Fußballer aus Bad Sassendorf

Fußball-Profi Lars Dietz: "Brutaler Unterschied, wenn keine Zuschauer da sind"

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In Köln war Lars Dietz klarer Stammspieler, zur Vorbereitung geht es für ihn nun erstmal zurück nach Berlin.

Die letzten Wochen war ziemlich anstrengend für Lars Dietz. Seit dem Re-Start der dritten Fußballliga hatte der 23-jährige Profi von Viktoria Köln fast keine freie Minute mehr. Ganze elf Spiele in 37 Tagen hatten der gebürtige Bad Sassendorfer und seine Kollegen zu absolvieren. Ein hartes Programm.

 „Jetzt bin ich froh, dass ich mal etwas Urlaub habe“, erzählt Dietz, der mit seiner Viktoria das Saisonziel Klassenerhalt souverän erreicht hat. „Das war für mich mit das Wichtigste in dieser Saison.“ Dazu hat er als Stammkraft in der Innenverteidigung des Aufsteigers einen großen Teil beigetragen. 

Dabei war es keine leichte Spielzeit für Dietz. Als Leihgabe von Bundesligist Union Berlin kam er erst im August nach Köln als die Dritte Liga bereits in vollem Gang war. Eine Vorbereitung zum Kennenlernen der neuen Kollegen gab es daher nicht, Dietz musste sich also schnell eingewöhnen. Aufgrund einer Verletzung fehlte er seiner Mannschaft dann auch noch einige Wochen, die Viktoria gewann zwölf Spiele am Stück nicht, rutschte so in Richtung der Abstiegszone. „Das war eine schlechte Phase“, erinnert sich Dietz. „Doch in der Rückrunde haben wir wieder richtig gut gespielt.“ So konnten die Kölner den Klassenerhalt vorzeitig eintüten.

Wichtige Siege nach dem Re-Start

Auch dank wichtiger Siege nach dem Re-Start, obwohl die Geisterspiele zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig waren. „Es ist schon ein brutaler Unterschied, wenn keine Zuschauer im Stadion sind“, sagt Dietz. „Wir hatten unser erstes Spiel beispielsweise in Braunschweig, wo normalerweise 25 000 Fans sind.“ Für solche Vereine, die viele Zuschauer bei ihren Heimpartien haben, seien die Geisterspiele durchaus ein Nachteil gewesen, glaubt er. „Das Publikum kann dich in bestimmten Situationen ja nochmal extra pushen“, denkt Dietz. 

Bei seiner Viktoria sei die Abwesenheit von Fans jedoch eher weniger ins Gewicht gefallen, immerhin kommen dort durchschnittlich „nur“ 3000 Zuschauer in den Sportpark Höhenberg. Dennoch hat Dietz die Zeit in der Domstadt sehr genossen. Die ist seit Samstag allerdings vorbei. Da absolvierte Dietz seine letzte Partie im Viktoria-Dress (ein 1:1 beim KFC Uerdingen), seine Leihe endete. „Wir haben uns gut voneinander verabschiedet. Ich habe auch ein kleines Präsent bekommen“, erzählt der 23-Jährige, für den es nun zu seinem Stammverein Union Berlin zurückgeht. 

Erneute Leihe keine Option

Wie es dort in der nächsten Saison für ihn weitergeht, weiß Dietz allerdings noch nicht. Eine erneute Leihe ist jedoch definitiv ausgeschlossen, da sein Vertrag im Sommer 2021 ausläuft. „Ich rechne derzeit mit allem“, sagt er. „Vielleicht bleibe ich auch in Berlin.“ Eine Chance, sich in der zweiten Liga zu beweisen, würde ihn allerdings auch sehr reizen. Doch bevor eine Entscheidung über seine nähere fußballerische Zukunft getroffen wird, steigt Dietz erstmal Ende Juli ins Mannschaftstraining bei Union ein. Ein Laufprogramm für die Urlaubszeit hat er schon bekommen. Die Füße kann der Bad Sassendorfer also auch nach Abschluss der sehr intensiven letzten Wochen nicht komplett hochlegen. „So hart ist das Programm aber auch gar nicht“, empfindet Dietz. „Manchmal absolviert man seine Laufeinheiten und dann hat man den Rest des Tages frei. Oder man muss noch etwas Kraftsport machen.“

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