Handball Oberliga

Nach elf erfolgreichen Jahren: Dirk Lohse verlässt STV im Sommer

Handball-Trainer Dirk Lohse blickt seinem Abschied beim Soester TV und einem neuen Kapitel entgegen, das auch der STV unter einem neuen Trainer schreiben wird.
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Handball-Trainer Dirk Lohse blickt seinem Abschied beim Soester TV und einem neuen Kapitel entgegen, das auch der STV unter einem neuen Trainer schreiben wird.

Soest - Dirk Lohse verlässt den Soester TV im Sommer – nach elf erfolgreichen Jahren ist Schluss als Trainer des Handball-Oberligisten. Aus einem „Bauchgefühl“, über das er mit Abteilungsleiter Marsel Tonneau und Kai Schönfeld, dem Sportlichen Leiter, vor einigen Wochen bereits gesprochen hatte, entwickelte sich nun eine Entscheidung.

Nach dem Ferndorf-Spiel wurde die Mannschaft in Kenntnis gesetzt, nun wurde es auch publik gemacht.

Der Herbst ist nicht gerade die Zeit der großen Trainerwechsel, es sei denn, es gibt eine große sportliche Krise. Anders ist es beim Tabellenachten der Oberliga, der mit 7:7 Punkten bislang eine zumindest ordentliche Saison spielt. „Ich habe nach einem Zeitpunkt gesucht, bei dem das Umfeld gut aufgestellt ist“, erklärt Lohse, der dem Verein nun viel Zeit für Trainersuche und Umbau gibt. Sicherlich habe er auch im vergangenen Herbst, als es sportlich so schlecht wie in den zehn Jahren zuvor nicht unter ihm lief, darüber nachgedacht. Doch die Gesamtsituation – die Abteilungsspitze war unter Tonneau gerade im Neuaufbau – sprach da noch dagegen. Und sicherlich auch die sportliche Genesung des STV, der eine fantastische Rückrunde unter Lohse spielte. „Jetzt stehen wir sportlich besser da und stehen als Verein gut da“, sagt Lohse, der sich nun wohl erst einmal eine Auszeit als Trainer nimmt. „Die Chance, dass ich erst einmal nicht mehr hauptsächlich mit Handball zu tun habe, ist sicherlich groß“, sagt Lohse.

„Dirk ist vor einiger Zeit auf uns zugekommen, hat uns von einem ‘Bauchgefühl’ berichtet, dass es vielleicht mal an der Zeit sei, den Staffelstab weiterzugeben“, berichtet Schönfeld. „Wir waren erst überrascht, danach war es aber auch ein ehrlicher und freundschaftlicher Austausch.“

Ziel für Tonneau und Schönfeld ist es nun, schnell einen Nachfolger zu finden. Das wird nicht leicht, da die Ansprüche hoch sind. Der neue Mann soll das Umfeld kennen (und dann noch genauer kennenlernen). Er soll die aktuelle Spielweise kennen, darauf seine Art des Handballspielens aufbauen. Auch der eingeschlagene Weg mit Jugendkonzept und U21-Team soll fortgeführt werden.

Gleichzeitig werde es dem gefundenen Mann leicht gemacht. „Der neue Trainer weiß, was ihn in Soest erwartet. Wir haben hier ein familiäres Umfeld, in dem er seine Ideen und sein System umsetzen kann“, schildert Tonneau. Er und Schönfeld gehen die Suche entspannt an, haben durch den frühen Zeitpunkt auch relativ viel Zeit. „Wir fühlen uns als Verein gut aufgestellt, werden bei der Trainersuche unsere Identität nicht aufgeben. Wir wollen den mit Dirk Lohse eingeschlagenen Weg fortsetzen“, erklärt Tonneau.

Gespräche mit einem kleineren Kreis von Kandidaten stehen in den kommenden Wochen an, die Entscheidung soll möglichst bald fallen, spätestens bis Weihnachten, heißt es von Vereinsseite. Erst danach werde mit der Kaderplanung begonnen.

Die Suche starteten beide allerdings auch erst zu dem Zeitpunkt, an dem aus Lohses „Bauchgefühl“ eine Entscheidung geworden war. Bei der Trainersuche fragten Schönfeld und Tonneau bei den erfahrensten Spielern nach, beziehen Ratschläge aus dem Kreise der Mannschaft.

Wie es mit Lohses Trainerteam weitergeht, ist offen und auch davon abhängig, wer als neuer Chef-Trainer kommt. „Co“ Martin Denso habe zumindest sein grundsätzliches Interesse bekundet, weiterzumachen. Torwarttrainer Kai Schönfeld ist als Sportlicher Leiter gerade ohnehin in einer Doppelrolle unterwegs.

Für Lohse beginnt nun eine 19 Spiele andauernde Abschiedstour vom STV, für Tonneau und Schönfeld ein Planungsmarathon. „So leid es uns menschlich tut, ist es auch gleichzeitig eine spannende Aufgabe. So sehen wir es im Moment. Und Dirk hat es uns mit Zeitpunkt und der Art und Weise einfach gemacht. Besser geht es kaum“, so Schönfeld und Tonneau, die den Blick nach vorne richten: „In dem Moment, in dem eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“

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