Bewegung bei der HSG Soest

Dieter Schönbeck will aus dem Ruhestand für Unruhe sorgen

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Dieter Schönbeck (Mitte) unterstützt fortan Winfried Scharf (rechts) und Stefan Kirsch bei der Vorstandsarbeit bei der HSG Soest.

Soest – Sie blühen eher im Verborgenen, stehen zumeist im Schatten des großen Nachbarn. Die Handballer der HSG Soest haben schon bessere Zeiten gesehen, sich gleichwohl auf die Fahnen geschrieben, das Mauerblümchen-Dasein zu beenden. Seinen Beitrag dazu will auch Dieter Schönbeck leisten.

Der 65-Jährige ist im vergangenen Herbst in seine Soester Heimat zurückgekehrt und unterstützt fortan die Führungsriege der HSG um den schon seit dreieinhalb Jahrzehnten als ersten Vorsitzenden fungierenden Winfried Scharf und den seit einem Jahr amtierenden Geschäftsführer Stefan Kirsch.

Dass Dieter Schönbeck in seiner alten Heimat sich trotz seiner Schwerbehinderung – vor 16 Jahren erlitt er bei einer Operation einen Schlaganfall – keineswegs aufs Altenteil zurückziehen will, sondern aus dem Ruhestand einen Unruhestand machen will, hörte sein Physiotherapeut. „Als ich bei Matthias Scharf auf der Pritsche lag, kamen wir ins Plaudern. Und er brachte mich auf die Idee, mich bei der HSG zu engagieren“, plauderte Schönbeck ein wenig aus dem Nähkästchen. 

„Da hat es Klick gemacht und ich habe ein Bewerbungsschreiben verfasst“, erläuterte der Soest-Rückkehrer. Damit rannte er beim HSG-Vorstand offene Türen ein. „Das war richtig professionell“, machte Stefan Kirsch keinen Hehl daraus, dass er und seine Mitstreiter erstaunt waren, dass da jemand kommt und mitarbeiten will. Im Nu fanden sie zu einem Gespräch zusammen und übertrugen Schönbeck die Aufgabe, die Außendarstellung der Handballspielgemeinschaft in die Hand zu nehmen. 

Es geht um Werbung und um die Pressearbeit, womit Schönbeck quasi zurück zu seinen Wurzeln kommt. Denn in Soest hat er nach dem Besuch von Thomä- Volksschule und Aldegrever- Gymnasium beim zum W. Jahn-Verlag gehörenden Rocholdruck Schriftsetzer gelernt. Dem folgte der Wechsel in den kaufmännischen Bereich innerhalb der Anzeigenabteilungen verschiedener Medien. 

„Im Special-Interest-Bereich arbeitete ich beispielsweise für die Deutsche Tenniszeitung, Hockey, Ski, allesamt die offiziellen Zeitschriften der jeweiligen Sportverbände. Weitere Titel waren ein Motorrad-Magazin und ein Magazin aus der Sparte Motocross. Dazu kamen Tageszeitungen und die Boulevardzeitung ‘Super!’ in den neuen Bundesländern“, schilderte Schönbeck seinen Werdegang. 

In den letzten Jahren seines beruflichen Werdegangs war er bei der Tageszeitung „Glocke“ im Münsterland neben dem Anzeigengeschäft und der Eigenwerbung viel mit Eventmarketing beschäftigt und war für die Medienpartnerschaft mit den damaligen Fußball-Zweitligisten FC Gütersloh und RW Ahlen zuständig. „Während der ganzen Jahre hatte ich also immer mit Sport zu tun und konnte viele Erfahrungen sammeln, die ich jetzt gerne in meiner Heimatstadt Soest unterstützend bei der HSG mit einbringen möchte“, kündigt Schönbeck an. 

Der Handball ist für ihn keineswegs Neuland, hat er doch in seiner Jugendzeit beim Soester TV dieses Hobby als seine erste Sportart ausgeübt, bevor er sich dem Hobbyfußball und Tennis widmete. Jetzt will er dazu beitragen, dem Handball in der Dülberghalle, der Heimstatt der HSG, zu neuer Blüte zu verhelfen. 

Insbesondere im Nachwuchsbereich wollen die HSGler raus dem Tief, sind doch aktuell mit der weiblichen A- und B-Jugend sowie einem gemischten E-Team nur noch drei Mannschaften im Spielbetrieb.

„Wir hatten vor gut einem Jahrzehnt jede Altersklasse bei Mädchen und Jungen besetzt“, erinnert sich Winfried Scharf an die besten Zeiten. Aktuell sind es inklusive der beiden Herrenteams und der Damenmannschaft nur noch 75 bis 80 Aktive, die sich bei den Trainingseinheiten sehen lassen. 

„In Soest ist genug Platz für zwei Handballvereine. Dabei wollen wir dem STV den Platz nicht streitig machen, haben keine Ambitionen in so hohe Ligen aufzusteigen“, macht Geschäftsführer Kirsch deutlich. Vielmehr soll in naher Zukunft der Unterbau, sprich die Jugend, ausgebaut werden, um vielleicht wieder dahin zu kommen, in allen Altersklassen vertreten zu sein. Dieter Schönbeck will dazu seinen Beitrag leisten.

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