33:24 – „Start-Ziel-Sieg“ des VfS gegen Halden

WARSTEIN ▪ Eigentlich sollte es den Handballern seit der Renovierung der Warsteiner Dreifachturnhalle leicht fallen, in Meisterschaftsspielen schneller Betriebstemperatur zu erreichen. Denn für die Modernisierung im sechsstelligen Euro-Bereich wurde eine Bodenheizung eingebaut. Von Harald Struff

Doch ins erste Heimspiel des Jahres 2011 starteten die Landesligamänner des VfS unterkühlt – so, als hätten sich die Minustemperaturen von draußen auf ihre Muskulaturen gelegt. Bis zum ersten Torerfolg, einem von Lars Schorlemer verwandelten Siebenmeter, verstrichen 5 Minuten und 31 Sekunden, in denen fast ein Dutzend Angriffe vergeben wurden. Bis zum ersten Feldtor, dem 2:2- Ausgleich von Ciya Aslan, dauerte es sogar knapp sieben Minuten. Dementsprechend zurückhaltend die Stimmung auf den Rängen, trotz eines guten Besuchs von fast 200 Handballanhängern. „Was ist los auf der Tribüne? Es ist ein bisschen leise“, suchte Stadionsprecher Marvin Risse anfangs vergeblich nach einem Echo auf seine Torschützen-Ansagen.

Fünf Minuten vor Spielende hatte Risse das Publikum endlich auf seiner Seite. Drei Mal „Michael Hölter“ schallte es lautstark durchs Hallenrund, nachdem der Nachwuchskeeper soeben einen Siebenmeter gehalten hatte und sich das Match mit einer weiterhin komfortablen Führung von zehn Toren Vorsprung (28:18) zu Ende spielen ließ. Denn während Warstein nach Startschwierigkeiten doch noch auf Touren gekommen war, stotterte das Spiel der Gäste bis zu dem für sie ganz bitteren Schluss.

Landesliga, Männer: VfS Warstein – TuRa Halden-Herbeck 33:24 (15:10). Weder als „Favoritenschreck“ noch „Angstgegner“, sondern als das, was sie in dieser Saison wirklich sind, stellten sich die Halden-Herbecker am Samstagabend in Warstein vor: als Abstiegskandidat. „Das war nicht landesligareif“, kommentierte TuRa-Trainer Rainer Woyck die Leistung seines zwölfköpfigen Kaders, in dem er „eine große Verunsicherung“ ausmachte.

Nur zwei Mal, beim Stand von 0:1 und 1:2, lag Warstein im Hintertreffen. Nach Aslans-Doppelschlag zum 3:2 (8.) zogen die Hausherren zügig auf 6:2 (12.) davon, war das Spiel vier Minuten nach der Halbzeitpause mit einer 18:10-Führung für Warstein schon entschieden. Bis auf zwölf Tore (27:15/48., 31:19/57.) baute der Tabellendritte seinen Vorsprung aus. Da fielen fünf Gegentreffer, die den Gästen in den letzten beiden Spielminuten noch gestattet wurden, nicht mehr ins Gewicht.

Von einem ungefährdeten „Start-Ziel-Sieg“ sprach VfS-Trainer Heinz Thomanek. Seine Spielanalyse: „Grundlage war in der ersten Halbzeit eine hervorragende 6-0-Deckung, die aggressiv herausgetreten ist, mit einem gut funktionierenden Torwart dahinter. Damit kann man eine längere, maue Phase wie zu Beginn im Angriff schon mal überbrücken. Danach haben wir vorne durchdachte Angriffe vorgetragen; wir haben den Ball richtig gut laufen gelassen. Wir haben uns Chancen herausgearbeitet, die wir zum größten Teil auch hereingeworfen haben. Und das Schöne ist, dass wir das in der zweiten Halbzeit fortgesetzt haben.“

Für Thomaneks Trainerkollegen Woyck fiel die Tagesbilanz weniger erfreulich aus: „Wir wollten gegen den kleinen Warsteiner Kader das Tempo über 60 Minuten hoch halten und aggressiv in die Deckung gehen. Doch genau das hat Warstein gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir weder einen Siebenmeter herausgeholt, noch hat Warstein eine Zeitstrafe oder eine gelbe Karte bekommen. Wenn das aggressives Spiel sein soll... Und 35 Fehlwürfe sowie elf technische Fehler brauche ich auch nicht weiter zu kommentieren.“

Torfolge: 2:2 (7.), 6:2 (12.), 10:5 (19.), 18:10 (34.), 22:12 (38.), 27:15 (48.), 30:18 (56.).

Zeitstrafen: 1:8.

Siebenmeter: 5/7:1/2.

Schiedsrichter: Dörthe Klinker (TuS Plettenberg), Rüdiger Strieter (HSG Schalksmühle-Halver).

VfS: Jostes (1. - 44.), Hölter (45. - 60.) im Tor; Furmaniak (9), Schorlemer (7/2), Aslan (4), Gericke (4/3), Mues (3), Bittern (3), Ristovic (2), Sobkowiak (1),

TuRa: Büchling, Wolff im Tor; Homberger (8), Pelka (7), Göbels (3), Geisler (2), Arlt (1), Segreff (2), Osebold (1), Dahlhaus (1), Stein, Thonemann.

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