21-Jähriger Eisschnellläufer vom ESV Möhnesee-Soest trainiert in Berlin

Max Reder steht wieder auf dem Eis

Max Reder hat das Training  wieder aufgenommen.
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Max Reder hat das Training wieder aufgenommen.

Berlin – Das kann im Moment sicher nicht jeder Sportler von sich behaupten. Denn für die meisten hat Corona ja nur den Lockdown mit sich gebracht. Aber für den Soester Eisschnellläufer Max Reder fing das neue Jahr schon sehr gut an. Denn nach wenigen Tagen konnte er in Berlin, seiner aktuellen Heimat, endlich mal wieder auf das geliebte Eis. Das war für ihn ein Dreivierteljahr nicht drin, litt er doch unter massiven Rückenproblemen.

Über die Feiertage weilte Max Reder bei seiner Familie, am 4. Januar ging es für den 21-Jährigen wieder nach Berlin. Nur zwei Tage später schien die schnelle Rückkehr ins Training und auf das Eis fast schon unmöglich, denn seine Mutter berichtet ihm telefonisch von einem möglichen Kontakt mit einem Corona-Infizierten. „Ich habe schnell einen PCR-Test machen lassen und der war negativ“, konnte Reder aber schnell wieder auftatmen – und wieder ins Training einsteigen.

Los ging es wie in den vergangenen Monaten mit Athletik-Training, um den lädierten Rücken weiter zu stärken. Aber schon am folgenden Wochenende gelang die heiß ersehnte Rückkehr auf das kalte Eis. „Ich habe ganz langsam ein paar Runden gedreht, um wieder das Gefühl für das Eis zu bekommen“, durfte der Wahl-Berliner wieder strahlen. Auch musste er seinen Rücken wieder an die gebückte Position gewöhnen. „Das war für das erste Mal gleich wieder extrem gut. Ich war erstaunt, dass ich nach der langen Pause das Eis-Gefühl wieder so da war“, freute er sich, „das hat gleich wieder sehr viel Spaß gemacht. Das hat mir wieder sehr gut gefallen!“

Trotz der Euphorie bei der Rückkehr auf die Bahn: Übertreiben will es Max Reder, der immer noch für seinen Stammverein ESV Möhnesee-Soest startet, in den nächsten Wochen und Monaten auf keinen Fall. Denn hin und wieder zwickt es schon noch einmal im Rücken.

Trainer aus Frankreich

Umso mehr freut er sich, dass er am Olympia-Stützpunkt in Berlin gut betreut wird. Mit dem Franzosen Alexis Contin, einem ehemaligen Eisschnell- und Shorttrack-Läufer, haben er und seine Trainingsgruppe einen neuen Trainer bekommen. Ende November wurde die Verpflichtung des mehrfachen Olympioniken bekannt gegeben von der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). „Vor Weihnachten hatte ich den ersten Kontakt mit ihm“, schildert Max Reder. „Jetzt haben wir täglich Kontakt und es gibt stete Anpassungen“, sagt er zu seinem Trainingsplan.

Das Training ist dabei auf Nachhaltigkeit ausgelegt. „Diese Saison ist ohnehin nicht mehr relevant, daher will ich nichts überstürzen. Ich brauche für mich selbst keinen Wettkampf. Besser ist es, wenn ich erst einmal wieder richtig fit werde“, blickt Max Reder weit nach vorne. „Zum Glück habe ich keinen Druck durch die Trainer“, freut er sich. So ist er als Kadersportler weiter als „verletzt“ eingestuft.

Damit ist er auch weiter im so genannten „Come-back stronger“-Kader eben für Rekonvaleszenten, kommt nicht in den Perspektivkader, in dem die Förderung besser ist. Die „Come-back-Stronger“-Förderung läuft nur noch bis August; die Kriterien für den höheren Kader kann er wohl erst im nächsten Winter wieder schaffen. „Damit beschäftige ich mich schon, wie es ab August aussieht“, denkt Max Reder natürlich auch an seine finanzielle Absicherung.

FSJ bis zum Oktober

Die ist im Moment durch eine Anstellung beim SCC Berlin in Charlottenburg ein wenig vorhanden – dort absolviert er ein „Freiwilliges soziales Jahr“. „Ich komme über die Runden“, sagt er zu seiner finanziellen Lage und erklärt, dass er im kommenden Winter noch einmal „voll angreifen“ will. Gerne möchte er in Berlin bleiben, im Moment wohnt er in einer Wohnanlage für Kadersportler günstig in der teuren Stadt, fühlt sich im Kreise anderer Sportler pudelwohl: „Das gefällt mir sehr gut.“

Bis Oktober ist er erst einmal FSJler im Eisschnelllaufverein, „das ist gut mit dem Sport vereinbar.“ Mehr als Online-Seminare und Fortbildungen sind da zwar im Moment nicht möglich. Aber er hat vom Verein den Vorschlag bekommen, in Schulen zu gehen, da mit Kindern zu arbeiten und als Betreuer zu fungieren. Wie das genau aussehen wird, ist noch offen, aber dennoch freut sich Max Reder auf die Perspektive, mit Schülern zu arbeiten.

Fast so wie über die Rückkehr auf das Eis…

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