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Ersatzgeschwächter STV begeistert beim Derbysieg gegen Hamm

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Von: Thomas Müller

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Nur mit harten Fouls zu stoppen war Luis Gran. Der Soester Spielmacher glänzte mit guten Anspielen und starken Abschlüssen. Außerdem war er „vom Punkt“ eine Macht, verwandelte acht Siebenmeter bei acht Versuchen. - Fotos (2): Niggemeier
Nur mit harten Fouls zu stoppen war Luis Gran. Der Soester Spielmacher glänzte mit guten Anspielen und starken Abschlüssen. Außerdem war er „vom Punkt“ eine Macht, verwandelte acht Siebenmeter bei acht Versuchen. - Fotos (2): Niggemeier

Soest - Zufrieden war Trainer Dirk Lohse nicht nach dem 29:25 (15:15)-Derbysieg seines Soester TV im Oberliga-Derby gegen die SG Hamm. Er war vielmehr „begeistert von unserer Leistung in der zweiten Halbzeit“.

Die Vorzeichen waren nämlich alles andere als gut gewesen für den STV. Kapitän Max Loer spielte grippekrank nur ein paar Minuten in der Schlussphase. Fabian Schnorfeil war ebenfalls nicht dabei. Auch kein Voss-Fels war auf dem Spielbericht zu finden, Yannick Nöh weiterhin verletzt.

„Das war so sicher nicht zu erwarten“, meinte Lohse, der mit Eike Staubach aus der Reserve sowie Jan Franke und Jannis Falkenberg, die erst verspätet vom A-Jugendspiel kamen, das Team auffüllte.

In der Anfangsphase sah es nach einem klaren Missmatch für die Soester aus. Mangels Alternative schickte Trainer Lohse einen „kleinen Rückraum“ ins Rennen gegen eine massive Hammer 6:0-Deckung. Schönle, Gran und Bekel standen Jungemann, Weßeling, Weigel und Schrage gegenüber, die sich anfangs nicht nur gut um Kreisläufer Vukoja kümmerten, sondern auch allesamt einen Kopf größer waren als die Soester.

So tat sich Soest in den ersten zehn Minuten sehr schwer, während Hamm viele einfache Tore über erste und zweite Welle oder aus dem Rückraum erzielte. Die SG führte durch Marius Schrages Tor nach vier Minuten mit 3:1, Phil Schrage erhöhte bald auf drei Tore (3:6; 10.). Hamm war jedoch nicht in der Lage, diesen Drei-Tore-Vorsprung auszubauen, weil sich die Soester doch immer wieder durchwurschtelten und bald Sicherheit gewannen. Luis Gran setzte seine Mitspieler immer wieder gut in Szene, beispielsweise erzielte Picht wichtige Tore von Rechtsaußen oder Axel Loer wurde von Linkaußen herumgeholt.

Je mehr Sicherheit Soest vorne bekam, desto weniger einfach hatte es Hamm, denn nun standen die Soester auch hinten besser. Picht und optional Bekel engten den Spielraum von Weßeling, Jungemann und Schrage gut ein. Nach zwanzig Minuten traf Gran per Siebenmeter zum Ausgleich (9:9).

Hamm begann zu hadern. Mit sich, weil vorne die Ideen ausgingen; und mit den Schiedsrichtern, weil die einige merkwürdige Entscheidungen in der Phase vor der Pause gegen Hamm trafen. Insgesamt machten sich die Unparteiischen Heywinkel und Korte aber auf beiden Seiten nicht viele Freunde.

Soest wusste die Unruhe auf jeden Fall zu nutzen. Axel Loer sorgte mit einem Treffer in die kurze Ecke für die erste Soester Führung (11:10) und einen Torwartwechsel bei Hamm: Krömer löste Mechelhoff ab. Doch auch der hatte nicht viel zu halten, weil Soest meist aus der Nahdistanz zum Abschluss kam.

Wenig später erhöhte Gran erstmalig auf zwei Tore für Soest (14:12). Doch Hamm bewies Moral, erkämpfte sich den Gleichstand zur Pause durch Tore von Weßeling und Mrcela.

Nach der Pause legte die SG zwar noch mehrfach eine Führung vor, Lohse schickte aber von nun an regelmäßig einen siebten Feldspieler mit nach vorne. Die Rechnung ging auf, erzielte Hamm doch nur einen Treffer ins leere STV-Tor, gleichzeitig spielte Soest permanent in Überzahl und zog so das Kreisläuferspiel besser auf, von dem insbesondere Anton Schönle profitierte.

Das Spiel blieb weiter so lange offen, weil die Soester immer mehr in Spiellaune kamen, während die Hammer von der Wurfgewalt im Rückraum profitierten. Weßeling sorgte elf Minuten vor Schluss aus dem Rückraum allerdings für den letzten Gleichstand (22:22). Danach aber steigerte sich Muhr im Soester Tor, der in den letzten acht Minuten nur noch zwei Tore zuließ und unter anderem zwei Siebenmeter von Weßeling und Jungemann entschärfte. 

Auch eine Zeitstrafenflut auf beiden Seiten brachte die Soester jetzt nicht mehr aus der Spur. Nach Weigels Anschlusstreffer zum 25:24 (54.) schossen Gran, Axel Loer, Bekel und Schönle den Soester TV mit vier Toren in Serie zum verdienten Derbysieg.

Statistik

Soester TV: Lichtenegger, Muhr; Gran (11/8), Wolff, Falkenberg (1), A. Loer, Picht (2), Vukoja, Schönle (5), Staubach, Bekel (3), Franke, M. Loer (7).

SG Handball Hamm II: Mechelhoff, Krämer; Weßeling (9), Weigel (3/1), Jungemann (2/1), M. Schrage (5), Black, Pretzewofsky, P. Schrage (1), Saalmann (2), Wienczek (2/2), Mrcela (1).

Spielfilm: 1:3, 3:5, 5:7, 9:9, 11:10, 14:12, 14:14 – 15:16, 18:18, 20:18, 22:22, 25:24, 29:24, 29:25.

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