens reges Treiben herrscht, wenn sich die Sportler am Kuchenbüfett, von den Eltern der heimischen Haie, stärken. 

Dank der verschiedenen Klassen gibt es nicht nur einen Sieger. Unter den heimischen Sportlern ist die erste Damenmannschaft der Haie besonders erfolgreich, hat mit neun Punkten so viele wie die anderen drei zusammen – ein echter „Hai Score“. Die Youngster-Haie landen mit einem Punkt Vorsprung vor den Dachauern auf Rang eins, lassen gemeinsam die anderen drei Teams weit hinter sich. Die Jugend I in der Gruppe B teilt sich mit zwei weiteren Teams den zweiten Platz. 

Am Sonntag erzielen die Münchner Kraken unter den offenen Teams den ersten Rang vor den Dachauer Bunnyhunters I, gefolgt von den Unnaer Marlins und den Werler Dolphins I auf den Plätzen drei und vier. Die Soester Haie I landen auf Platz sechs, die Dolphins II auf Rang acht. 

Aufstellungen

Soester Haie Youngsters 1: Tim Schäfer, Tjark Hölzel, Felipe Grote, Julian Wieners, Ben Theile, Sophia Neary. Trainer: Frank Küstermeier. 

Werler Dolphins Damen: Carina Pyka, Veronique Brach, Silja Schulte, Nicola Wiemann, Trainer: Simon Schmitz. 

Soester Haie Jugend 1: Silas Günther, Julian Schaefer, Tom Halbroth, Kim Steinstraß, Lawrence Cazembe, Antonia Köhler, Trainer: Frank Küstermeier. 

Werler Dolphins Offen 1: Simon Schmitz, Jonathan Twesten, Christopger Stockschläder, Ilja Knauer, Dominic Blau, Tobias Rückert, Trainer: Simon Schmitz. 

Soester Haie Jugend 2: Tim Pöppinghege, Leonhard Ziron, Tom Bank, Cara Feldkamp, Paul Öffler, Trainer: Frank Küstermeier. 

Werler Dolphins Offen 2: Maurice Brach, Theodor Twesten, Konrad Twesten, Veronique Brach, Silja Schulte, Nicola Wiemann, Trainer: Schmitz, Simon. 

Soester Haie Damen 1: Clara Feldkamp, Kim Steinstraß, Annika Streich, Laura Küstermeier, Carolin Rak, Antonia Köhler, Trainer: Frank Küstermeier.

Soester Haie Offen 1: Lukas Grave, Julius Grave, Thomas Müller, Duncan Bowran, Cornelius Lau, Jan Küstermeier, Trainer: Thomas Körner. 

Soester Haie Offen 2: Jutta Erdelhoff, Benjamin Öffler, Annika Streich, Carolin Rak, Andreas Schild, Maren Pitius, Trainer: Thomas Körner

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