Fehlstart für schwachen STV: 29:31 gegen TSG A-H Bielefeld

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Deutlich ins Straucheln gerieten die Soester im ersten Saisonspiel. Hier hat Kapitän allerdings eines von vielen härteren Fouls der Bielefelder einstecken müssen. Der STV-Leader war mit zehn Toren bester Soester Schütze.

Soest - Fehlstart für den STV. Im ersten Oberliga-Spiel nach zwei Jahren in der 3. Liga hat der Soester TV eine verdiente Heimniederlage gegen eine unangenehme, aber auch clever agierende TSG Altenhagen-Heepen kassiert. Die Gäste aus Bielefeld erwiesen sich beim 31:29 (17:18)-Erfolg in der Soester Bördehalle schlichtweg als abgezockter.

„Wir müssen zum Sieg gratulieren“, meinte STV-Trainer Dirk Lohse nach Spielschluss zähneknirschend. Und verwies dabei auf die Spielweise der Gäste: „Sie sagen selber, dass sie das schlau gemacht haben.“ Fiese taktische Winkelzüge: Zeitspiel zum richtigen Zeitpunkt, einige harte Fouls, die nicht alle mit Zeitstrafen bedacht wurden. Sportlich clever: nah am passiven Spiel, doch wenn es darauf ankam, doch noch mit einem ordentlichen Abschluss. Nahm Soest Tempo auf, folgten lange Angriffe der Gäste. In Kombination mit Schiedsrichtern, die es nicht unbedingt schlecht mit der TSG meinten, passte das den Gästen ins Komzept.

Doch der Spielweise der Gäste allein die Verantwortung zuzuschieben, wäre zu wenig. „Wir haben selber auch nicht gut gespielt und haben auch nicht gut gedeckt“, meinte Lohse. Insbesondere mit der Abwehrmitte konnte er nicht zufrieden gewesen sein.

Gerade in der zweiten Hälfte, als das Spiel in die entscheidende Phase ging, hatten die Gäste einfach die besseren Lösungen. Weil aus dem Soester Rückraum nicht mehr viel kam, eine Reihe von Pfiffen gegen den STV ausfielen – insbesondere beim Kreisläuferspiel mit Anton Schönle hätte es den ein oder anderen Siebenmeter mehr geben dürfen – verlor Soest vorne an Qualität.

Hinten hatten die Gäste die Schwachstelle der Soester ausgemacht, fanden immer wieder Carl-Moritz Wagner am Kreis, der Zeitstrafen und Siebenmeter zog oder selber traf. So verlor der STV, dem zwischen der 40. und 50. Minute nur zwei Tore gelangen, die knappe Zwei-Tore-Führung, lag zehn Minuten vor dem Ende plötzlich mit fünf Toren hinten (24:29; 49.). Ein letzter Kraftakt, eine offensiver Deckung; mehr als auf ein Tor kam Soest nicht mehr heran.

Handball Oberliga: Soester TV - TSG A-H Bielefeld

Dabei hatten die Soester gut begonnen. Ein erster Ballgewinn in einer noch gut stehenden 6:0-Deckung, ab ging die Post. Vukoja mit dem langen Ball auf Robin Bekel, der den ersten Gegenstoß der Saison zur ersten Führung nutzte. Da war das Tempospiel, auf das der STV in der 3. Liga zuletzt nicht mehr so häufig gesetzt hatte. Und damit war auch schon Stimmung in der Halle.

Vor allem auch, weil der STV zunächst einen Glanzpunkt nach dem anderen setzte. Axel Loer knallte aus dem Rückraum, Max Loer überzeugte im Eins-gegen-Eins und mit guter Quote „vom Punkt“. Dazu schoss sich Neuzugang Kim Voss-Fels, insgesamt siebenfacher Torschütze, vor der Pause heiß. Soest lag zunächst immer vorne, aber die Bielefelder blieben im Spiel. Durch gute Einzelaktionen – Schulz oder Leon Prüßner erzielten gemeinsam 15 Tore. Oder weil es ihnen die Soester manchmal zu leicht machten: Ballverluste in den kompletten 60 Minuten und eine immer weniger zupackende Deckung forderten ihren Tribut. Beim 13:14 (23.) lagen die Gäste erstmals vorne, führten gar mit 16:14 (26.). Soest schlug noch einmal zurück, nutzte eine Überzahl gnadenlos aus: Max Loer per Siebenmeter und Luis Gran und Axel Loer mit Treffern vom eigenen Kreis ins Bielefelder Tor holten die Führung noch vor der Pause zurück. Doch an solche Überzahlsituationen und Ballgewinnen mangelte es nach der Pause.

Das Spiel in der Statistik

Soester TV: Muhr, Lichtenegger; M. Loer (10/6), A. Loer (4), K. Voss-Fels (7), R. Bekel (1), Haake, Schnorfeil (1), Picht, Wolff (1), Schönle, Vukoja, Gran (5), Nöh, Brauckmann.

TSG Altenhagen-Heepen: Welge, Schiemann; Schumann, Schmidt (2), Schuwerack, Wagner (4), N. Prüßner (2), Fröbel (1), Schneider, Strathmeier (2), Kirsch (2), L. Prüßner (5), Schulz (10/4), Sewing (3).

Spielfilm: 1:0 (1.), 3:1 (3.), 5:5 (8.), 9:6 (13.), 12:10 (19.), 13:12 (22.), 13:14 (23.), 14:16 (26.), 17:16 (28.), 18:17 (30.) – 18:19 (32.), 21:19 (36.), 22:22 (40.), 23:26 (45.), 24:29 (49.), 28:29 (56.), 29:30 (59.), 29:31.

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