Kreis Soest

Erste Bezirksligisten starten mit Teamtraining in Kleingruppen - andere Klubs warten ab

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Sönners Trainer Achim Hering.

Kreis Soest – Die einen warten noch ab, die anderen sind unter besonderen Bedingungen zu Zeiten der Corona-Pandemie wieder ins lockere Teamtraining eingestiegen.

Während beim Fußball-Bezirksligisten TuS SG Oestinghausen seit diesem Dienstag unter der Anleitung von Trainer Dierk Meincke der Ball wieder rollt, müssen der Landesligist SV Hilbeck und auch der SGO-Bezirksliga-Rivale SC Sönnern noch warten, bis sie ins lockere und gemeinsame Teamtraining gehen.

„Wir haben am Samstag mit dem Vorstand und allen Abteilungsleitern zusammen gesessen, um zu schauen, wie wir wieder ins Training einsteigen können“, sagt der SGO-Vorsitzende Marco Hölscher.

 Dabei sei schnell klar gewesen, dass die Kinder und Jugendlichen vorerst nicht wieder gemeinsam trainieren sollen. „Da wären zu viele auf der Anlage. Da nicht einmal die Schulen wissen, wie sie damit umgehen sollen, warten wir ab. Und auch mit den Ratschlägen halten sich der Landessportbund und der FLVW ja zurück“, sagt Hölscher. Deshalb habe die SGO die Verordnungen der Landesregierung als Grundlage genommen.

Dierk Meincke (rechts) lässt beim Bezirksligisten TuS SG Oestinghausen wieder trainieren – natürlich ohne Körperkontakt.

 Entschieden wurde, dass die erste Mannschaft quasi den Testbetrieb wieder aufnimmt – „unter dem Einhalten der gesamten Regeln. Und wir wollen ja auch nicht nur, dass das Virus sich nicht weiter ausbreitet, sondern sich die Infektionszahlen weiter verringern“, sagt Hölscher. So trainierte am Dienstag eine Gruppe mit zehn Spielern, davon jeweils fünf pro Hälfte – und am Mittwoch eine weitere. 

„Die Jungs haben ihren Spaß. Aber das kann man auch nur zwei Wochen machen“, sagt Oestinghausens Trainer Dierk Meincke. 

Denn aktuell würden Passfolgen und das Schlagen von langen und weiten Bällen geübt sowie Flanken mit anschließendem Torschuss. Aber auf Dauer? Die Spieler würden dabei einen Mindestabstand von fünf statt nur zwei Metern halten – wegen der Tröpfchenbildung durch das intensivere Atmen und Schwitzen. Zudem mussten sich die Spieler vor dem Training die Hände waschen, kamen umgezogen zum Platz und überall wurden Desinfektionsspender aufgestellt. Zudem habe jeder Spieler seinen eigenen Bereich für seine Trinkflasche. 

Mehr Einheiten zu organisieren

„Für mich ist das extremer Aufwand“, sagt Meincke. Denn statt zwei Trainingseinheiten pro Woche wie sonst mit dem Team hat er nun vier Einheiten pro Woche mit Kleingruppen zu organisieren und mit Inhalt zu füllen. 

So weit sind sie beim Bezirksliga-Rivalen SC Sönnern noch nicht. SCS-Trainer Achim Hering will in der kommenden Woche mit den lange verletzten Spielern wieder leicht anfangen, damit diese ihren Rückstand aufholen. Das sind die Rekonvaleszenten Guido Wallow (hatte Probleme an der Patellasehne), Jan Junker (nach seinem Bänderriss), Sven Langenhorst (hatte nach seiner Wirbelsäulenverletzung in dieser Saison noch gar nicht gespielt), Leo Wagner (Knöchelprobleme) und Nico Schüngel. „Der eine oder andere aus dem Team hat gesagt, ich würde da gerne auch mitmachen“, erklärt Sönnerns Trainer. Dabei will er fußballspezifische Übungen machen, etwa Ausdauerläufe mit Richtungswechseln und Kraftübungen. 

Von einer Trainingsaufnahme unter Einschränkungen hält Hering nicht viel. „Entweder ganz oder gar nicht“ – und schaut hoffungsvoll auf den 30. Mai, wenn Mannschaftstraining für Fußballer unter Einschränkungen, aber durchaus mit Kontakt, wieder erlaubt sein soll. Ab wann er sein Team auf die neue Saison vorbereiten kann, weiß Hering nicht. „Das hängt auch davon ab, wie der fahrlässige Versuch mit dem Start der Bundesliga einschlägt – daran werden sich die Amateure orientieren.“ 

Grillabend mit Abstand

Beim Werler Ortsrivalen SV Hilbeck gibt es am kommenden Dienstag einen Grillabend mit Abstandsregeln – bei dem wollen die Spieler und das Trainerteam um Heiko Hofmann besprechen, wie und in welcher Form das Training wieder aufgenommen werden kann. 

Akut wird das nicht, weil die Stadt Werl derzeit noch alle Fußballplätze gesperrt hat. „Wir wollen uns dann mit der Mannschaft verständigen und etwas auf freiwilliger Basis anbieten. Ein richtiges Training wird es ja nicht geben, weil die Meisterschaft ad acta gelegt worden ist“, sagt der SVH-Coach. 

Auch mit Blick auf die Vorbereitung auf die neue Saison sollen die Gespräche geführt werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das in zwei Blöcken machen mit einer Pause dazwischen. Ich glaube, dass es frühestens im September mit der neuen Saison weiter geht, ich erwarte aber auch eher Ende September.“ Dass die neue Spielrunde dann reibungslos laufen wird, glaubt Hofmann nicht. „Sie wird wohl immer mal wieder unterbrochen werden. Ich hoffe aber, dass es im Herbst keine zweite Welle geben wird“, blickt Hofmann sorgenvoll auf die Entwicklung der Corona-Pandemie im Laufe diesen Jahres. 

Auch wenn in Oestinghausen schon wieder trainiert wird, weiß Trainer Meincke darum, dass seine Spieler ihre Motivation auch daraus ziehen, dass sie auf die Austragung der beiden ausstehenden Kreispokal-Halbfinals hoffen. Dort tritt die TuS SG beim A-Kreisligisten BW Büderich an. „Schön wäre, wenn diese beiden Runden inklusive Finale noch im Juni stattfinden könnten“, hofft Meincke – so hätte das Training auch ein Ziel...

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