VFA empfiehlt: Saisonabbruch bei Amateur-Fußballern mit Aufsteiger, aber ohne Absteiger: SV Hilbeck darf jubeln

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Die Hilbecker dürfen sich wohl über den Klassenerhalt freuen.

Kreis Soest - Die aktuellen Spielzeiten in den heimischen Fußball-Ligen werden abgebrochen und gewertet. Dieser Schluss dürfte nicht zu gewagt sein, da der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) in einer Pressemitteilung bestätigte, dass der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) die Empfehlung einer Saisonwertung aussprechen wird.

Die Überlegung wird vorsehen, dass die Saison gewertet wird – also nicht annulliert – und dass es Aufsteiger, aber keine Absteiger geben wird.

Über die Empfehlung des VFA wird das Präsidium am Dienstag, 5. Mai, beraten. Am 11. Mai tauschen sich die Mitglieder der Ständigen Konferenz – die sich aus den 29 Kreisvorsitzenden und den acht Präsidiumsmitgliedern zusammensetzt – aus. Auf einem außerordentlichen Verbandstag im Juni wird diese Empfehlung zur finalen Abstimmung gestellt und bindend sein. Dieser Akt sollte jedoch reine Formsache sein, schließlich waren sämtliche Klubs und Kreischefs in den Entscheidungsprozess eingebunden. Vorab hatte der VFA mehrere Videokonferenzen mit den Vereinen vorgenommen sowie ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

„Die zuständigen Rechts-Experten haben ganz klar formuliert, dass ein Saisonabbruch – auch bei höherer Gewalt wie der Corona-Pandemie – nicht zum Nachteil der Vereine gewertet werden soll“, sagt FLVW-Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders. Der Verband sieht sich damit gegenüber möglichen Klagen von Klubs oder Sponsoren gewappnet. Eine komplette Annullierung der Saison 2019/20 ist demzufolge keine Option mehr. Der VFA wird deswegen eine Wertung der Spielzeit mit Aufsteigern vornehmen. Wie diese final aussehen wird, steht aktuell noch nicht fest, heißt es in der Pressemitteilung.

A-Kreisligist TuS Schwefe atmet auf

Mit einer entsprechenden Wertung der Saison war zu rechnen, erklärt Björn Wittchen, sportlicher Leiter von Landesligist SV Hilbeck, dementsprechend „bin ich auch nicht überrascht“. Hilbeck belegte sowohl zur Winterpause als auch in der aktuellen Tabelle einen Abstiegsplatz, profitiert also von der Nicht-Abstiegs-Regel des Verbandes. „Die Landesliga ist in Gesprächen mit Spielern natürlich auch immer ein Pfund“, sagt Wittchen, der froh über den wahrscheinlichen Klassenerhalt ist, und ein Blick auf die laufende Kaderplanung wirft. Mit der zusätzlichen Landesliga-Staffel – es wird vier statt fünf geben – könnte sich der SV Hilbeck anfreunden, wenn er künftig mit den Vereinen aus dem nahegelegenen Hamm in einer Staffel spielt. „Wir haben viele Spieler aus Hamm“, ergänzt Björn Wittchen.

Der TuS Schwefe darf als Vorletzter der Kreisliga A auch aufatmen. Nach dem Rückzug des TuS Echthausen im Laufe der Hinrunde lag das Team von Trainer Frank Fischer mit zwei Punkten sieglos auf dem vorletzten und 15. Tabellenplatz. „Für uns ist es glücklich gelaufen, weil wir in höchster Abstiegsgefahr waren“, sagt Fischer. Denn nur wenn SW Hultrop als 13. der Bezirksliga 7 noch abgestiegen wäre, hätte es einen weiteren Kreisliga-Absteiger gegeben – nach derzeitigen Stand wäre das der TuS Schwefe. Nach dem mutmaßlichen Klassenerhalt glaubt Fischer, „dass die nächste Saison für uns deutlich härter wird“.

Dass die Meisterschaftsfrage der Kreisliga A mit den drei Anwärtern BV Bad Sassendorf (42 Punkte/18 Spiele), SF Oestinghausen (41/17) und TuS Wickede/Ruhr (36/16) weiter offenbleibt, kommentiert Fischer so: „Dem Brisantesten sind sie damit erst einmal aus dem Weg gegangen. Aber ich möchte auch nicht in deren Haut stecken.“

"Es wird Härtefälle geben"

„Wir werden uns alle Ligen genau anschauen und natürlich versuchen, die Empfehlungsgrundlage so fair wie möglich für die potenziellen Aufstiegskandidaten zu gestalten. Aufgrund einiger besonderer Situationen in einzelnen Staffeln wird es leider Härtefälle und Vereine geben, denen wir nicht gerecht werden können“, kündigt der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn an. Fest steht bereits, dass der VFA für die neue Saison die Bezirksliga-Staffeln aber von zwölf auf 14 erhöhen wird.

In der Kreisliga B würden die beiden Schlusslichter TuS Bremen II und BSC Weslarn die Klasse halten.

In der C-Kreisliga müssten der TuS Ampen und SG Oestinghausen II nicht absteigen, wenn der Verbandstag die Regelung abnickt. Felix Klein ist sportlicher Leiter bei SGO und hat auch kurz vor der Winterpause das Traineramt der Reserve übernommen. „Als Trainer habe ich noch kein Pflichtspiel gemacht, die drei möglichen Spiele sind ausgefallen“, sagt er erleichtert. Er will in der nächsten Saison als Trainer dafür sorgen, dass es in ruhigere Fahrwasser geht und die Bezirksliga-Reserve nicht wieder zittern muss – selbst bei einem vorzeitigen Abbruch.

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