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Trotz Abstiegsplatz: Bestnoten für Lars Dietz aus Bad Sassendorf in der dritten Liga

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Von: Frank Zöllner

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Lars Dietz musste zuletzt häufiger Enttäuschungen wegstecken.
Lars Dietz musste zuletzt häufiger Enttäuschungen wegstecken. © Daniel Karmann/dpa

Aus der 2. Bundesliga abgestiegen und nach einer halben Saison eine Etage tiefer wieder in akuter Gefahr, die Klasse nach unten verlassen zu müssen.

Würzburg/Bad Sassendorf - Lars Dietz, Defensivspieler aus Bad Sassendorf bei den Würzburger Kickers, erlebt damit mit seinem Verein in seiner zweiten Saison eine große Anspannung.

Dabei ist der 24-Jährige eine feste Konstante im Team von Trainer Danny Schwarz – und war dies auch schon bei dessen Anfang Oktober entlassenen Vorgänger Torsten Ziegner.

Lars Dietz bei Würzburger Kickers: Immer über 90 Minuten

17 von 19 Hinrundenspielen absolvierte der frühere U20-Nationalspieler Dietz für seinen Verein – und stand immer über 90 Minuten auf dem Platz. Zweimal fehlte er mit einer Verletzung im linken Knie, das ihm aktuell ebenfalls noch Probleme bereitet.

„Mit Schmerzen zu spielen ist nicht schön. Ich hoffe, dass sich das in der dreiwöchigen Spielpause bessert“, sagt Lars Dietz mit Blick auf den Rückrundenstart am 16. Januar beim SC Verl.

Lars Dietz musste zuletzt häufiger Enttäuschungen wegstecken.
Lars Dietz musste zuletzt häufiger Enttäuschungen wegstecken. © Daniel Karmann/dpa

Er sah zum Hinrundenende gegen Zwickau (2:2) seine 5. Gelbe Karte und verpasste somit den Rückrundenstart am Montagabend gegen den TSV 1860 München (0:3). „Am Schluss ist es einfach zu brav, zu naiv. Da brauchen wir uns jetzt nichts vorzumachen“, ärgerte sich Trainer Schwarz nach dem 2:2 gegen Zwickau in der Schlussminute. „Da müssen sich die Jungs entwickeln“, sagte der Trainer gegenüber liga3-online.de und sieht noch viel Arbeit.

Gegen 1860 München fehlte mit Dietz so auch ein Leistungsträger, der gegen Zwickau mit der Kicker-Note 2,5 den Bestwert im Team hatte und mit 3,12 den mit Abstand besten Notendurchschnitt aller Kickers-Spieler.

„Es ist für mich extrem wichtig, mein Leistungsmaximum zu bringen. Ich muss erst selbst meine Leistung bringen, dann kann ich auch meinen Mitspielern helfen“, nimmt der 24-Jährige eine Führungsrolle an – und auch ein. „Man muss die eigene Leistung aber auch immer zusammenhängend mit der Mannschaftsleistung bewerten. Insgesamt bin ich persönlich mit meiner Saison zufrieden“, ordnet der Bad Sassendorfer ein.

Ich muss erst selbst meine Leistung bringen, dann kann ich auch meinen Mitspielern helfen.

Lars Dietz über seine Rolle als Führungsspieler

Dass es auch eine Etage tiefer beim Absteiger schlecht läuft – zum Jahresende belegt Würzburg den vorletzten Platz mit 17 Punkten aus 20 Spielen – dafür macht Dietz den großen Umbruch im Sommer nach dem Zweitliga-Abstieg mitverantwortlich. „Es hat fast einen kompletten Wechsel gegeben. Wir haben viele Spieler verloren und auch viele gehen lassen. Dafür haben wir viele junge Spieler dazu bekommen. Am Saisonanfang war das größte Problem, dass wir nicht komplett als Mannschaft funktioniert haben“, blickt der hoch gewachsene Verteidiger zurück.

Seit dem Trainerwechsel von Ziegner auf Schwarz hat Dietz zudem einen Systemwechsel ausgemacht: „Wir spielen seitdem mit mehr Ballbesitz.“ Er ist sich sicher, dass sich dass auch in den kommenden Rückrundenspielen dann auszahlen wird. Denn bislang stehen drei Siegen acht Remis und neun Niederlagen gegenüber.

„Es ist in der Liga unten sehr eng. Wenn man einen Lauf hat, gilt es den auch mitzunehmen“, hofft Dietz auf eine Siegesserie in einer „flexiblen und verrückten Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Wir haben bei Spitzenreiter Magdeburg gewonnen und gegen Kaiserslautern. Dafür tun wir uns gegen direkte Konkurrenten schwer“, hat der frühere Spieler von Viktoria Köln erkannt.

An Weihnachten bei der Familie daheim

Eine gute Phase hatten die Kickers auch, als sie wegen mehrerer Corona-Fälle Anfang November zwei Spiele absagen und sich einige Spieler in Quarantäne begeben mussten. Das war genauso keine neue Erfahrung für Dietz wie die aktuellen Geisterspiele (zumindest) bei den Heimpartien – beides hatte er im vergangenen Zweitliga-Jahr ebenfalls hautnah erlebt. „Ich dachte aber nicht, dass es so mit voller Wucht zurückkommt“, sagt der 24-Jährige, der selber nicht zu den Corona-Fällen im Kickers-Kader gehörte.

Den Unterschied zwischen der 2. und 3. Liga sieht er wie folgt: „In der 2. Bundesliga ist es gerade bei den Spitzenmannschaften wie dem Hamburger SV ein anderes Niveau. In den Spielen war man auch eher defensiver. In der 3. Liga muss man immer sein Leistungsniveau ausschöpfen. Sonst wird es schwer“, erklärt der Defensivspieler, dessen Vertrag bis Sommer 2023 bei den Kickers läuft.

Das Ziel für die Rückrunde ist es also, die Abstiegsplätze zu verlassen und am Saisonende den Liga-Erhalt geschafft zu haben. Es sollen einige Verstärkungen in der Winterpause dazu kommen. „Die müssen wir schnell integrieren und dann müssen wir alles daran setzen, die Klasse zuhalten“, so Dietz.

Aber über die Weihnachts-Feiertage geht es erst einmal zur Familie nach Bad Sassendorf – um den den Akku aufzutanken, aber auch, um fit zu bleiben, das Knie zu stabilisieren – damit nach der kurzen Pause am 2. Januar in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte der Grundstein für den Klassenerhalt gelegt wird und Dietz dabei ein wichtiger Faktor sein wird.

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