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U14 des BC 70 schafft Einzug in die DM-Endrunde

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Von: Michael Rusche

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BC70
bb-u14-online2.jpg © Rusche, Michael

Die jungen Basketballer des BC 70 Soest haben die Sensation geschafft.

Berlin – Die Sensation ist perfekt. Die U14-Jungen des BC 70 Soest haben sich bei der Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft in Berlin mit einem zweiten Platz in ihrer Vierer-Gruppe den Einzug in die Endrunde gesichert, der wohl größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

In zwei Wochen geht es ebenfalls in Berlin für die jungen Siebziger gegen ALBA Berlin – Gruppensieger in der Hauptstadt – und zwei Südvertreter (die werden am kommenden Wochenende ermittelt) um die Deutsche Meisterschaft. „Die Reise geht weiter“, sagte ein vom intensiven Coaching an einem intensiven Wochenende heiserer Trainer Mike Willems voller Stolz. Stolz auf seine Spieler, auf seinen Co-Trainer Andreas Kayser, auf die mitgereisten Eltern.

„Während und nach dem ersten Spiel hatten wir Blessuren. Die Eltern haben die Jungs bis 23 Uhr gepflegt“, sagte der Trainer zur unglücklichen Auftaktniederlage gegen ALBA Berlin am Freitag. Dem Nachwuchs des zigfachen Deutschen Meisters mussten sie sich in einer dramatischen Endphase mit 84:86 geschlagen geben. Zu Beginn hatten die Siebziger noch klar mit 27:4 und 31:7 geführt, aber bereits Ende der ersten Halbzeit musste mit Fabian Kayser ein Leistungsträger mit dem fünften Foul aus dem Spiel (17.). Doch auch so hielt der BC 70 noch gut mit, führte zur Pause mit 55:42 und wenige Minuten vor Ende der Partie noch mit 80:72. Das Spiel kippte erst, als die Soester in der Endphase nur noch vier Spieler auf dem Feld hatten, da zwei weitere Akteure wegen Überschreiten der Foul-Höchstzahl aus dem Spiel mussten. Über 80:80 ging es zum 84:86.

BC 70 Soest: Guglhör (2), Delker (4), Schenkel (20), Willems (5), Kayser (26), Aguebor (29), Koerner.

„Am Samstag musste ich die Jungs psychisch wieder aufbauen, das war schließlich unsere erste Niederlage seit 1,5 Jahren“, schilderte Willems den zweiten Tag. Es funktionierte. „Wir sind wieder im Rennen!“ So jubelte Kayser, Vorsitzender des BC 70, nach dem zweiten Spiel. Die jungen Siebziger hatten sich gerade gegen die RheinStars aus Köln mit 98:82 (47:42) durchgesetzt. Die waren schon im Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft der Gegner der Siebziger gewesen – da war nach grandioser Leistung ein 109:64-Sieg gelungen. Im zweiten Duell leistete Köln mehr Widerstand. Zeitweise lag der BC 70 im ersten Viertel sogar im Hintertreffen, ehe er aus einem 17:19 bis zur ersten Viertelpause eine 29:26-Führung machte. Mit fünf Punkten führten sie zur Pause (47:42).

Entscheidend war das drittel Viertel, das mit 29:11 an die Willems/Kayser-Mannschaft ging. Vor allem Fabian Kayser war da nicht zu stoppen. In der Verteidigung arbeitete das ganze Team hervorragend. Im Gegensatz zum ersten Spiel gegen Lichterfelde gab es diesmal keine Foulprobleme bei den Bördestädtern, die in der 35. Minute sogar mit 90:69 vorne lagen. Wichtig war dabei, dass der angeschlagene Jakob Sommer, der im Freitag-Spiel noch gefehlt hatte, nachgereist war. Damit war ein Spieler aus der ersten Fünf wieder dabei und Coach Willems hatte eine Alternative mehr. „Das war ein Arbeitssieg, damit hatten wir ein Endspiel“, so Willems.

BC 70: Guglhör (2), Sommer (4), Delker (4), Schenkel (9), Willems, Kayser (44), Aguebor (33), Koerner.

Gegen den Norddeutschen Meister und Gastgeber TuS Lichterfelde ging es um den zweiten Platz – beide Teams hatten bis dahin gegen Köln gewonnen und gegen ALBA verloren. „Wir hatten den gleichen Schiedsrichter, der im ersten Spiel dafür gesorgt hatte, dass drei unserer Spieler vom Feld fliegen“, ärgerte sich Willems – und im „Endspiel“ wurde er selber der Halle verwiesen. „Das war ein schweres und intensives Spiel. Lichterfelde hatte 250 Fans in der Halle, das war ein Radau wie in der Bundesliga“, lobte Willems die mentale Stärke seiner Spieler – nach dem klaren 78:63-Sieg fiel eine unheimliche Spannung von den Korbjägern und der ganzen Delegation ab. „Die ganzen Emotionen haben sich unglaublich gelöst. So habe ich die Jungs noch nie gesehen“, strahlte Willems. Sein Team hatte wieder früh Foulprobleme bekommen.

„Ich ziehe den Hut vor dem Team, das sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat, ein dickes Lob auch an Coach Andy Kayser. Klar haben wir auch unsere Topscorer, aber ohne die anderen Spieler ist so ein Sieg unmöglich. Alle sind über ihre Grenzen gegangen und haben unglaubliche Fortschritte gemacht“, war der Cheftrainer überglücklich.

BC 70: Guglhör, Sommer (14), Delker (8), Schenkel (10), Willems, Kayser (21), Aguebor (30).

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