Ex-Profi in Wickede

Dirk Schröter blickt zurück: "Zusammen mit Rudi Völler zum Training"

+
Dirk Schröter hält sich auch Jahre nach seiner Fußballkarriere weiterhin fit.

Wickede – Er hat zusammen mit Weltmeister Rudi Völler beim TSV 1860 München in der Fußball-Bundesliga gespielt – und war sein damaliger Nachbar. Anschließend haben sich ihre Wege getrennt:

Während Völler im Profigeschäft blieb und Geschäftsführer wurde, kickte Dirk Schröter bei Viktoria Köln, BVL Remscheid und half für einige Jahre als Trainer bei der TuS Wickede aus. Dem Sport ist der 61-jährige Wickeder noch heute treu.

„Die Zeit bei 1860 München war super, aber auch ganz schön weit weg von Zuhause“, erinnert sich Schröter an seine erste Profisaison im Jahr 1980/81. Sechs Spiele machte er damals für den Münchner Traditionsverein, stand 146 Minuten auf dem Platz. Sein schönster Moment bei den „Löwen“ sei sein Debüt gegen den 1. FC Nürnberg gewesen. „Da wurde ich eingewechselt, spielte vor zigtausend Menschen und hätte mich am liebsten in einem Mauseloch verkrochen“, sagt Schröter. Die 2:4-Niederlage war da fast Nebensache. 

Sein wohl prominentester Mitspieler war Rudi Völler. Der heutige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen war nicht nur Mannschaftskollege, sondern auch direkter Nachbar. „Wir haben damals viel unternommen und sind zusammen zum Training gefahren“, sagt der Wickeder. Direkte Konkurrenten seien Völler und er nicht gewesen, da „Rudi“ auf Außen gespielt hat und Schröter in der Sturmmitte. 

Der Sprung in die Bundesliga war für Dirk Schröter kurios – und wäre heute wohl unmöglich. Der Wickeder spielte bis dato „nur“ in der Oberliga beim damaligen SuS Hüsten 09 (heute SV Hüsten 09). Ein Spielervermittler organisierte ihm Probetrainings, Schröter reiste durch die Republik und landete letztlich in München. „Das war verrückt. So etwas geht heute höchstens bei talentierten Jugendspielern, die lange unter dem Radar spielten. Ich war damals aber schon 22 oder 23 Jahre alt“, sagt der Ex-Profi. Die Zeiten waren damals aber andere – und auch das Profileben hatte wenig Ähnlichkeit mit dem Heutigen. „Natürlich haben wir damals auch gutes Geld verdient, aber in der kurzen Zeit, in der ich Profifußballer war, konnte ich nicht in Saus und Braus leben“, sagt der 61-Jährige. Er habe sich lediglich eine Wohnung in der Nähe des Stadions gesucht, damit er schnell beim Training sein konnte. 

Später, als Schröter bei Viktoria Köln und BVL Remscheid spielte, war er kein Vollprofi mehr. Nebenbei baute er sich beruflich ein Standbein auf, fuhr aber dennoch täglich 150 Kilometer zum Training. „Das war schon sehr anstrengend. Ich habe aber immer zukunftsorientiert gedacht und wollte nicht alles auf eine Karte setzen“, sagt Schröter. Beim Fußball, so der Wickeder, sei man zu abhängig vom eigenen Körper, der Form und den Trainern. In der Saison 1987/88 spielte er letztmalig für den BVL Remscheid in der 2. Bundesliga und schoss bei der 1:2-Niederlage beim SSV Ulm sein erstes und einziges Tor als Fußball-Profi – den Anschlusstreffer in der 81. Spielminute. 

Nach seinem Karriereende im Profibereich nahm dann seine berufliche Laufbahn an Schwung auf. Heute leitet Schröter die Immobilien GmbH der Volksbank Sauerland in Hüsten. Zeit für Sport und den Fußball hat er trotz zahlreicher ehrenamtlicher Aufgaben, darunter im Gemeinderat Wickede, noch immer. „Ich spiele mit Freunden in Soccerhallen, bin Mitglied einer Männersportgruppe der DJK Grün-Weiß Werl, gehe am Wochenende wandern oder fahre Rennrad. Das entspannt mich, ebenso wie die Zeit mit meiner Familie“, sagt Dirk Schröter. 

Von seiner Karriere als Fußballer sind heute, über 30 Jahre danach, hauptsächlich Erfahrungen und Erinnerungen geblieben. „Ich habe nie großen Wert auf materielle Dinge gelegt, für mich war das damals einfach eine unglaubliche Zeit“, sagt der Wickeder. Er habe gelernt, was es bedeutet, Profi zu sein. „Wir hatten ständig Training, mussten sehr diszipliniert sein. Wenn Gleichaltrige feiern gingen, dann war ich schon längst im Bett“, schmunzelt Schröter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare