Büdericher Trainer absolviert mit Sandro Wagner die DFB-Elite-Jugend-Lizenz

Dominik Koch im Interview: „Möchte in einem höheren Bereich meine Erfahrungen sammeln“

Ex-Profi Sandro Wagner (links) und Dominik Koch.
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Ex-Profi Sandro Wagner (links) und Dominik Koch.

Dominik Koch ist in der heimischen Fußballszene kein Unbekannter. Als Spieler kickte der heute 32-Jährige bei Westfalia Rhynern II und dem SV Hilbeck auch außerhalb der Kreisgrenzen. Inzwischen ist er schon seit 2015 Spielertrainer beim A-Kreisligisten Blau-Weiß Büderich. Jetzt bestand Koch die Prüfung zur DFB-Elite-Jugend-Lizenz, der Vorstufe für den A-Trainerschein. Anzeiger-Mitarbeiter Frank Düser sprach mit dem Spielertrainer über die Fortbildung und mögliche Perspektiven.

Was hat Sie bewogen, die DFB-Elite-Jugend-Lizenz zu erwerben?

Nach dem Erwerb der B-Lizenz vor gut vier Jahren war ich mir damals schon sehr sicher, dass ich in naher Zukunft auch die nächste Lizenz der Trainerausbildung in Angriff nehmen wollte. Sicherlich lernt man in den Jahren als aktiver Fußballer unter den verschiedensten Trainern eine Menge Fußballkenntnisse oder auch nicht. Aber dennoch ist es in einer Trainerausbildung noch einmal etwas komplett anderes. Das Fachwissen, welches dir in dieser Trainerausbildung nähergebracht wird, ist einfach viel mehr als nur Fußball. Ich wollte mich persönlich weiterentwickeln und da spielte es für mich auch keine besondere Rolle, ob ich nachher tatsächlich auch auf diesem Niveau trainiere oder nicht.

Wie lange hat der Lehrgang gedauert?

In der Regel dauert der Lehrgang zwei Wochen plus drei Prüfungstage, allerdings hat uns auch hier die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gezogen und wir mussten die zweite Präsenzwoche online absolvieren. Die Abschlussprüfung konnte auch nicht wie geplant im Oktober des letzten Jahres stattfinden und wurde erst jetzt nachgeholt. Wir mussten uns bis zu den Prüfungstagen sehr lange gedulden.

Was waren die positivsten Erfahrungen?

Während der Präsenzwochen oder auch an den Prüfungstagen drehte sich der komplette Tag rein um den Fußball. Die Zeit nach dem Unterricht oder nach den Trainingseinheiten mit anderen fußballverrückten Trainern sich über Fußball auszutauschen, zu fachsimpeln oder zu diskutieren, habe ich sehr genossen. Die positivste Erfahrung war allerdings der Kontakt zu den Ex-Profis wie Sandro Wagner, Julian Koch oder auch Aytac Sulu von der TSG Hoffenheim. Nicht nur im Unterricht, sondern auch bei den Trainingseinheiten auf dem Platz war es für mich ein großartiges Erlebnis, mit den ehemaligen Profis zu kicken oder zu diskutieren.

Wie war der Kontakt zum wohl berühmtesten Kursteilnehmer, Sandro Wagner?

Ich kann schon sagen, dass Sandro einen gewissen Sonderstatus bei uns hatte. Aber er musste trotzdem alle Prüfungen absolvieren wie jeder andere auch. So direkt und frei raus, wie er als Fußballmoderator bei den Spielen im Fernsehen auftritt, so war er auch bei uns im Kurs. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihm im Unterricht zu-zuhören oder auf dem Platz mit oder gegen ihn zu spielen. Am ersten Abend haben wir gemeinsam in der Lobby Champions League geschaut und er hat prompt für alle eine große Runde Bier bestellt. Kurz und knapp, er ist ein sympathischer und sehr freundlicher Typ, der immer noch verdammt guten Fußball spielen kann.

Was hat Ihnen nicht gefallen?

Dass diese Lizenz nach der neuen Umstrukturierung des DFB vermutlich wohl die letzte Stufe meiner Trainerausbildung sein wird. Die A-Lizenz hätte mich in einigen Jahren mit Sicherheit noch einmal gereizt, aber die Anforderungen, um für einen Kurs zugelassen zu werden, sind durch die Umstrukturierungen extrem gestiegen.

Streben Sie mittelfristig einen Trainerjob an, der höherklassig anzusiedeln ist als A-Kreisliga?

Es ist jetzt meine sechste Saison in Büderich und irgendwann wird es auch mal Zeit für eine Veränderung, nicht nur für mich, sondern vielmehr auch für die jungen Spieler von Blau-Weiß. Ob mittelfristig schon was passiert oder erst in den kommenden Jahren, das bleibt abzuwarten. Ich fühle mich immer noch sehr wohl in meinem Heimatverein und habe da absolut keinen Druck. Aber selbstverständlich habe ich diese Lizenz nicht umsonst gemacht und ich möchte früher oder später in einem höheren Bereich meine Erfahrungen sammeln.

Möchten Sie zukunftsnah mal höherklassig hospitieren?

In den letzten Wochen war es sehr viel Fußball mit Theorie und Praxis. Wir mussten viel lernen. Aus diesem Grund nehme ich mir jetzt erst einmal wieder mehr Zeit für meine Mannschaft, aber selbstverständlich werde ich in naher Zukunft auch das eine oder andere Praktikum, bzw. auch die Hospitation bei einer höherklassigen Mannschaft anstreben.

Wenn ja, wo oder welche Bereiche stellen Sie sich vor?

Ich möchte gerne den Bereich der Junioren und der Senioren besser kennenlernen, aber es sollte schon oberhalb der Westfalenliga sein.

Möchten Sie in Zukunft gerne mit Jugendlichen arbeiten oder lieber eine überkreislich spielende Seniorenmannschaft übernehmen?

Da ich den Jugendbereich noch nicht wirklich kennengelernt habe, würde ich mich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht festlegen. Dennoch sehe ich mich, Stand jetzt, natürlich eher im Bereich einer Seniorenmannschaft.

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