Max Schönhaus ist im DTB-Nachwuchskader

13-jähriges Talent schlägt für die Soester Senioren auf

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Max Schönhaus

Niederense/Soest – Wenn Max Schönhaus für die zweite Mannschaft des TC Blau-Weiß Soest aufschlägt, reiben sich die Gegner schon mal verwundert die Augen.

Denn zum einen ist er seit Samstag, 1. August, gerade mal 13 Jahre alt und mischt bereits bei den Senioren in der Ruhr-Lippe-Liga mit, zum anderen spielt der Schüler aus Niederense richtig gut Tennis.

 Max wurde deutscher Vizemeister in der Altersklasse U12 und gehört dem Kader des Deutschen Tennis Bundes (DTB) an. Sportlich wuchs er zweigleisig auf. Mit vier, fünf Jahren wurde er Fußballer beim TuS Niederense, später spielte er beim SC Neheim. Mit Tennis begann er mit sechs Jahren. 

„Ein Freund hat mich mit zum Training genommen“, erinnert sich Max, der die Bernhardusschule Niederense besuchte und nun auf das St.-Ursula-Gymnasium in Neheim geht. Mit sieben Jahre gehörte er bereits zum Kader des Hochsauerlandkreises, mit acht Jahren konzentrierte er sich auf Tennis. „Da war ich talentierter als beim Fußball.“ 

Beim Enser TC kümmerte sich Jugendtrainerin Gesa Schnieder um Max. Sie vermittelte ihn auch zum Kreistraining in Arnsberg. Dort lernte das ehrgeizige Talent Martina Struff kennen, Stützpunkttrainerin des WTV-Bezirks Südwestfalen und Mutter des Tennisprofis Jan-Lennard Struff. Seit einem Jahr zählt Max zum DTB-Nachwuchskader 2 – erst in der Altersklasse U12, nun in der U14.

 In seinem Jahrgang 2007 ist er einer von zehn Jungen, die gefördert werden, und steht in der DTB-Rangliste an Position sieben. An vier Tagen in der Woche trainiert der Teenager etwa drei Stunden. Zwei Mal nimmt er am Verbandstraining beim WTV in Kamen teil, zwei Mal pro Woche absolviert er Einheiten mit Florian Lemke, dem Mannschaftsführer der Verbandsliga-Herren von BW Soest. „Mit Florian ist er auf einer Wellenlänge“, sagt Vater Torsten Schönhaus. Und zwischendurch trainiert Max noch mit Struff in Arnsberg. 

An den Wochenenden stehen die Mannschaftsspiele oder nach der Zwangspause wegen der Covid-19-Pandemie auch wieder Turniere auf dem Programm. Die finden zum Teil auch unter der Woche statt. „Langsam geht es wieder los“, sagt Torsten Schönhaus, der seinen Sohn zu den Wettkämpfen begleitet.

Norddeutscher U12-Meister

 Mitte Juli startete Max beim Ambrosius-Cup in Wuppertal. Obwohl er für die Altersklasse U18 gemeldet hatte und der Jüngste war, schaffte er es bis ins Finale. Sein Endspielgegner war 14 Jahre alt, die anderen Konkurrenten 16 oder 17. Als Individualsportler war Max im vergangenen Jahr besonders erfolgreich. In Norderstedt (Schleswig-Holstein) wurde er in der Altersklasse U12 norddeutscher Meister im Einzel und im Doppel.

 Bei den deutschen Meisterschaften in Essen wurde er erst im Finale gestoppt. Auch an internationalen Turnieren nimmt er seit 2019 teil. Sein erstes bestritt er im portugiesischen Coimbra, ein weiteres in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Das Hobby seines Sohnes sei mit einer „sehr starken Reiseaktivität“ verbunden, sagt Torsten Schönhaus, der Max regelmäßig begleitet. „Man muss immer alles selbst organisieren. Das war eine neue Erfahrung.“ 

Die ganze Familie müsse dahinterstehen. Und das tut sie auch. Max‘ Großvater und seine Mutter fahren ihn zum Training, sein älterer Bruder kam mit nach Tallinn. In der kommenden Woche steht ein DTB-Lehrgang in Oberhaching im oberbayerischen Landkreis München an – mit jeweils fünf Spielern der Jahrgänge 2006 und 2007 sowie Theorie- und Praxiseinheiten. 

Dominic Thiem als Vorbild

Zu Beginn der Sommerferien hatte bereits ein Lehrgang in Hannover stattgefunden. Für BW Soest spielt Max seit 2018. Den Kontakt hatte Martina Struff hergestellt. Bis die zweite Mannschaft wieder um Spiel, Satz und Sieg kämpft, dauert es noch ein wenig. Am 16. August wird der TC Grävingholz aus Dortmund zu Gast sein. Beide Teams sind in der Ruhr-Lippe-Liga nach drei Spieltagen noch punktlos. 

Max kam bislang zwei Mal im Einzel zum Einsatz – als Zwölfjähriger. Gegen Gladbeck gewann er sein Match in zwei Sätzen, im Duell mit dem Spitzenreiter Hansa Dortmund II war er chancenlos. „Mein erster Gegner war nicht so viel älter, meinen zweiten kenne ich, wir sind gute Freunde“, sagt Max. Alles in allem seien die Matches bei den Senioren natürlich schneller und intensiver als in der Jugend. 

Seine Stärken seien der Aufschlag, die Vorhand und sein Ballgefühl, sagt der Schüler. „Das Ballgefühl war immer da, der Rest der Familie spielt Volleyball und Fußball“, ergänzt Torsten Schönhaus. Als Schwäche sieht Max seine Rückhand an, die er seit einem Jahr einhändig spielt.

 Auch sein Vorbild, der Österreicher Dominic Thiem, agiert mit einhändiger Rückhand. „Ihn finde ich auch von der Persönlichkeit her gut.“ Thiem gehört in der Weltrangliste zu den Top Ten. So weit wird es Max Schönhaus vermutlich nicht schaffen. 

Ziele setzt sich der junge Niederenser trotzdem: „Bei den deutschen Meisterschaften im Herbst will ich so weit wie möglich kommen.“ Nach Platz zwei in der Altersklasse U12 diesmal in der U14 den Titel zu holen, werde schwierig. Spätestens 2021 soll es aber was werden – „wenn ich wieder Altjahrgang bin.“

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