Pause droht

Das sagen die Fußball-Trainer im Kreis Soest zur Saison-Unterbrechung

Heiko Hofmann, Trainer SV Hilbeck
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Heiko Hofmann, Trainer SV Hilbeck

Kreis Soest – Der Freizeit- und Amateursport und damit auch der Vereinssport müssen wieder eine vorübergehende Pause machen – Corona sorgt ab dem kommenden Montag bis Ende November für einen zweiten Lockdown, so hat die Politik entschieden. Das bedeutet auch, dass die Amateurfußballer ihre noch junge Saison unterbrechen müssen.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen ging sogar noch weiter. Bereits ab Donnerstag stellt der FLVW den Spielbetrieb in allen kreislichen und überkreislichen Jugend- und Amateurspielklassen – „vorerst bis zum Ende der Gültigkeitsdauer der neuen Corona-Schutzverordnung“, so der Verband – ein.

Darauf haben sich das Präsidium, die Vorsitzenden der 29 Kreise sowie die spielleitenden Stellen aus dem Verbands-Jugend- und dem Verbands-Fußball-Ausschuss am Mittwochabend in einer Videokonferenz verständigt. Betroffen sind alle Meisterschafts-, Pokal- und Freundschaftsspiele. Zudem empfiehlt der FLVW, den Trainingsbetrieb ebenfalls sofort einzustellen. Wir haben bei einigen Trainern der Vereine aus dem FLVW-Kreis Soest nachgefragt, für wie sinnvoll sie diese Maßnahmen halten.

Heiko Hofmann, Trainer des Landesligisten SV Hilbeck: „Ich bin kein Experte. Für die Betroffenen ist es blöd und es ist einfach schade, weil die Vereine gute Hygienekonzepte erstellt haben und ich glaube, dass auf den Fußballplätzen wenig passiert ist. Wir haben uns an die Regeln gehalten und sind Gott sei Dank im Großen und Ganzen bislang nicht betroffen gewesen. Fußball steht aber an letzter Stelle. Ich bin froh, dass wir bislang so viele Punkte geholt haben.“

Rüdiger Hötte, Trainer des Bezirksligisten SF Ostinghausen: „Die Gesundheit geht vor. Das steht für mich außerhalb jeglicher Diskussion. Die Zahlen sprechen für sich. Im Kreis Unna wird auf Kreisebene alles abgesagt und woanders gespielt. Mit fehlt da die Sinnhaftigkeit. Man sollte das auch schnellstmöglich umsetzen und nicht bis zum 4. November warten. Im Gegensatz zu wirtschaftlichen Bereichen kann der Amateurfußball sofort gestoppt werden – und das sollte er auch. Für uns als Aufsteiger, der seit fünf Spielen ungeschlagen ist, ist es aus sportlicher Sicht nicht so gut. Das steht aber klar hinten an.“

Dierk Meincke, Trainer des Bezirksligisten SG Oestinghausen: „Für mich gibt es drei Gesichtspunkte bei der Sache. Der eine ist der sportliche. Das spielt uns nicht in die Karten, weil wir gut in Schuss sind. Das Umfeld brennt auf das Topspiel gegen Soest – und da ist es schade, wenn wir aus unserem gute Lauf herausgerissen werden. Der zweite Punkt betrifft das Soziale. Ich finde es wichtig, dass auch Kinder Sport betreiben. Diese Einschränkungen führen wieder dazu, dass Kinder in geschlossenen Räumen sind und keinen Sport machen können und entsprechend die sozialen Kontakte fehlen. Der wichtigste Punkt ist aber die Gesundheit. Das geht über alles. Auch wenn wir das Training in Kleingruppen abhalten könnten, müssen wir wie bisher auch große Verantwortung gegenüber unseren engsten Familienangehörigen zeigen.“

Ardian Nrecaj, Trainer des A-Kreisligisten TuS Niederense: „Sagen wir mal so: Alle Maßnahmen, die helfen, die Pandemie einzugrenzen, aber beispielsweise Schulen am Laufen halten, begrüße ich. Ich habe selber drei Mädchen in der Schule, das ist wichtiger als der Sport. Fußball ist die schönste Nebensache der Welt und es tut mit leid als Fußballverrückter, aber es gibt wichtigere Sachen.“

Dominik Koch, Trainer des A-Kreisligisten BW Büderich: „Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Zahlen wieder hoch gehen und es soweit kommt. Sport ist bislang nicht das größte Risiko, die größten Infektionszahlen kamen ja durch private Feiern und Hochzeiten. Wenn es in vier Wochen wieder anders aussieht, dann werden wir das so nehmen.“

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