Akrobatik

Kraft, Koordination und Körperbeherrschung

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Die perfekte Grätsche zeigte Theresa Spiekermann.

Werl – Hoch hinaus geht es für die Sportakrobatinnen des Werler TV eigentlich regelmäßig, denn elegante Flugeinlagen sind fester Bestandteil ihrer Küren. Derzeit bleiben sie allerdings zwangsweise auf dem Boden - wegen des Coronavirus sind alle Sporthallen geschlossen worden. 

Vor der Schließung der Sporthallen im Kreis Soest hatten wir das Glück, den jungen Athletinnen bei ihrem Training in der Overberghalle an der Straße Am Alten Schloss in Werl zuschauen zu dürfen, und waren überrascht, mit wie viel Begeisterung die jungen Artistinnen ans Werk gehen. Auch wenn ein Lächeln beim Wettkampf Pflicht ist, strahlten die Nachwuchssportlerinnen auch während der kraftzehrenden Trainings fast immer. Allein das Aufwärmen dauert schon 45 bis 60 Minuten. 

Sportakrobatik beim Werler TV

„Dafür nehmen wir uns sehr viel Zeit, denn das Aufwärmen und die Dehnübungen sind bei unserer Sportart sehr wichtig“, sagt die 26-jährige Trainerin Julia Bechthold. Hinzu kommen Kraft, Koordination, Konzentration, Kondition sowie die Körperbeherrschung und Körperspannung, denn bei einem Wettkampf müssen die gezeigten Elemente drei Sekunden lang gehalten werden und das erfordert schon ein Höchstmaß der genannten Eigenschaften. 

Auch Details sind wichtig 

Während auf der einen Seite der Halle Mädchen und Jugendliche mit Gewichtsmanschetten an Armen und Beinen Hebeübungen machen, trainieren eine Matte weiter junge Athletinnen ihre Kraft mit Hanteln verschiedener Gewichtsklassen. Auf der großen Trainingsfläche, die zwölf mal zwölf Meter misst und gepolstert ist, arbeiten drei weitere Sportlerinnen in farbenprächtiger Wettkampfkleidung und mit musikalischer Begleitung daran, ihre Kür hinsichtlich Ausführung und Ausdruck weiter zu verbessern. „Auf den Rock achten“, ruft die zweite Trainerin Lisa Grote auf einmal dazwischen. Denn nach einer Wurfeinlage, bei der zwei der Turnerinnen ihre Partnerin in die Luft geworfen haben, sodass sie sich einmal um die eigene Achse gedreht hat, war der Saum ihres Rockes noch hochgeklappt. „Das gibt bei einem Wettkampf Abzüge“, erklärt die 26-Jährige. Sie ist über ihre Mutter, die früher die Kangaroos trainiert hat, zur Sportakrobatik gekommen. „Nicht nur die technische Ausführung und der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Elemente sind für die Wertung wichtig, sondern auch der Ausdruck der Sportlerinnen“, erklärt sie. „Alles soll perfekt aussehen und dazu gehört neben einem Lächeln eben auch, dass der Rock richtig fällt.“ 

"Wie eine zweite Familie"

Trainiert wird bei den Sportakrobaten mehrmals in der Woche. „Die rund 40 Mädchen und Jugendlichen sind bei uns in die zwei Gruppen Breitensport und Leistungssport unterteilt“, erklärt Julia Bechthold. „Los geht es bei uns im Alter von rund fünf Jahren, die Älteste ist derzeit 22 Jahre alt.“ „Ich fühle mich hier super wohl“, sagt Juma Jordan, die vor sieben Jahren bei dieser Abteilung des Werler TV angefangen hat. „Es ist für mich wie eine zweite Familie.“ Die 13-Jährige ist über ihre fünf Jahre ältere Schwester zu dieser Sportart gekommen und direkt geblieben. „Mir gefällt bei der Sportakrobatik besonders gut, dass die Übungen so elegant aussehen und trotzdem sehr anspruchsvoll sind.“ Auch Johanna Quenkert, die vor rund fünf Jahren mit der Sportakrobatik angefangen hat, fühlt sich beim Training pudelwohl. „Ich bin damals über eine Freundin dazugekommen und war sofort begeistert.“

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