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Kreisliga-Keller: Welver reicht Rote Laterne weiter, Günne sendet Lebenszeichen

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Von: Thomas Müller, Benedikt Schulte, Marcel Kroel

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Kreisliga-Kellerduell: RW Westönnen II - SV Welver 2:3
Der SV Welver (in grün) holte bei der Westönner Reserve einen wichtigen Sieg – und gab die Rote Laterne damit gleich an den Gegner ab. © Thomas Müller

Die halbe Kreisliga A bangt um den Klassenerhalt: Schlusslicht Welver und SuS Günne starteten mit neuen Trainern und Erfolgen ins Jahr. Auch in Hovestadt gelang ein Debüt.

Kreis Soest - Im absoluten Kelleduell hat der SV Welver bei RW Westönnen II gewonnen und die Rote Laterne weitergereicht. In einem weiteren Abstiegsgipfel fielen zwishen Niederense und Soest keine Tore. Ein Befreiungsbeschlag gelang Günne gegen die Sassendorder Reserve. Scheidingen holte Bonuspunkt in Körbecke und Neuengeseke muss sich nach Niederlage in Hovestadt Sorgen machen.

RW Westönnen II – SV Welver 2:3 (2:1).

Die Westönnern Reserve ist nach der Niederlage im absoluten Kellerduell wieder am Tabellenende angekommen. Für etwas anderes hatte sich RWW im Duell Vorletzter gegen Letzten aber auch nicht beworben. Denn die Mannschaft zeigte kein gutes Spiel, wie auch Trainer Klaus Borghardt niedergeschlagen einräumte: „Von der Mannschaft bin ich enttäuscht, kein Kampf, kein Biss. Von Anfang bis Ende war das nichts.“

Ganz anders die Stimmungslage beim SVW und seinem neuen Trainer Dennis Hohn: „Das war wie Abstiegskampf in der Bundesliga, es ging um Leben und Tod – wie zwischen Schalke und Stuttgart. Und wir waren Schalke“, zog er den Vergleich zum Bundesliga-Kellerduell.

Natürlich wusste auch Hohn, dass er und die Zuschauer kein Topspiel gesehen hatten, allerdings einen verdienten Sieger in der sehr engagierten Mannschaft des SV Welver. Der Sieg, die drei Punkte zum Pflichtspieleinstand könnten eine Initialzündung gewesen sein.

Hohn sieht sich und seine Arbeit bestätigt. „Die Umstellungen haben funktioniert. Wir spielen mit Dreierkette hinten heraus, haben das Zentrum dicht, können mit Tempo über die Außen kommen.“. Zu seinem Matchplan gehörte auch eine frühe Führung. Die gelang, auch wenn Westönnen durch zwei „Geschenke“ im Spielaufbau sich die Führung holte.

„Wir wissen selbst nicht, wie wir zu den Toren gekommen sind“, meinte RWW-Trainer Kai Luig. Mit den ersten Toren lief das auf beiden Seiten so, die Teams luden sich gegenseitig ein.

Kein Geschenk, dafür aber umstritten war der Siegtreffer. Westönnens Julian Mohr wurde aus kurzer Distanz gegen den Arm geschossen – alle Proteste vergebens. Markus Rokosa verwandelte sicher vom Punkt.

TuS Niederense – SVW Soest 0:0.

Für beide Teams war es ein Teilerfolg. „Wichtig war auch, dass die Null hinten stand“, sagten beide Trainer nach Spielende.

Niederenses Trainer Michael Gerbracht war vor allem mit der ersten Halbzeit seines Teams einverstanden. „Da haben wir das Spiel nicht gewonnen“, sagte er, weil Diekmann nur den Innenpfosten traf und Beilenhoffs Fernschuss die Latte streifte.

Aus der TuS-Überlegenheit im ersten Durchgang wurde nach Wiederanpfiff ein ausgeglichenes Spiel. Soest fand sich in neuer Konstellation nun besser zu Recht. „Da hatten wir sogar die besseren Chancen“, sagte Neu-Trainer Frank Petersmann. Glück hatte der SVW aber auch, als ein Elfmeterpfiff nach Faust-Foul von SVW-Keeper Harerimana gegen Hering ausblieb.

Das Unentschieden bringt zwar beide Mannschaften nicht nach vorne in der Tabelle, beide Trainer sahen aber mehr Positives als Negatives. „Für mich ist das eher ein Punktgewinn, da wir uns vor allem in der ersten Halbzeit erst einmal zurecht finden müssen“, so Soests Frank Petersmann.

