Dramatisches Derby, Soester Untergang und Sterthoffs Hattrick

Um jeden Meter wurde gefightet im Kreisderby zwischen den Bremer Husaren und den Sportfreunden Ostinghausen; hier duellieren sich Krishnapillai und Kern, es beobachten Trzaska, Gärtner und Cramer (von links). Foto: Rusche

KREIS SOEST - Im Bezirksliga-Kellerkrimi teilten Bremen und Ostinghausen auf dramatische Weise die Punkte. Dramatisch war auch die Vorstellung des SVW Soest und bühnenreif war der Auftritt des dreifachen Torschützen Philipp Sterthoff beim Hilbecker Sieg in Herringen.

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Bezirksliga 7: TuS Bremen – SF Ostinghausen 3:3 (1:1).

 Die Gäste von der Ahse gingen beherzter in die Partie als die Hausherren. Mit aggressivem Forechecking wurde jeglicher Bremer Spielaufbau im Keim erstickt. Immer wieder waren die Sportfreunde gedankenschneller und kamen gefährlich vor der Husaren-Gehäuse. Völlig verdient daher die Führung, die Matthias Averhage nach einer feinen Einzelleistung erzielte.

Allmählich fingen sich die Gastgeber, so dass SFO-Keeper Manuel Pälmer, nach seiner Sperre wieder zwischen den Pfosten, auf der Hut sein musste. Das gelang ihm bei einem Pressschlag gegen TuS-Neuzugang Alexander Homann ebenso wie bei einer Fußabwehr gegen Kapitän Thomas Sauer. Fünf Minuten vor dem Kabinengang aber musste Pälmer den Ball doch aus dem Netz holen, als Homann nach Vorarbeit von Schumacher und Russo einnetzte.

Die Husaren schienen also Oberwasser zu haben, erhielten aber die zweite kalte Dusche des Tages, nachdem er gleich zu Spielbeginn geregnet und gehagelt hatte. Denn es waren nicht einmal 15 Sekunden gespielt, da zappelte das Leder erneut im Netz der Gastgeber. Per Volleyschuss hatte Nihat Erdöl aus der Distanz getroffen.

Der erneute Führungstreffer brachte aber nicht die Linie ins Ostinghauser Spiel, die die ersten 25 Minuten in Bremen geprägt hatten. Denn der eingewechselte Philipp Allhoff brachte System in den Bremer Spielaufbau, jetzt wurde der Aufbau der Sportfreunde frühzeitig gestört.

Daher war der erneute Ausgleich für die Gastgeber überaus verdient. Aus der Distanz hatte Raffael Russo per Bogenlampe die Latte getroffen, Allhoff schaltete am schnellsten und staubte zum 2:2 ab. Es dauerte keine zehn Minuten, da war Alexander Homann, Neuzugang der Husaren, zur Stelle. Mit dem 3:2 brachte er die Truppe von Spielertrainer Oliver Gabriel erstmals in Führung.

Die Versuche der Gäste, die Initiative wieder an sich zu reißen, waren in der Folge weitgehend von nur wenig Erfolg gekrönt. Die meisten Zweikämpfe im Mittelfeld gingen an Bremen. So wäre eine Vorentscheidung mit dem vierten Bremer Treffer möglich gewesen, doch Homann, Schumacher und Russo scheiterten.

Stattdessen kehrte das Fußballglück doch noch auf die Seite der Gäste zurück. Nachdem Averhage zehn Minuten vor Schluss nach Gärtner-Vorlage noch aus aussichtsreicher Position nur den Fangzaun getroffen hatte, war er in der Nachspielzeit zur Stelle. Eine Flanke von Dennis Kern köpfte David Haag an die Latte, Averhage schaltete schneller als die versammelte Bremer Abwehr und staubte zum 3:3 ab.

SVW Soest – DJK Vorwärts Ahlen 0:7 (0:4).

