Fußball

Zuschauer halten sich größtenteils an die Vorgaben der Vereine

Dicht gedrängt: Beim Pokalspiel zwischen dem SuS Scheidingen und RW Westönnen hielten sich nicht alle Fans an die Abstandsregeln.
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Dicht gedrängt: Beim Pokalspiel zwischen dem SuS Scheidingen und RW Westönnen hielten sich nicht alle Fans an die Abstandsregeln.

Fans, die sich nicht an die allgemeinen Abstandsregeln halten und dann auch noch uneinsichtig sind, sowie ein Hinweis auf die Verfehlungen, der bei der Stadt Drensteinfurt eingegangen ist – das sind die Gründe, die Fortuna Walstedde aus dem benachbarten Fußballkreis Beckum veranlasst haben, hart durchzugreifen.

Kreis Soest – Zuschauer dürfen den Sportplatz bei Fußballspielen bis auf Weiteres nicht betreten. Der Anzeiger hat bei den Bezirksligisten SG Oestinghausen und SC Sönnern nachgefragt, wie sich die Besucher dort verhalten und wie die Vereinsverantwortlichen reagieren, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden.

SG Oestinghausen

„Wir haben relativ früh angefangen mit dem Hygienekonzept. Es funktioniert ganz gut“, sagt Marco Hölscher, der seit 2008 1. Vorsitzender der Schwarz-Gelben ist. Etwa jeweils 150 Zuschauer seien bei den ersten drei Heimspielen gegen Sünninghausen (7:0), Westönnen (4:1) und Wolbeck (5:2) gewesen. „Es wird von Spiel zu Spiel besser. Bei uns ist es auseinandergezogen und man kann auch hinter dem Tor stehen“, meint Hölscher. Er hatte vor dem Liga-Auftakt zusammen mit seinem Sohn Luis rote Kreuze auf den Boden gesprüht, damit die Abstände besser eingehalten werden. Zudem hängt das Konzept aus und es gebe regelmäßig Durchsagen. Eine Maskenpflicht besteht nicht. „Man muss an den gesunden Menschenverstand appellieren“, sagt Hölscher.

„Relativ erschrocken“ war der Vereinschef beim ersten Heimspiel Oestinghausens. Ein Zuschauer aus Sünninghausen sei „ziemlich ignorant“ gewesen. „Es gab 100 Begründungen, warum der Abstand nicht eingehalten wurde. Da mussten wir rigoroser werden“, sagt Hölscher.

Man muss an den gesunden Menschenverstand appellieren.

Marco Hölscher

Momentan sieht er jedoch keine Veranlassung, so drastisch durchzugreifen wie Fortuna Walstedde. Aber wenn es schlimmer wird, könnte sich der SGO-Vorsitzende auch eine solche Maßnahme vorstellen. „Es darf auf keinen Fall sein, dass der Spielbetrieb wieder eingestellt wird“, betont Hölscher – gerade auch im Hinblick auf den Nachwuchs. „Aber wenn es vom Kreis vorgeschrieben wird, dann ist es so.“

SC Sönnern

Auch auch dem Vereinsgelände „Türkenplatz“ gibt es Markierungen auf dem Boden und Flatterband. „Die Leute sollen maximal in Zehner-Gruppen zusammenstehen, Getränke gibt es nur draußen und nicht im Vereinsheim“, sagt der 1. Vorsitzende des SC Sönnern, Tobias Raschke. „Wir gehen auf die Leute zu und weisen auch mit Durchsagen während der Spiele darauf hin, wie sie sich zu verhalten haben. Die meisten reagieren vernünftig.“ Zirka 150 Zuschauer waren beim 2:2 gegen die Hammer SpVg II vor Ort, 125 bei der 1:2-Niederlage gegen die SG Telgte.

Man lernt, wie die Leute wirklich ticken.

Tobias Raschke

Allerdings gebe es auch eine Handvoll Zuschauer, die ignorant sei. „Man lernt, wie die Leute wirklich ticken – auch im eigenen Dorf. Gerade die Älteren tun sich schwer“, berichtet Raschke. Für ihn und die anderen Verantwortlichen, die an Heimspieltagen von 11 bis 19 Uhr mit mehreren Personen damit beschäftigt seien, die Vorgaben einzuhalten, sei es „kein einfaches Thema. Der Druck lastet auf den Vorständen der kleinen Vereine.“

Um die Zuschauer auf die Vorkommnisse in Walstedde hinzuweisen, hat der SCS den Facebook-Post der Fortunen verbreitet – damit es in Sönnern erst gar nicht zu einer ähnlichen Situation kommt. Wenn sich das Hygiene-Konzept nicht einhalten lässt und die Gäste die Abstandsregel nicht einhalten, schreckt Raschke, der seit 2019 im Amt ist, jedoch auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. Ob er sich vorstellen könne, die Zuschauer auszusperren. „Hundertprozentig“, sagt der Vorsitzende.

Fortuna Walstedde sperrt Zuschauer aus

Fortuna Walstedde greift strikt durch und lässt vorerst keine Zuschauer mehr bei Fußballspielen auf den Sportplatz. „Besondere Umstände erfordern außergewöhnliche und in diesem Fall auch unpopuläre Maßnahmen“, teilt der Vorstand mit. „Die immer größer werdende Anzahl von Infektionen, die sich häufenden coronabedingten Spielausfälle und nicht zuletzt unsere fehlgeschlagenen Bemühungen, die AHA-Regeln während der Spiele unserer Fußballteams umzusetzen, haben uns bewogen, ab dem 4. Oktober alle Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen.“ Die Verantwortlichen hätten immer wieder auf die Einhaltung der Regeln hingewiesen. „Leider sind wir gerade bei der Abstandsregel auf taube Ohren gestoßen.“ Diese Verhaltensweisen seien bei der Stadt moniert worden, sodass ein schnelles Handeln notwendig gewesen sei, um zumindest den Spielbetrieb sicherstellen zu können. „Natürlich bemühen wir uns um eine für alle Seiten akzeptable Lösung, damit wir diese Maßnahme baldmöglichst wieder aufheben können“, heißt es weiter.

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