Auch Gerbracht war halbwegs zufrieden: „Ich kann mit dem Punkt leben, wenngleich ich nicht total glücklich bin.“

SpVg Möhnesee – SuS Scheidingen 0:0.

Scheidingen nahm einen wichtigen Punkt mit. Es gab zwar viel Ballbesitz für die Gastgeber, aber keine Effektivität in Richtung des Tores. Die Sportvereinigung ließ den Ball in der Anfangsphase gut laufen, große Möglichkeiten konnten sich aber weder der Gast noch der Gastgeber erspielen. Es gab viele kleine Unterbrechungen und so entstand kein wirklicher Spielfluss. Die zweite Hälfte ähnelte der ersten. Keine großen Torchancen, viele Unterbrechungen, kein sehenswürdiges Kreisliga-A-Spiel.

Das sah auch Christopher Horstmann, Chefcoach der Matrosen, so: „Wir sind mit unserer Leistung nicht zufrieden, da hätte mehr drin sein können. Es war mehr oder weniger ‚will nicht gegen kann nicht’, der Schiedsrichter hat sein Übriges dazu getan.“

Tim Brans, Trainer des SuS Scheidingen, sieht das Remis als Bonuspunkt. „Das Unentschieden ist ganz klar gerecht. Es gab keine klaren Torchancen. Man hatte das Gefühl, wenn jetzt einer trifft, wäre es das gewesen. Jetzt kommen die wichtigen Aufgaben für uns.“

SuS Günne – BV Bad Sassendorf II 5:3 (1:2).

In letzter Zeit lief es für die Grün-Weißen Hausherren ziemlich bescheiden und so standen sie vor diesem Spiel auf einem Relegationsplatz. Auch am Sonntag sah es erst nicht deutlich besser aus.

Das Team von Jörg Fischer musste mehrmals gegen einen Rückstand kämpfen, schaffte am Ende doch noch den Befreiungsschlag. „Das heute war ein toller Start in ein neues Jahr und dass die Jungs drei Mal hinten lagen und trotzdem weitergekämpft haben, hat sie ausgezeichnet. Insgesamt denke ich, dass wegen der zweiten Hälfte das Spiel am Ende ein verdienter Sieg war”, sagte Fischer. Die Gäste sind nach einer Niederlage nach einem solchen Spiel natürlich verärgert und enttäuscht vom Ergebnis am Ende. „Wenn du dreimal führst, dann musst du eigentlich auch etwas mitnehmen”, sagte Trainer Jens Gieseke.

„Wir hatten das Spiel lange im Griff, kurz vor Schluss passieren individuelle Fehler und wir kassieren drei Tore. Insgesamt denke ich, dass ein Unentschieden in Ordnung gegangen wäre, weil wir das Spiel schon lange im Griff hatten.” Gegen Wickede hat Günne die nächste Chance, einen Schritt nach vorne zu machen. Die Gäste empfangen Büderich.

Germania Hovestadt – SC Neuengeseke 2:0 (0:0).

Gelungener Einstand für Neu-Trainer Kai Wintjes, der in Hovestadt in der vergangenen Woche von Daniel Rohde (gesundheitliche Gründe) übernahm.

Wegen Frost in der Nacht war es ein schwieriger Platz für die beiden Mannschaften. Dementsprechend sah das Spiel aus und hohe Bälle kamen häufig zum Einsatz. „Wir haben teilweise Glück gehabt. Anfang der zweiten Hälfte hatten wir dann fünf bis zehn gute Minuten, in denen wir die Tore machen, und dann schaffen wir es, das Spiel bis zum Ende durchzuziehen und die Punkte mitzunehmen”, sagte Wintjes.

Die Gäste wehrten sich lange gegen und hatten auch einige gute Chancen, doch nutzten sie die nicht. „Wir hatten die erste Halbzeit klar im Griff und hatten viele gute Chancen. Dann kommen wir unsortiert aus den Kabinen und kassieren die beiden Tore. Danach kommen wir wieder ins Spiel und kriegen den Elfmeter zugesprochen, den wir jedoch verschießen. Insgesamt haben wir uns gut reingehängt, aber unsere Chancen nicht genutzt und dann geht man leer aus”, sagte Gästetrainer Pietro Peters.

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