Eigeninitiative der Mitglieder: Kabinen renoviert, Fangzaun erneuert

Bezirksligist SC Sönnern baut auf seine Mitglieder

Platzwart Günther Fricke (vorne) und Tobias Raschke, Vorsitzender des SC Sönnern, zeigen den neuen Fangzaun vor dem Vereinsheim am Türkenplatz.
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Platzwart Günther Fricke (vorne) und Tobias Raschke, Vorsitzender des SC Sönnern, zeigen den neuen Fangzaun vor dem Vereinsheim am Türkenplatz.

Sönnern – Die Fußball-Zwangspause hat der Fußball-Bezirksligist SC Sönnern dazu genutzt, umfangreiche Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten am Türkenplatz vorzunehmen – auf dem Rasen, am Platz und im Vereinsheim. Dabei durfte der Verein auf die Tatkraft und auch den Erfindungsreichtum seiner Mitglieder bauen. „Es hatten alle Lust dazu anzupacken. Das ist schon Gold wert“, sagt der SCS-Vorsitzende Tobias Raschke. So wurden verschiedene Arbeiten von Vereinsmitgliedern ausgeführt. „Die Anlage hat ja schon viele Jahre auf dem Buckel. Da fällt immer wieder etwas an“, sagte Raschke.

Der größte Aufwand war wohl der für den neu gelegten Wasseranschluss zum Mittelkreis des Rasenplatzes. Unter der Leitung von Platzwart Günther Fricke wurde ein schmaler Streifen an der Mittellinie ausgehoben. Vereinsmitglied Daniel Zerlin kofferte den schmalen Streifen mit einem Mini-Bagger aus und es wurden Wasserrohre verlegt. Der Vorteil: An diesem zentralen Punkt, der unter dem Mittelkreis im Boden eingelassen wurde, wird ein Beregnungswagen mit montierter Sprinkleranlage über den Rasenplatz an einem Seil gezogen. Diese Idee hatten sich die Sönneraner bei SW Hultrop abgeschaut.

Bewässerungswagen spart viel Arbeit

„Die vergangenen vier Sommer waren sehr trocken“, nennt Raschke die Idee dahinter. So müsse der Platz im Hochsommer täglich gewässert werden. Eine Bewässerungstour dauert dabei sechs bis sieben Stunden. Nach der Verlegung der Rohre wurde ein Rollrasen darüber gelegt. Zum Mitarbeiterteam um den Platzwart Fricke zählten noch Wolfgang Schmitz und Uli Wienke, die alle zusammen zwei komplette Samstage damit beschäftigt waren.

Alte-Herren-Spieler Sebastian Kadlec kümmerte sich derweil um die Kabinen. Er hatte alle acht Bänke aus beiden Umkleidekabinen abgeschliffen, grundiert und in den Vereinsfarben Blau und Weiß neu lackiert.

Günther Fricke und Marco Surmann (vorne) – der gerne überall so ein bisschen mithilft – präsentieren die frisch renovierten Kabinen.

Auch verschiedene Türen im Vereinsheim arbeitete Kadlec auf. Insgesamt seien das etwa 15 Arbeitsstunden gewesen, erklärt Kadlec, der Beisitzer im Vorstand ist. Die Kabinenbeleuchtung strahlt nun ebenfalls heller.

Zudem wurde der Fangzaun vor den Kabineneingängen erneuert. Die alte Konstruktion war schon stark angerostet. Vereinsmitglied Dieter Franz und Stephan Winz, der als Vater eines Spielers die Schweißarbeiten übernahm, kümmerten sich auch um ein neues Querstankett. Die Stahlkonstruktion wurde von ihnen später blau gestrichen, dazu wurde ein neues blaues Fangnetz angeschafft und angebracht.

Auch der Kühlraum für Getränke wurde grundsaniert. Hier brachten sich Dirk „Hardy“ Brauner und Marco Surmann mit ein. Surmann half „überall so ein bisschen mit“. „Das ist der wichtigste Raum am gesamten Platz“, erzählt Raschke mit einem Augenzwinkern über das kühlende Getränkelager. Der Raum wurde gründlich gesäubert, gestrichen und mit neu abgedichtet. Hier war der Lockdown immerhin hilfreich. „Denn im normalen Betrieb hat man sonst nicht die Möglichkeiten dazu“, erklärt der SCS-Vorsitzende.

Ausgetauscht wurde ein Zaun als Absturzsicherung Richtung Funktionsräume an der Garage. Das vorherige Metallgestänge wich einem Holzzaun. „Das haben Dieter Franz und Marco Surmann von sich aus angeboten“, sagt Raschke. Letztlich sei es ein fester Stamm von Helfern, die sich einbringen würden, sagt Surmann. „Manchmal wünscht man sich, dass es mehr Hilfsbereitschaft aus den einzelnen Mannschaften heraus gibt. Denn die profitieren ja auch davon“, merkt Surmann an.

Hätten die Arbeiten Fachfirmen ausgeführt, wäre der Verein wohl auf Kosten zwischen 7000 und 9000 Euro gekommen, meint Raschke, nur um den Gegenwert ehrenamtlicher Arbeit einmal zu beziffern. Nicht zu vergessen, dass Sponsoren auch Bau- und Arbeitsmaterialien kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig

Die Arbeitsgruppe, die sich um die Anlagen am Sportplatz kümmert, hat sich vor dem zweiten Teil des Lockdowns zweimal monatlich samstags getroffen. „Um zu sehen und zu besprechen, was so anliegt und wer es machen kann“, erklärt Raschke.

Denn die gemütliche und funktionale Anlage ist deutlich in die Jahre gekommen und es fällt immer wieder etwas an. „Es ist schön, dass sich so viele einbringen.“ Nun steht noch als Dankeschön eine Helferfeier an, so Raschke – aber die muss in der aktuellen Situation natürlich noch auf sich warten lassen.

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