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Ballspielverein gegen Ballspielverein: ein Name - so verschieden - Vorfreude auf besonderes Derby

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Von: Michael Rusche

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Der BV Bad Sassendorf I steht an der Spitze der A-Kreisliga Soest, gewann unter anderem beim Verfolger SV Westfalia Soest II. Am Sonntag geht es in einem besonderen A-Liga-Spiel gegen die eigene Reserve. © Sebastian Heinke

Derselbe Name, derselbe Verein - und doch so unterschiedlich: Was sie gemein haben: BVS I und BVS II freuen sich auf das nicht alltägliche Duell in der Kreisliga A Soest.

Bad Sassendorf – Ein ganz besonderes Spiel geht am Sonntag in Bad Sassendorf über die Bühne. Denn dass zwei Mannschaften eines Vereins in der A-Kreisliga Soest gegeneinander spielen, ist sicherlich nicht alltäglich, sondern die große Ausnahme. Umso größer ist beim BV Sassendorf die (Vor-)Freude, dass sich erste und zweite Garnitur zum Derby gegenüberstehen (Sonntag, 15 Uhr).

„Die zweite Mannschaft in der A-Kreisliga zu haben, ist ein schöner Erfolg“, sagt BVS-Geschäftsführer Benjamin Bußmann, „die Truppe erntet die Früchte der vergangenen Jahre.“ Ebenso schön sei es zu sehen, dass der Aufsteiger auch gut mithalten kann, wie zuletzt beim 3:1-Heimsieg über den Tabellendritten SV Westfalia Soest II zu sehen war. „Jens Gieseke als Trainer leistet sehr gute Arbeit“, so Bußmann, der auch die Co-Trainer Eddy Gerard und Mirko Pajonk, der lange Co-Trainer auch in der „Ersten“ war, nicht vergisst.

BVS I vs. BVS II: Erfahrene Spieler in zweiter Mannschaft

Die zweite Mannschaft verfüge über viel Qualität mit erfahrenen Leuten wie Daniel Hoffmann, Thomas Mattheissen, Alexander Wandzioch, Raphael Tyrala, Michael Pajonk, Dennis Beckmann und Sebastian Tyrala, der am Sonntag aber wohl fehlen werde. Auch Manuel Weindorf helfe hin und wieder aus. „Es ist schön, dass viele alteingesessene Sassendorfer in der Reserve spielen, die vorher in der ersten Mannschaft waren“, sagt Bußmann, der aber auch die gute Mischung lobt. Denn aus der A-Jugend seien Spieler wie Marcel Kipp aufgerückt, „die eine gute Rolle spielen“. „Schade, dass Thorsten Lipphardt sich vergangene Woche schwer verletzt hat, er hat auch lange in der Ersten gespielt“, werde aber der Torwart der Reserve fehlen am Sonntag. Insgesamt lobt der Geschäftsführer die Zusammenarbeit zwischen Erster und Zweiter.

Auch ein Duell der Brüder

Nicht nur ein Vereinsduell steigt am Sonntag, sondern auch noch ein Bruderduell. Denn in der zweiten Mannschaft des BVS spielt Alexander Wandzioch (34 Jahre), in der ersten Yannik Wandzioch (24). Diese beiden Spieler dürften noch motivierter in die Partie gehen als der Rest ihrer jeweiligen Mannschaft.

„Das Ziel gibt der Trainer aus“, sagt Bußmann, der sich über das bisher gute Abschneiden des Aufsteigers freut. Es sehe gut aus in Richtung Klassenerhalt und das freue den ganzen Verein. Und: „Die Mannschaft spielt einen guten Fußball,“ lobt Bußmann.

Noch mehr kann man das sicher von der ersten Mannschaft sagen, die ambitioniert in die Saison ging unter dem neuen Trainer Luigi Brusciano. Der BVS I führt nach neun Spieltagen die Tabelle an, punktgleich mit dem SC Lippetal. „Mit der ersten Mannschaft sind wir auch sehr glücklich, Luigi leistet da sehr gute Arbeit“, sagt Bußmann, der auch Mike Tyrala und Björn Polzin in diesem Zusammenhang nicht vergisst. „Alle ziehen an einem Strang“, erfreuen ihn die Tabellenführung und das sehr gute Auftreten des gesamten Teams. Der gesamte Vorstand habe sich im Vorfeld der Saison viele Gedanken zur Kaderplanung gemacht und werde nun belohnt. „Klasse ist auch, dass Nils Dietz nach seiner Verletzung wieder reinkommt, die er noch aus der Vorsaison von Westfalia Wickede mitgebracht hat“, freut sich Benjamin Bußmann, dass der Rückkehrer aus der Westfalenliga wieder mitmischen kann „mit seiner riesigen Qualität“.

BVS I vs. BVS II: „Sehen uns als Gemeinschaft“

„So ein Spiel hat es bei uns noch nicht gegeben“, erklärte der BVS-Geschäftsführer nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden Volker Stein vor dem internen A-Liga-Duell. Beide Trainer hätten im Vorfeld signalisiert, dass die Gesundheit vorgeht; es soll bloß keine Verletzungen im Vereinsderby geben. „Beide Teams sind gut drauf und die Jungs sollen Spaß haben“, sei die Marschroute für den Sonntag. Natürlich gebe es keine Einwirkung des Vorstands auf den Ausgang des Spiels, „der bessere möge gewinnen.“ Auf der anderen Seite merke er schon ein gewisses Feuer im Verein, denn „wer kann schon so ein Spiel haben?“

Letzte vereinsinterne Duelle in Hultrop

Am 13. Mai 2001 stieg die zweite Mannschaft von SW Hultrop mit 61 Punkten und 49:25 Toren in die A-Liga auf. „Der größte Erfolg nach der Gründung der zweiten Mannschaft 1972 war perfekt“, so Andreas Sändker, ehemals Pressewart bei den Lippetalern. „Der Anzeiger überschlug sich mit Meldungen wie: „Oldies und Goldies“. Lag doch der Altersdurchschnitt bei über 30 Jahren.“ In der ersten Saison erreichte die erfahrene Truppe einen ausgezeichneten fünften Platz. „Leider kam nach der zweiten Saison der Abstieg. Es fehlte nur ein Punkt zum Relegationsspiel um den Klassenverbleib. So waren zwei Mannschaften von einem Verein in der A-Liga zeitgleich“, verweist Sändker darauf, dass es schon vor dem Spiel am Sonntag zwischen erster und zweiter Mannschaft des BV Sassendorf zu einem vereinsinternen Duell im Kreisoberhaus gekommen war.

Nach dem Spiel sollen sich die beiden Mannschaften dann zusammensetzen und gemeinsam feiern – egal, wer gewonnen hat (wenn es einen Sieger gibt). Der Vorstand werde schon für Speis und Trank sorgen, „wir sehen uns als völlige Gemeinschaft.“ Ob dann am Ende der Saison Klassenerhalt der Zweiten und Aufstieg der Ersten gefeiert werden können? Hier wie da sieht es im Moment gut aus. „Zu einem Aufstieg gehört aber viel dazu“, weiß Bußmann als selbst lange aktiver Kicker der ersten Mannschaft natürlich. „Da braucht man auch Glück mit Verletzungen und das hatten wir nach Corona nicht“, blickt er zurück auf die vergangene Spielzeit.

Bußmann selber spielte vergangene Saison noch in der ersten Mannschaft, ist im Moment aber privat wie beruflich stark eingespannt und spielt nicht mehr. „Da juckt es in den Füßen“, sagt er vor dem internen Duell, beklagt aber einen zu großen Trainingsrückstand, um mitspielen zu können...

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