  Katastrophen-Fußball am Ardey beim Fehlstart des SVW Soest ins Fußballjahr 2014: 0:7 (0:4) zu Hause gegen Vorwärts Ahlen. Im ersten Spiel nach Verhängung der achtwöchigen „Facebook-Sperre“ von Lukas Brenk und im ersten Spiel, seit das Trainerteam Borschel/Scholz seinen Abschied im Sommer bekannt gegeben hat, lief bei den Soestern nur sehr wenig zusammen.

„Das war heute nicht die Mannschaft auf dem Platz, die jeder kennt. Das war schon zu sehen“, nahm Borschel nach dem Schlusspfiff seine Spieler in Schutz. Die hatten zuvor in den 90 Minuten zwar zunächst engagiert begonnen, aber zunehmend mit jedem Gegentreffer verunsicherter und lustloser gewirkt. „Da ist wohl irgendetwas passiert in den letzten Tagen“, orakelte Borschel.

Die Soester versuchten zu Beginn, ihr druckvolles Spiel aufzuziehen, früh zu stören und Bälle zu erobern. Die Ahlener zeigten sich jedoch als die engagiertere Mannschaft, wenn es darauf ankam. Und den Unterschied machten die ordentlich vorgetragenen Konter der Gäste. „Die verteidigen wir normalerweise viel besser. Außerdem haben wir Bälle verloren, die wir sonst nicht verlieren“, so Borschel.

Das frühe 0:1 durch Dennis Ortmann (8.) bei einem Konter schien zunächst gar nicht so schlimm zu sein, weil die Soester ansehnlich weiterspielten, hatten sie doch schon häufiger einen Rückstand durch eine Leistungssteigerung aufgeholt. Doch diesmal lief es anders: Denn Ahlen drehte noch einmal vor der Pause auf, traf dreimal in den letzten vier Minuten vor der Pause. Nach dem Wechsel war bei den Soestern kaum gesteigertes Engagement zu sehen, vielmehr zeigte die Leistungskurve weiter nach unten. Neben einigen Chancen gab es vor allem Ballverluste und sonst eher selten am Ardey zu sehende Fehlpässe. Die Tore erzielten die Ahlener.

SVF Herringen – SV Hilbeck 0:3 (0:3).

  Während Herringens Trainer Ralph Oberdiek nach dem Heimauftritt seiner Fortuna gegen den SV Hilbeck einen richtigen Hals hatte, war Alf Dambrowsky, Trainer der Gäste, nach dem 3:0 (3:0-)Auswärtserfolg mehr als zufrieden. „Wir haben das in der ersten Hälfte taktisch ganz ausgezeichnet gespielt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte Dambrowsky.

Hilbeck kam nach einer frühen Kopfballchance der Gastgeber durch Hulboj (3.) besser ins Spiel. Zwar hatte der SV Fortuna nach einer Viertelstunde noch eine Doppelchance durch Michler und Nuß, doch Hilbeck nutzte den direkten Gegenzug, um durch einen platzierten Abschluss von Philipp Sterthoff in Führung zu gehen (15.).

Der SVH übernahm das Kommando, kombinierte gefällig im Mittelfeld und gewann die überwiegende Anzahl der Zweikämpfe. Nach einem Foul von Hulboj, der von Rot verschont blieb, an Andreas Neumann entschied der gute Unparteiische Markus Holtmann (Ascheberg) auf Elfmeter. Daniel Diers trat an, scheiterte jedoch zuerst an Herringens Schlussmann Marko Zielinski und im Nachschuss am Pfosten (17.). Besser machte es kurz darauf Philipp Sterthoff, der im Strafraum angespielt wurde, sich um Jan-Philipp Faros drehte und aus rund zwölf Metern zum 0:2 traf (25.).

Nur zwei Minuten später machte Sterthoff den Hattrick perfekt: Erneut gelang es der Herringer Verteidigung nicht, den quirligen Andreas Neumann auf der linken Seite zu stoppen. Dieser legte uneigennützig quer und Sterthoff musste das Leder nur noch zum 0:3 ins leere Tor einschießen.

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