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Das sagen Vereinsvertreter, Sportler und Funktionäre zur neuen 2G-Regel

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Von: Thomas Müller, Frank Zöllner

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Die Antwort von Karl-Josef Laumann war deutlich: „Ja, das gilt auch für Amateursportler“, beantwortete der NRW-Gesundheitsminister die Frage des Redakteurs dieser Zeitung im Rahmen der Pressekonferenz zur ab sofort geltenden neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW.

Kreis Soest – Ab Mittwoch um 0 Uhr gilt demnach die 2G-Regel im gesamten Sport: Zugelassen zu Wettkämpfen, Meisterschaftsspielen und Training in Sportvereinen sind künftig nur noch Geimpfte und Genesene. Welche Auswirkungen hat das für den Trainings- und Wettkampfbetrieb? Wir haben nachgefragt.

Frage nach der Wettbewerbsverzerrung

Gerald Bankamp, Vorsitzender des Fußballkreises Soest, erhofft sich schnelle Ausformulierungen der neuen Rahmenbedingungen durch den Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), „um zu erfahren, welche Vorgaben es gibt und wie man nun weiterspielt“, damit die Vereine wüssten, wie sie die Kontrollen umsetzen sollen. „Es muss die Frage nach dem Hausrecht mit Kommunen und Vereinen geklärt werden und wie man mit Konflikten umgeht“, so Bankamp, der die 2G-Regelung aus Gesundheitsgründen befürwortet, aber auch das Thema Wettbewerbsverzerrung sieht, wenn etwa ein Toptorjäger fehlt, weil er nicht geimpft ist.

So sah der Corona-Einlass im Hebst 2020 aus.
So sah der Corona-Einlass im Herbst 2020 aus. © Frank Zöllner

Auch die Hallensportarten reagieren und erörtern die Lage. Der Westdeutsche Volleyballverband hat für Mittwoch eine Sitzung anberaumt, bei der über das weitere Vorgehen beraten werden soll.

Corona-Regeln im Sport: Was seit Mittwoch (24.11.) gilt.

Wilhelm Barnhusen, Vorsitzender im Handballverbands Westfalen, sieht seinen Sport gut gerüstet: „Wir haben uns immer an die Vorgaben gehalten, die die Landesregierung vorgegeben hat.“ Als Verband müsse man die Aufgaben zwar an die Vereine weitergeben, und die hätten schon im vergangenen Winter gute Arbeit geleistet: „Die Vereine haben auch 2020 tolle Konzepte ausgearbeitet. Das war schon hervorragend, was dort geleistet wurde.“ Das seien auch seine persönlichen Erfahrungen in den Hallen gewesen.

Dominik Koch (links), Spielertrainer von BW Büderich.
Dominik Koch (links), Spielertrainer von BW Büderich. © Frank Zöllner

Das sagen Sportler und Vereinsvertreter

Dominik Koch, Spielertrainer BW Büderich: „Wir sind von den Spielern und dem Staff zu 95 Prozent durchgeimpft. Ein Spieler fehlt noch und ein zweiter wartet auf seine zweite Impfung. Dementsprechend sind wir gut aufgestellt. Wir hoffen aber darauf, dass die Saison nicht schon wieder unter- oder abgebrochen wird. Kommt 2G, dann ist das eben so für ungeimpfte Spieler und Zuschauer. Einen anderen Weg gibt es im Moment nicht und ich befürworte das auf jeden Fall.“

Tobias Raschke, Vorsitzender SC Sönnern: „Wir werden den Weg mit 2G knallhart mitgehen. Wir haben einen Spieler im Seniorenbereich, der nicht geimpft ist. Der muss dann halt draußen bleiben. Wir hatten auch in der Vergangenheit Kontrollen gemacht und Listen geführt. Sonst sind wir zum Kassieren rumgegangen, jetzt sind zwei Leute am Eingang. Das würden wir noch verstärken, um kritische Situationen zu vermeiden. Es können bei uns zwar Leute von anderen Seiten auf den Platz kommen, aber da haben wir die Augen offen. Interessant wird es bei gegnerischen Mannschaften. Da müssen wir ja jeden einzelnen kontrollieren. Es hatte ja jeder genug Zeit, sich impfen zu lassen.“

2G für Jugendliche: Geimpft, genesen oder raus - so reagieren die Verbände

Florian Kroll, Spielertrainer Volleyballer des Soester TV: „Ich hoffe nicht, dass uns ein Abbruch oder Ähnliches droht. Ich sehe es schon so, dass mit 2G- oder 2G+-Regelungen der Amateursport auch in der Halle weiterhin möglich sein sollte. Gerade Volleyball ist möglich, weil es ja überhaupt kein Kontaktsport ist.“

Luke Tischer, Handballer des Soester TV
Luke Tischer, Handballer des Soester TV © Zöllner

Luke Tischer, Handballer beim Soester TV: „Wir haben das Glück, immer mehr Normalität in die Saison zu bekommen. Natürlich bekommt man von anderen Mannschaften mit, dass Spiele Corona bedingt verlegt werden müssen, wir konnten bis jetzt aber alle Spiele problemlos bestreiten. Trotz der hohen Auflagen, was den Spielbetrieb und die Hygienevorschriften in den Hallen angeht, bin ich persönlich gespannt ob die Saison weiterhin so problemlos verläuft.“

Michael Heinz, Spieler RW Westönnen: „Ich bin gespannt, wie das Ganze weiter geht. Im Reitsport ist man jetzt auf 2G runtergegangen, was ich auf jeden Fall für die richtige Entscheidung halte. Ich denke, dass man aber auch mit der 2G-Regelung auch im Fußball gut fahren wird. Denn ich hoffe einfach, dass die Saison nicht wieder unterbrochen oder abgesagt wird. Denn das wäre nicht gerade fair für die Vereine. Denn diese haben schon genug Aufwand betrieben, um den weiteren Spielbetrieb aufrecht zuhalten.“

Moritz Pipers, Spieler SG Oestinghausen: „Wenn man sich das aktuelle Infektionsgeschehen anschaut, ist das, glaube ich, der richtige Weg. Die Politik hat vorher allerdings ziemlich viel falsch gemacht. Es wird vielleicht Schwierigkeiten geben bei einigen Vereinen, wo es mehrere Spieler gibt, die sich nicht geimpft haben. Da könnten viele Spiele ausfallen. Wie werden die dann gewertet oder werden die nachgeholt? Wir bei SG Oestinghausen sind gut aufgestellt und haben am Dienstag sofort beschlossen, dass nur noch Leute nach der 2G-Regelung zu uns auf dem Sportplatz kommen. Das werden wir kontrollieren und gilt für alle Bereiche.“

Ralf Bellenhaus, Sportlicher Leiter SC Lippetal.
Ralf Bellenhaus, Sportlicher Leiter SC Lippetal. © SCL

Ralf Bellenhaus, Sportlicher Leiter SC Lippetal: „Ich finde das richtig und es war überfällig. Die Politik hat hier kein gutes Bild abgegeben. Was haben wir denn bisher erreicht? Ich hoffe, dass sich nun alle daran halten. Wir haben vor 2 Wochen hier schon gesagt: Die machen das alles wieder dicht! Wir haben mit unseren Leuten noch nicht gesprochen, aber 2G heißt deutlich intensivere Kontrollen. Da werden wir mehr Manpower brauchen. Vielleicht müssen da auch die Trainer und Betreuer das bei den Gastmannschaften erfragen. Wir müssen das machen, weil wir unseren Sport lieben.“

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