36:28 – VfS Warstein glückt Wiedergutmachung

WARSTEIN ▪ Teil eins der „Mission Wiedergutmachung“ ist geglückt. Handball-Landesligist VfS Warstein hat sich mit einem eindrucksvollen 36:28 (17:13)-Sieg beim Letmather TV für die Auftakt-Heimschlappe revanchiert und damit unterstrichen, dass die Ankündigung von Trainer Heinz Thomanek, den Verein zum Saisonende zu verlassen, keinerlei negative Auswirkungen auf die Motivation hat. Von Bernd Großmann

Landesliga, Herren: Letmather TV – VfS Warstein 28:36 (13:17). Obwohl die Letmather überraschend wieder mit Henning Bublies aufliefen, der auf Linksaußen eine gute Figur machte, also bis auf Turkiewicz und Hausl in Bestbesetzung spielen konnten, waren sie gegen den wesentlich ballsicheren und präziser abschließenden Tabellenvierten aus Warstein chancenlos. Das 1:0 durch vom Hofe sollte zur Enttäuschung der ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff lautstark anfeuernden LTV-Fangemeinde die einzige Führung des Abstiegskandidaten bleiben.

Schon früh in der Partie demonstrierte Lars Schorlemer, dass er nach überstandener Grippe wieder topfit und ein heißer Kandidat auf die Landesliga-Torjägerkrone ist. Sein erster Doppelschlag bescherte das 1:2, sein zweiter mit Siebenmetern das 2:5. Und dann gelang ihm sogar ein lupenreiner Feldtor-Hattrick zum 4:9, was Letmathes Coach „Sammy“ Drechsel, der Boban Ristovic von Beginn an in Sonderbewachung nehmen ließ, zu einer Auszeit veranlasste. Zwar wurde dadurch Schorlemers Tatendrang ein wenig eingedämmt, doch dafür kam jetzt Kreisläufer Sebastian Mues auf Touren, vergrößerte das Polster auf 6:14 (23.). Auch nach 26 Minuten sah es blendend für die Warsteiner aus, als Benedikt Furmaniak das 9:17 markierte. Die Schlussphase der ersten Hälfte gehörte jedoch den Lennestädtern, die durch Budde, Christian Temp sowie den starken Kreisläufer Stratmann (2) den Rückstand halbierten und Hoffnungen auf eine Wende schürten.

Allerdings kassierten die Letmather in den Schlusssekunden gleich zwei Zeitstrafen, gingen also in doppelter Unterzahl in den zweiten Abschnitt. Für Warstein eine optimale Gelegenheit, gleich wieder davonzuziehen, doch scheiterte der VfS zunächst mehrfach am nun glänzenden Keeper Löschmann. Da aber auch Warsteins Torhüter Markus Jostes prächtig aufgelegt war, die folgende Unterzahl nach einer Hinausstellung von Ciya Aslan gleichfalls ohne Auswirkungen blieb, reduzierte sich der Vorsprung nicht weiter.

Nach quälend langen fünf Minuten beendete Lars Schorlemer die Torflaute, ließ Jonas Bittern mit schönem Solo gleich das 13:19 folgen. Jetzt wirkten die Warsteiner wieder konzentriert und souverän, nutzten ihre Ballgewinne, die vor allem dem starken Innenblock zu verdanken waren, mit einer Fünfer-Serie zum 14:24 (42.) aus und konnten so das letzte Spieldrittel völlig entspannt angehen.

Je mehr die Letmather ihre Deckung öffneten, desto müheloser konnten die Warsteiner jetzt ihre Torchancen verwerten. Ristovic donnerte die Kugel zum 21:30 (54.) in den Winkel, kurz vor dem Ende kam auch noch Lino Gericke, der zuvor bereits in der Reserve gespielt hatte und nach monatelanger Verletzung sein Saisondebüt im Landesliga-Team gab, zu seinem ersten Treffer. Den Schlusspunkt einer letzten Minute, in der sage und schreibe sechs Tore fielen, setzte Markus Sobkowiak.

Spielstände: 2:2 (3.), 2:5 (7.), 4:9 (14.), 5:11 (18.), 6:14 (23.), 9:17 (26.), 13:17 (30.), 13:19 (36.), 14:24 (42.), 21:27 (52.), 21:30 (54.).

Zeitstrafen: LTV 4, VfS 4.

7-Meter:LTV 4/2, VfS 6/5.

Zuschauer:200.

Schiedsrichter:Stoppelkamp/Schaden (Sundern)

LTV:Lobo-Fragoso (1. – 15.) und Löschmann (16. – 60) im Tor; Stratmann (9/2), C. Temp (6), Budde (5), Bublies (4), Wunderlich (2), Buder (1), vom Hofe (1), Böcker, Nagel, S. Temp, Gudd.

VfS:Jostes (1. – 54.) und Hölter (55. – 60.) im Tor; Schorlemer (15/5), Ristovic (7), Mues (5), Furmaniak (3), Sobkowiak (3), Bittern (2), Gericke (1), Aslan.

Heinz Thomanek, Tainer VfS Warstein: „Mich freut, dass die Mannschaft ihre gute Leistung von Wetter bestätigt hat und wieder sowohl in der Abwehr als auch im Abschluss überzeugen konnte. Wir sind gleich gut ins Spiel gekommen, haben Budde und Wunderlich kaum zur Entfaltung kommen lassen, uns leider gegen Ende der ersten Hälfte einige Nachlässigkeiten erlaubt. Eingangs der zweiten Hälfte hatte ich Bedenken, als wir eine doppelte Überzahl nicht genutzt haben. Aber dann haben wir ans dank der kollektiv stabilen Defensive wieder abgesetzt und nichts mehr anbrennen lassen.“

Günther Drechsel, Trainer Letmather TV: „Wir haben die Anfangsphasen beider Halbzeiten verschlafen und sind deshalb stets hinterher gelaufen. Die taktischen Vorgaben wurden früh über Bord geworfen. Wir haben viel zu oft versucht, über den großen Innenblock zu schießen. Dabei hat sich gezeigt, dass wir durchaus Lücken in die Warsteiner Deckung reißen können, wenn wir geduldig kombinieren. Insgesamt muss man aber sagen, dass der Gegner eine Nummer zu groß war, weil wir Schorlemer und auch Ristovic nicht stoppen konnten, der VfS sehr effektiv agiert hat.“

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