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Kicken bei SW Hultrop ist für Alex Ronneburg „eine Herzensangelegenheit“

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Von: Michael Rusche

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Im Sommer 2021 waren Simon Bonk (links) und Alex Ronneburg als Neuzugänge und Rückkehrer zu SW Hultrop vorgestellt worden. Aber bisher konnte nur Bonk spielen in dieser Saison, während Ronneburg wegen einer langwierigen Verletzung wohl erst im kommenden Sommer wieder kicken wird.
Im Sommer 2021 waren Simon Bonk (links) und Alex Ronneburg als Neuzugänge und Rückkehrer zu SW Hultrop vorgestellt worden. Aber bisher konnte nur Bonk spielen in dieser Saison, während Ronneburg wegen einer langwierigen Verletzung wohl erst im kommenden Sommer wieder kicken wird. © Brede

Von Welver über Hultrop in die USA, dann nach einem Zwischenstopp erneut in Hultrop ins Frankenland nach Herzogenaurach – und nun wieder zu SW Hultrop: Der aus Welver stammende Fußballer Alex Ronneburg hat eine lange und weite Reise hinter sich.

Koblenz/Hultrop – Im vergangenen Sommer unterschrieb der inzwischen 30-jährige Kicker wieder bei den Schwarz-Weißen im Lippetal. Aber er geht nicht davon aus, dass er in dieser Saison noch für die Mannschaft von Trainer Alex Pahl in der Bezirksliga 7 spielen wird. Denn seit eineinhalb Jahren plagt ihn schon eine Schambeinentzündung. Aber ab dem kommenden Sommer hofft Ronneburg, dass er wieder im Schatten der Heintroper Mühle auflaufen kann.

Beim SV Welver fing „Ronne“ als Kind an. Ab der C-Jugend ging es zur Hammer SpVg, wo er in der B-Jugend sogar in der Westfalenliga am Ball war. In der nächsten Altersklasse führte ihn der Weg zum SV Lippstadt, ehe er noch als A-Jugendlicher zurück zum SV Welver, zu seinem Heimatverein, ging.

Weitere Stationen des Offensivspielers waren anschließend die Landesligisten SG Oestinghausen und SC Neheim. Später führte ihn ein Sportstipendium in die USA ans College. In Kansas feierte er 2014 die Staatsmeisterschaft, spielte auf Bundesebene weiter.

Nach der Rückkehr aus Übersee jagte er noch ein halbes Jahr in Hultrop das runde Leder, ehe es beruflich zu Puma ging und sportlich zum 1. FC Herzogenaurach. „Da sind wir zweimal aufgestiegen“, ging es in Mittelfranken von der Kreisliga in die Landesliga, zählt er seine Highlights auf – das Abschiedsspiel für den Alt-Internationalen Lothar Matthäus, mit dem er bei dieser Gelegenheit gemeinsam auf dem Platz stand, sei aber nur eine PR-Aktion gewesen.

Eine berufliche Veränderung machte schließlich die Rückkehr in heimatnähere Gefilde möglich. Von Sportartikelhersteller Puma ging es zu Canyon-Bikes nach Koblenz, zu einem Hersteller von Sport-Fahrrädern. Seit September 2021 wohnt und arbeitet Alex Ronneburg am Rhein. „Da kam die Überlegung auf, wieder in Hultrop zu spielen. Die Distanz ist nicht mehr so groß, ich habe noch eine Heimat in der Börde“, erklärt er, wie es zu seiner Rückkehr an die Heintroper Mühle kam.

Wie oft Alex Ronneburg demnächst für die Schwarz-Weißen spielen kann und wird, ist aber offen. „Das kann ich noch nicht so pauschal sagen“, muss er erst abwarten, wie sich die beruflichen Dinge einpendeln. „Ich hätte es aber nicht gemacht, wenn es nur einmal im Monat wäre“, sagt er aber.

Theoretisch könnte Alex Ronneburg auch für zwei Vereine aus zwei Bundesländern spielen. „Damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt“, sagt er zum Doppelspielrecht. Denn eine hartnäckige Schambeinentzündung setzt ihn seit eineinhalb Jahren außer Gefecht. „Ich hätte lieber zwei Kreuzbandrisse als diese Verletzung“, sagt er. Weder sei die Ursache klar zu erkennen noch sei die Behandlung einfach. „Da sind sich auch die Experten uneins“, meint er, „ich bin aber guten Mutes, dass ich ab dem Sommer wieder spielen kann.“

Ich habe gute Erinnerungen an den FC Herzogenaurach, das war eine schöne, lehrreiche Zeit, in der ich mich als Fußballer weiterentwickelt habe.

Alex Ronneburg zu seiner Zeit in Franken

Und das sicher in seiner gewohnten Rolle in der Offensive. „Ich habe gute Erinnerungen an den FC Herzogenaurach, das war eine schöne, lehrreiche Zeit, in der ich mich als Fußballer weiterentwickelt habe“, blickt er auf seinen letzten Verein zurück. Auf dem Flügel, im Zentrum, als hängende Spitze oder auch mal als Mittelstürmer. „Da habe ich vorne alles gespielt“, erklärt der 30-Jährige, der im Februar 31 Jahre alt wird.

„Ich freue mich in erster Linie, dass ich in Hultrop unterschrieben habe. Das ist eine Herzensangelegenheit für mich, wieder für die Schwarz-Weißen zu spielen“, freut sich Alex Ronneburg auf jeden Fall auf sein Comeback im Lippetal – auch, wenn die Pläne durch die Verletzung zurückgeworfen worden sind. Weitere Pläne hat er erst einmal nicht. Ob er später einmal (Spieler-)trainer werden möchte mit seinen verschiedenen Erfahrungen? „Das will ich nicht grundsätzlich ausschließen, aber da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das ist erst einmal nicht realistisch, kann sich aber mal ergeben.“ Doch erst einmal freut er sich, wenn er wieder Fußball spielen kann – und das bei SW Hultrop. Sein Alter macht ihm dabei keine Sorgen. „Wenn ich fit bin, will ich noch ein paar Jahre spielen“, sagt er und verweist dabei auf eine gesunde Lebensweise.

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