Das hätten beide Seite falsch gemacht

„Nie die große Liebe“: Lothar Matthäus rechnet mit Kovac und den Bayern-Bossen ab

Für Lothar Matthäus kam die Entlassung von Niko Kovac beim FC Bayern nicht überraschend. Der Coach hat seine Fehler gemacht, aber auch die Bayern-Bosse tragen Mitschuld.

  • Der FC Bayern trennte sich von Coach Niko Kovac
  • Lothar Matthäus spricht über die Fehler von Trainer und Vereinsführung
  • Für Matthäus war die Beziehung zwischen Kovac und dem FC Bayern immer eine schwere

München - „Es war nie die große Liebe zwischen Kovac und dem FC Bayern“, erörtert Lothar Matthäus in seiner Kolumne für SkySport. Die Entlassung war für ihn keine Überraschung, Fehler von beiden Seiten hätten zur „logischen“ Konsequenz geführt. 

Lothar Matthäus zum Kovac-Aus: Das waren die Fehler des FC Bayern

Allen voran spürte Matthäus während der gesamten Amtszeit von Niko Kovac zu wenig Rückendeckung für den Coach. Der ehemalige Frankfurter war kein Vereins-Liebling wie beispielsweise Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld oder auch Pep Guardiola. Die Stimmungslage einiger Fans untermauert diese Theorie. 

„Niko wurde quasi permanent intern in Frage gestellt“, beklagt er und bemängelt, dass mit dem fehlenden Vertrauen im Klub auch eine Grundvoraussetzung für gute Trainer-Arbeit wegfiel.

Das könnte ein Mitgrund für den zweiten Fehler gewesen sein, den Matthäus den Bayern-Bossen ankreidet. Kovac bekam wohl keinen seiner Wunschspieler und stattdessen wurden ihm Fußballer in den Kader geholt, die gar nicht so recht zu seiner Art Fußball zu spielen passten.

Ante Rebic oder Timo Werner, das wären Kicker, die zum Kovac-Stil passen, sinniert der ehemalige Weltmeister. „Diese Typen wären seiner Art von Fußball viel mehr entgegengekommen als Coutinho“, holt er aus. Dem Brasilianer fehle das Bayern-Gen und sei auch noch deutlich teurer als Timo Werner es gewesen wäre. 

FC Bayern: Lothar Matthäus erläutert Fehler von Niko Kovac

Wiederholt unglückliche Aussagen und schwache Auftritte seiner Mannschaft seien der Anfang vom Ende für Niko Kovac gewesen. Der letzte Dolchstoß für ihn als Bayern-Coach war dann natürlich die Packung gegen Eintracht Frankfurt

An der Aufstellung gegen die Hessen lässt Matthäus kaum ein gutes Haar. „Die hätte viel klarer, strukturiertet und logischer sein müssen“, kritisiert Matthäus. Den unerfahrenen Alphonso Davies gegen die körperlich robusten Adler ins Spiel zu werfen sei der Knackpunkt in der Viererkette gewesen. Dafür wäre Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger aufgelaufen und Javi Martinez hätte als Sechser neben Thiago aufgeräumt. 

Doch der größte Fehler gegen Frankfurt, so der Sky-Experte, war die Aufstellung von Coutinho auf der Zehn. Mit Thomas Müller im Rücken und Kingsley Coman auf der Flanke hätte der Pole mehr Unterstützung und somit auch mehr Räume bekommen. 

Doch Niko Kovac bekommt trotz seiner Patzer eine charakterliche Eins mit Sternchen vom deutschen Ehrenspielführer. Vor allem die Aufholjagd zum Ende der vergangenen Saison habe ihm imponiert und er sei sich absolut sicher, Kovac bald wieder auf einer Trainerbank zu sehen. 

Während Hansi Flick nun interimshalber zum neuen Bayern-Coach wird und auf jeden Fall gegen Olympiakos Piräus an der Linie stehen darf, wird fleißig über den festen Kovac-Nachfolger spekuliert. Die Fans haben dabei einen klaren Favoriten, durften sich aber schon am Mittwoch über die Rückkehr einer anderen Vereins-Ikone freuen. Für die Nachfolge des Interimsgespanns bringt Bastian Schweinsteiger einen absoluten Star-Trainer ins Gespräch

Lothar Matthäus kritisiert den DFB. Er sieht die Schuld für das fehlende Zuschauerinteresse beim Verband.

moe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Hendrik Schmidt

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