Kai Dembeck sichert sich Polizei-EM-Titel mit dem Luftgewehr

Kai Dembeck (Mitte) ist Europameister der Polizeit mit dem Luftgewehr.

Suhl – Polizei-Europameister darf sich Kai Dembeck aus Möhnesee seit dieser Woche nennen. Er gewann bei der EM im thüringischen Suhl zwar etwas überraschend, aber dennoch nicht minder verdient die Goldmedaille mit dem Luftgewehr. Hinzu kam noch eine Silbermedaille im Liegendwettkampf über 50 Meter mit dem Kleinkaliber.

Das Finale der besten Acht mit dem Luftgewehr sei schon ein tolles Erlebnis gewesen, berichtet Dembeck. Zunächst habe jeder Schütze 60 Schuss abgefeuert, 623,6 Ringe des Möhneseers reichten für die Final-Qualifikation. Hier wurde es immer dramatischer, was durch den Modus des „Ausscheidungsschießens“ noch befeuert wird. So muss nach und nach ein Schütze nach dem anderen ausscheiden, „Im Finale geht einem schon die Pumpe richtig. Es läuft Musik, die kann einen stören, aber auch pushen“, berichtet Dembeck, der aber nervenstark blieb. Nach den ersten beiden Fünfer-Serien lag er noch auf Rang drei, danach – nun flog nach jeder Fünfer-Serie der Letzte raus – setzte er sich jedoch an die Spitze und gab sie bis zum letzten Schuss nicht mehr ab.

„Für mich war die Leistung auf jeden Fall ordentlich, ich habe schon lange nicht mehr geschossen“, war Dembeck zufrieden – und er freute sich natürlich über den Europameistertitel. Immerhin waren 27 Konkurrenten aus ganz Europa angetreten, die er hinter sich gelassen hatte. Allerdings wusste er auch, dass die stark einzuschätzenden Russen fehlten. Das schmälerte Dembecks Freude aber überhaupt nicht. Immerhin hatte er auch Max Braun auf Platz zwei verwiesen, der „normalerweise ganz klar besser ist als ich“.

Wie gut Braun ist, bewies er im Liegendwettkampf, in dem er Dembeck den ersten Platz wegschnappte. In dieser Disziplin werden innerhalb von 50 Minuten 60 Schüsse mit dem Kleinkaliber auf 50 Meter abgegeben. Wer die meisten Ringe trifft, gewinnt. Ein Finale wie mit dem Luftgewehr gibt es nicht (mehr).

Polizei und Schießen – das muss doch jeder Polizist gut können? Aber nicht unbedingt, wie es bei dieser Meisterschaft gefordert ist. „Das Schießen bei der Polizei ist ganz anders. Mit dem Luftgewehr zu schießen, ist nicht zu vergleichen, mit dem Schießen mit einer Dienstwaffe“, klärt Dembeck auf. Ihm kam die jahrelange Ausbildung mit Luftgewehr und Kleinkaliber beim SV Deiringsen zugute. Für den und mit dem SVD sammelt Dembeck seit Jahren Erfolge.

So auch zuletzt beim 1. Schießen für die Rangliste des Deutschen Schützen Bundes (DSB) in Pfreimd in der Oberpfalz. Im Dreistellungskampf (3x40 Schuss stehend, kniend, liegend) platzierte er sich auf dem geteilten sechsten Platz (1158 Ringe). Mit dem Luftgewehr wurde er Zwölfter (1855,6).

„Mein Hauptaugenmerk im Training lege ich momentan auf den Dreistellungskampf. Daher bin ich mit der Leistung dabei auch ganz zufrieden“, berichtet Dembeck, der sich nun erst einmal auf Prüfungen im Rahmen seiner Ausbildung bei der Polizei konzentrieren will.

Wenn er die Anfang Juli hinter sich gebracht hat, nimmt er das zweite Ranglistenschießen ins Visier, das Anfang August in München stattfindet. Dort will er den sechsten Platz mit dem Kleinkaliber gerne halten, mindestens aber unter den besten Acht bleiben. „Dann habe ich gute Chancen, weiter im Nationalkader zu bleiben“, erklärt Dembeck, der für Ende August auch einen Start bei der Deutschen Meisterschaft fest eingeplant hat.

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