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Unerwartet viele Ausfälle in Scheidingen – Spielbetrieb läuft dank zweiter Mannschaft

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Von: Thomas Müller

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Sriram Sivaraj, Trainer SuS Scheidingen
Sriram Sivaraj muss derzeit selbst als Spielertrainer auflaufen - das hatte er sich eigentlich auch anders geplant. © Müller, Thomas

Die Personaldecke beim Fußball-A-Kreisligisten SuS Scheidingen ist dünn, sie kann kaum noch verhüllen, dass der SuS derzeit eigentlich zu wenig Spieler für die erste Mannschaft hat.

Scheidingen – Das hat zur Folge, dass zuletzt verstärkt Spieler aus der zweiten Mannschaft in der A-Liga aushelfen mussten.

„Wir haben extremes Verletzungspech“, sagte Lennart Wilms, Sportlicher Leiter und selbst einer der verletzten Spieler. „Wir haben mit 22 bis 23 Spielern geplant, zuletzt waren es maximal 13 oder 14, die uns zur Verfügung standen wegen Verletzungen, aber auch Sperren“, berichtet Wilms.

Negativer Höhepunkt war wohl der Auftritt beim BV Bad Sassendorf, als sechs Spieler aus der zweiten Mannschaft aushelfen mussten. „Das habe ich noch nicht erlebt, wir sind mit neun Spielern angereist, hatten Glück, dass unsere Mannschaft da vorher ihr Spiel hatte und uns geholfen hat“, sagt Trainer Sriram Sivaraj.

Unerwartet viele Ausfälle in Scheidingen: Helfer aus der zweiten Mannschaft

Gegen Höingen waren es wieder vier Helfer – und das in tragenden Rollen. Fridolin Griewel musste beispielsweise nach 90 Minuten in der B-Kreisliga gegen die SG Oberense noch 60 Minuten in der A-Liga ran. Beim 2:2 gegen den Höinger SV kam er nach einer halben Stunde für Unglücksrabe Rene Potthoff.

Unglücksrabe deshalb, weil Potthoff an diesem Tag sein Comeback nach überstandener Knieverletzung feierte, dann umknickte und vom Feld musste. „Er wird uns wohl bis Weihnachten fehlen“, vermutet Wilms.

Lennart Wilms, SuS Scheidingen
Lennart Wilms ist Sportlicher Leiter beim SuS Scheidingen, als Spieler fehlt er dem SuS derzeit auch. © Wilms

Auch außerplanmäßige Abgänge dünnen den Kader aus: Semi Karakaya und Benedikt Brzozowski haben den Verein verlassen. „Das ist extrem schade für uns, aber wir haben uns im Guten getrennt“, sagt Wilms. Die fußballerischen und sportlichen Vorstellungen hätten einfach nicht mehr gepasst, sagt Sivaraj.

Ohnehin sei die Stimmung weiterhin gut. „Wir haben nie schlecht gespielt. Gegen Sassendorf oder Soest hätten wir trotz der Personalmisere punkten können“, so Wilms. „Es gab kaum ein Spiel, in dem wir nicht mithalten konnten“, lobt auch Sivaraj sein Team, das er Wochenende für Wochenende umbauen muss. „Wir haben sogar einige Punkte liegen lassen. Dafür stehen wir ja auch gut da“, verweist der Coach auf Platz zehn.

Kurzfristig sei eine Besserung nicht zu erwarten, befürchtet der Trainer: „Vielleicht wird es in drei oder vier Wochen besser.“ Danach könne man sich in die Winterpause retten. Dauerhaft soll die zweite Mannschaft nämlich durch Doppelbelastung nicht den Spielbetrieb der „Ersten“ aufrechterhalten, die habe ja ganz eigene Ambitionen.

Dass im Winter Neuzugänge präsentiert werden, schließt Wilms nicht aus. Allerdings verweist er auf die besonderen Umstände. „Die Ablösesummen, die Vereine einfordern können, sind im Winter höher. Außerdem ist es ja auch so: Wenn du im Winter den Verein wechselst, dann muss auch etwas Besonderes vorgefallen sein.“ Da müsse man von Fall zu Fall und Spieler zu Spieler abwägen, ob das denn passe.

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