SC Fatihspor in Startlöchern: Neuer Fußball-Verein in Werl

Nedim Yigit zog im Vorfeld der Gründung des SC Fatihspor Werl die Fäden, präsentiert hier die Satzung.
+
Nedim Yigit zog im Vorfeld der Gründung des SC Fatihspor Werl die Fäden, präsentiert hier die Satzung.

Werl - Sechs Jahre nach dem Aus des SV Türkgücü Werl wird es im Sommer wieder einen Fußballverein mit türkischen Wurzeln in der Wallfahrtsstadt geben. Der SC Fatihspor Werl 2016 steht in den Startlöchern. Sobald es grünes Licht vom Amtsgericht gibt, wird der neue Verein beim FLVW-Kreis registriert und im August in der neuen Kreisliga D in Spielgeschehen eingreifen.

Nedim Yigit, in Werl als Vorsitzender des Integrationsrats der Stadt kein Unbekannter, zieht im Vorfeld des Starts der neuen Mannschaft als Vorsitzender die Fäden. Er war im Winter von einer großen Schar fußballbegeisterter junger Leute mit zumeist türkischem Hintergrund angesprochen worden, ob er sich engagieren könnte für die Gründung eines neuen Vereins. „Wenn man um Hilfe gebeten wird von jungen Leuten, kann man denen nicht den Rücken zukehren“, war Yigit spontan bereit, seine Kenntnisse einzubringen.

Im Nu war eine Versammlung organisiert und der SC Fatihspor aus der Taufe gehoben. 23 Mitglieder waren dabei, das Potenzial ist Yigit zufolge in etwa doppelt so groß. Jetzt müssen die Formalitäten erledigt werden, um die Eintragung ins Vereinsregister über die Bühne zu bringen. Dann kann der Ball unter der neuen Flagge rollen, hat doch der scheidende Kreisvorsitzende Franz-Josef Jochheim im Gespräch mit Yigit schon seinen Segen erteilt.

19 Spieler würden zur Verfügung stehen, wenn im Juli – wahrscheinlich auf dem Höppe-Kunstrasenplatz – das erste offizielle Training über die Bühne gehen kann. Auch einen Trainer haben die Organisatoren, zu denen als 2. Vorsitzender Isa Sari und als Kassenwart Hakan Tasseten gehören, schon an der Angel. Einen Namen nennen will Yigit aber erst, wenn das Amtsgericht seinen Segen zur Gründung gegeben hat.

Treffen der Fatihspor-Gründer war in den Räumlichkeiten an der Moschee in der Steinerbrücke in Werl. Der neue Verein will aber völlig unabhängig sein von der Moschee. „Es soll kein islamischer oder türkischer Verein sein. Wir sind offen für alle Nationalitäten und Religionen“, verdeutlicht Yigit. So sieht er den SC Fatihspor auch nicht als Nachfolgeverein des SV Türkgücü.

In der kommenden Saison will der Club zunächst mit einer Herrenmannschaft anfangen. Darin sollen auch zwei Flüchtlinge integriert werden, die schon Interesse signalisiert haben. Wenn das erste Jahr erfolgreich verläuft, ist die Gründung einer Minikicker-Mannschaft geplant. Auch schwebt dem SC Fatihspor die Bildung einer Mädchen- oder Frauenmannschaft vor. An Interessentinnen mangelt es laut Yigit nicht.

Ganz wichtig ist dem Vorsitzender, der selber in den 70er-Jahren in der Jugend bei Preußen Werl, damals an der Hammer Straße, im Tor gespielt hat, dass es dem neuen Verein gelingt, Zeichen zu setzen. „Wir wollen als ersten Pokal den Fair-Play-Preis gewinnen“, will der SC Fatihspor der landläufigen Meinung über türkische Fußballvereine entgegentreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare