"Van the Man" muss beim HSV bleiben

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Ruud van Nistelrooy muss beim HSV bleiben.

Hamburg - Sein Flirt mit Real Madrid war heiß, aber kurz. Ruud van Nistelrooy, so hat es den Anschein, wird seinen Vertrag beim Bundesligisten Hamburger SV erfüllen müssen.

Sein Mund ist verschlossen, nur die Körpersprache gibt Auskunft über das Befinden von Ruud van Nistelrooy. Routiniert, fast trotzig absolviert der Niederländer seine Trainingseinheiten beim Hamburger SV. Wohl in dem Wissen, dass die Hanseaten dem Werben von Real Madrid um einen der besten europäischen Torjäger der Geschichte nicht nachgeben werden.

Die Ansage des HSV-Trainers Armin Veh ist deutlich. „Wir können ihn nicht gehen lassen. Die würden uns hier die Bude abreißen“, sagte Veh. Für van Nistelrooy bedeutet das: Statt bei den „Königlichen“ die letzte Chance wahrzunehmen, zum Abschluss einer grandiosen Karriere die Champions League zu gewinnen, muss er noch 16 Spiele lang um die Europa-League-Qualifikation kämpfen. Kein wirklich standesgemäßer Ausklang für „Van the Man“, der bei Real, aber auch bei Manchester United zahlreiche Titel sammelte. Beim HSV wird er definitiv leer ausgehen.

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Bei allem Verständnis musste sich van Nistelrooy von Veh zumindest indirekt zur Ordnung rufen lassen. „Ich kann seine Position nachvollziehen, erwarte aber von ihm, dass er weiterhin alles für unseren Klub gibt“, sagte der Coach, der sich aus sportlichen Gründen gegen einen Transfer seines Topstürmers ausgesprochen hatte. Schließlich weiß man an der Elbe nicht, wann der Peruaner Paolo Guerrero (Achillessehnenbeschwerden) wieder einsatzfähig ist. Wie schnell Mladen Petric nach seiner Oberschenkelverletzung wieder in Form kommt, ist ebenfalls nicht abzusehen.

In den zwölf Monaten, die er in der Hansestadt ist, hat sich van Nistelrooy viele Freunde gemacht. Freundlich und aufgeschlossen gab er sich, auch bei Autogrammjägern war und ist er sehr beliebt. Langjährige Beobachter wissen allerdings, dass der kopfballstarke Stürmer auch recht unwirsch werden kann, wenn es nicht nach seinem Willen geht. Bekannt sind beispielsweise Probleme mit den früheren niederländischen Nationaltrainern Dick Advocaat und Marco van Basten.

Doch diesmal, so scheint es, wird er sich fügen müssen. Die Armada der aus Spanien angereisten Journalisten schrumpft, der große TV-Übertragungswagen ist vom Trainingsgelände verschwunden. Und bei Real wird man ungeduldig. Generaldirektor Jorge Valdano: „Wir können uns nicht ewig damit Zeit lassen. Am Ende der Woche muss eine Entscheidung fallen, so oder so. Wir bleiben aber dran und haben noch nicht aufgegeben.“

Auf den designierten HSV-Sportdirektor Matthias Sammer sollte van Nistelrooy nicht bauen, ganz im Gegenteil: Dass der aktuell noch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) beschäftigte Ex-Nationalspieler die bisherige HSV-Linie aufweicht und als erste Handlung im neuen Amt den begehrten Star ziehen lässt, scheint unvorstellbar. Dafür haben sich Vereinsboss Bernd Hoffmann und Sportchef Bastian Reinhardt schon zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Besonders der klubintern zuletzt stark kritisierte Hoffmann hatte sich einem Transfer von Beginn an konsequent verweigert: „Unser sportlicher Erfolg steht über allem. Deshalb bleiben wir in dieser Sache hart.“

sid

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