Diskussion über die Vorbereitungszeit vor einem möglichen Restart

14 Tage Vorbereitung sind den Fußballtrainern zu wenig

Zwei Wochen Trainingsvorbereitungen sollen vor dem Restart reichen, wenn es nach den FLVW-Vizepräsidenten Manfred Schnieders geht.
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Zwei Wochen Trainingsvorbereitungen sollen vor dem Restart reichen, wenn es nach den FLVW-Vizepräsidenten Manfred Schnieders geht.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) geht trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns davon aus, dass die laufende Saison in abgespeckter Form zu Ende gebracht und damit zu einer Wertung kommen wird. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist weiter offen.

Kreis Soest – FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders hat jedoch verlauten lassen, dass den Vereinen ab dem Zeitpunkt X eine 14-tägige Vorbereitung wohl reichen müsse. Wir haben bei den Trainern aus dem Kreis Soest nachgefragt, was sie davon halten.

Sobald der Trainingsbetrieb im Fußball coronabedingt wieder erlaubt ist, plant der FLVW derzeit eine 14-tägige Vorbereitungszeit für die Vereine ein, ehe die Meisterschaft fortgesetzt werden soll – reicht das?

Heiko Hofmann (Trainer des Landesligisten SV Hilbeck): „Grundsätzlich ist es in Ordnung. Es ist sicher nicht optimal, aber ich glaube, das ist alternativlos. Normalerweise müsste man eine Vorbereitungsphase von viereinhalb bis sechs Wochen haben. Das ist der Rahmen, in dem sich die Trainer so bewegen. Aber wir haben nun einmal diese besondere Zeit und die müssen wir besonders händeln. Wichtig ist, dass wir wieder an den Ball kommen. Dafür müssen wir Corona in den Griff bekommen und da sollten wir lieber eine Woche länger warten als zu früh anfangen. Ich gehe auch davon aus, dass nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden kann. Es wird Verlierer und Gewinner geben.“

Heiko Hofmann, Trainer SV Hilbeck.

Dierk Meincke (Trainer des Bezirksligisten SG Oestinghausen): „Ich glaube, dass das die einzige Möglichkeit ist, bei einer längeren Vorbereitung kämen wir am Ende in Verzug. Wenn wir Ende März, Anfang April anfangen können, ist das kein Problem mit den zwei Wochen. Das einzige Problem ist dann, dass Testspiele flöten gehen könnten. Wir haben vier, fünf Wochen Pause gemacht, wollen jetzt locker wieder loslegen. Ich bin voll des Lobes für meine Jungs, die haben viel Programm gemacht, sind auf einem hohen Level. Das ist für sie nicht einfach, leben wir doch auch viel von der Geselligkeit, die im Moment natürlich fehlt. Klar, dass es hier und da mehr Verletzungen geben wird, aber von der Prävention her sind wir sehr gut aufgestellt. Rumheulen ist auch nicht förderlich.“

Dirk Meincke, Trainer SG Oestinghausen.

Dirk Sellemerten (Trainer des Bezirksligisten SW Hultrop): „Wir wollen nicht alles schwarzmalen, sind froh, wenn wir wieder das Leder am Fuß haben! Nur zwei Wochen Vorbereitungszeit sind sicher nicht top, aber wir nehmen es, wie es kommt. Dann haben in Bezug auf fußball-spezifisches Training alle Vereine die selben Voraussetzungen. Aber wie werden die zwei Wochen gezählt? Kann sofort in voller Stärke trainiert werden oder nur in Kleingruppen? Gibt es vielleicht auch Testspiele? Am Ende muss jeder Verein schauen, was er bisher gemacht hat. Wir haben mit Cybertraining und einer Lauf-App den Körper in Schuss gebracht. Fußball-spezifische Sachen stehen auf einem anderen Blatt. Zu beachten ist auch, wie die Plätze beschaffen sind, wenn es wieder losgeht. Ist unser Rasen weich oder gefroren. Wenn wir nach Oestinghausen auf den Kunstrasen gehen, haben wir wieder andere Zeiten.“

Dirk Sellemerten, Trainer SW Hultrop.

Rüdiger Hötte (Trainer des Bezirksligisten SF Ostinghausen): „14 Tage ist utopisch schlecht. Das passt gar nicht. Das weiß der FLVW aber auch, wenn man überlegt, dass wir sonst im Sommer fünf bis sechs Wochen und in einem normalen Winter drei bis vier Wochen Vorbereitung haben. Man muss an der Grundsubstanz arbeiten und im mannschaftstaktischen Bereich was einüben. Man kann zwar vorher eingespielt gewesen sein, aber die Automatismen greifen nach der langen Zeit nicht mehr. Im Läuferischen müssen sich die Spieler im Vorfeld fit halten, auch in Absprache mit den Trainern. Wie das gemacht wird, da hat jeder Verein seine eigene Philosophie.“

Rüdiger Hötte, Trainer SF Ostinghausen.

Ibou Mbaye (Trainer des Bezirksligisten SV Westfalia Soest): „Optimal ist das nicht, da hat man keine Möglichkeiten, am System oder an taktischen Maßnahmen zu feilen, weil keine Zeit für Testspiele ist. Und auf dem Niveau ist es schwer, die Jungs richtig fit zu bekommen und damit steigt das Verletzungsrisiko, wenn man dann im Spiel über seine Grenzen geht. Es wäre schön, wenn man mindestens zwei Wochen vor dem Start erfährt, wann es losgeht, damit man sich schon vorher darauf vorbereiten kann. Vier Wochen vorher wäre super, dann gibt es keine Probleme.“

SVW-Trainer Ibou Mbaye.

Sebastian Tyrala (Trainer des A-Kreisligisten BV Bad Sassendorf): „Es ist schwierig. Wenn man drei, vier Monate nicht gespielt hat, halte ich zwei Wochen für bedenklich. Auch wenn es Kreisliga ist, können sich die Spieler verletzen. Auch die Spiele sind anstrengend und intensiv. Auf der anderen Seite wäre ich froh, wenn die wir die Hinrunde beenden könnten. Es ist ja bis zum 30. Juni noch Zeit, um die sieben oder acht Spiele zu absolvieren.“

Sebastian Tyrala, Spielertrainer BV Bad Sassendorf.

Viktor Müller senior (Trainer des A-Kreisligisten SpVg Möhnesee): „ Ich finde das nicht in Ordnung. Zwei Wochen Vorbereitung sind definitiv zu wenig. Wir sind ja nicht in der Bundesliga. Obwohl die Jungs seit einer Woche wieder unter Vorgaben laufen und sich so Kondition holen, haben sie doch keinen Ball am Fuß. Vier Wochen wären optimal, wir müssen ja auch ein paar Freundschaftsspiele machen und Zeit haben, wieder mit dem Ball zu arbeiten. Wir sind zwar Tabellenführer, wissen das aber auch einzuschätzen. Wir sind nicht verpflichtet, aufzusteigen, aber wir wollen schon weiterhin gute Spiele abliefern.“

Viktor Müller senior, Trainer SpVg Möhnesee.

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