Basketball

Basketballer beenden die Saison vorzeitig

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Aufstiegschance! Nico Schulte vom BC Soest II hat durch den Abbruch nun die Möglichkeit zum Aufstieg. 

Kreis Soest – Für die Basketballer ist Schluss! Aus der Coronapause wird für die Korbjäger des Westdeutschen Basketball-Verbandes das Saisonende, das hat das WBV-Präsidium nun beschlossen. Der letzte Wurf der Saison ist also schon gefallen.

 „Dem Verband blieb auch nichts anderes übrig“, kann Andreas Kayser, erster Vorsitzender beim BC 70 Soest, diesen Schritt gut nachvollziehen. „Wir wissen ja schließlich nicht, wann der Spielbetrieb hätte fortgesetzt werden können.“ Und auch der Kreis Unna/Hamm/Soest steht voll hinter der Entscheidung. „Wir unterstützen den WBV“, meint der Kreisvorsitzende Wilhelm Klespe, der gleichzeitig auch Basketball-Abteilungsleiter des TuS Bad Sassendorf ist. „Eine Ansteckung während des Spielbetriebes wäre das Schlimmste, was passieren kann.“ 

Aktueller Stand wird zur Abschlusstabelle 

Daher wertet der WBV nun die aktuellen Tabellen vom Stand des 12. März als Abschlussklassement – mit allen Vor- und Nachteilen, die das für die Mannschaften hat. Für den Seniorenbereich gibt es dabei allerdings eine Härtefallregelung. So haben alle Teams, die bei einem normalen Saisonverlauf rechnerisch noch die Möglichkeit gehabt hätten, den Aufstieg zu schaffen oder den Abstieg abzuwenden, die Chance, eine Wildcard für die Liga zu beantragen, für die sie sich noch sportlich hätten qualifizieren können. Für die Junioren gilt diese Regelung jedoch nicht. Im Falle der Soester sind drei Mannschaften davon betroffen. Die zweite Herrentruppe schließt die Bezirksligasaison auf Rang zwei ab, die Damen II darf sich jetzt sogar Meister der Bezirksliga nennen, genauso wie die weibliche U16 in der Jugendoberliga. „Wir müssen uns jetzt mal mit den Trainern zusammensetzen und schauen, ob und wo es für uns Sinn macht, Aufstiege wahrzunehmen“, müssen Kayser und seine Vorstandskollegen die genauen Auswirkungen der Regelung noch prüfen. Für die ersten Mannschaften der Soester ist der Abbruch der Saison – zumindest sportlich – gut. So haben sowohl die Herren in der zweiten Regionalliga, als auch die Damen in der Oberliga den Klassenerhalt geschafft. „Darüber sind wir glücklich“, freut sich Kayser. „Immerhin sind ja beide in ihren jeweiligen Liga neu.“ In Bad Sassendorf ziehen die Herren, die so den Ligaverbleib in der Bezirksliga geschafft haben, und die U14 als vorzeitiger Meister der Kreisliga daraus einen Vorteil. Zwar können die Vereine auf Kreisebene noch gegen diese Regelung im Raum Unna/Hamm/Soest protestieren, doch damit rechnet der Vorsitzende Klespe nicht. „Ich gehe davon aus, dass alle das mittragen“, sagt er. „Und wenn doch nicht, dann werden wir eine Lösung finden. Unser Kreis funktioniert.“ 

„Für die Jugendlichen eine Katastrophe“ 

Trotz des sportlichen Gewinns für seinen Verein, ist in Soest Andreas Kaysers Blick auf die Folgen der WBV-Entscheidung ungetrübt. „Wir alle wollten die Saison natürlich eigentlich zu Ende spielen“, sagt er. „Gerade für die Jugendlichen ist das nun eine Katastrophe, vor allem sozial.“ Der Nachwuchs, der ja aktuell auch nicht zur Schule gehen kann, würde so noch weiter in seinem Leben eingeschränkt werden. „Die wollen sich bewegen, ihrem Hobby nachgehen“, bedauert der erste Vorsitzende die Lage seiner Kids. „Trotzdem ist es ganz wichtig, dass sich keiner auf dem Freiplatz trifft, auch wenn es schwer fällt.“ Bis Klarheit herrscht, wie es in der Saison 2020/21 weitergeht. wird es aber wohl noch eine ganze Weile dauern. Der Verband hat den Wildcard-Berechtigten eine Frist bis zum 6. Mai gesetzt. Bis dahin müssen sich die Vereine entscheiden, ob sie das Recht auf die höhere Liga wahrnehmen wollen oder nicht. Erst dann wird abzuschätzen sein, wie die Ligen in der neuen Spielzeit aussehen werden. Kayser hofft nur: „Niemand will total aufgeblähte Ligen haben. Das würde sich auch extrem auf den Rahmenspielplan auswirken.“ Um das zu vermeiden, appelliert der WBV an die Vernunft der Klubs. In seiner Mitteilung mahnt der Verband die Vereine zum verantwortungsvollen Handeln.

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