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DFB verbietet Mitarbeitern künftig eine App – „Können wir als Unternehmen nicht mehr verantworten“

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Von: Antonio José Riether

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DFB-Manager Oliver Bierhoff führt ein Verbot eines beliebten Messengers ein.
DFB-Manager Oliver Bierhoff führt ein Verbot eines beliebten Messengers für Mitarbeiter ein. © Federico Gambarini/dpa

Der DFB plant eine Wende auf der Kommunikationsebene. Alle Mitarbeiter des Verbands sollen sich künftig nicht mehr über den gewohnten Weg unterhalten.

Frankfurt - Am Montagabend versammelte sich das deutsche Nationalteam* in Hamburg, um sich für die anstehenden Pflichtspiele gegen Rumänien und Nordmazedonien vorzubereiten. Nach der Ankunft, bei der die Mannschaft ihre Fans weitestgehend ignorierte, stürzte am Abend mit Instagram eine Plattform des Zeitvertreibs vieler Profis ab. Doch auch Facebook und WhatsApp waren zum Wochenbeginn stundenlang down.

DFB: Verband verbietet WhatsApp auf Diensthandys – rechtliche Probleme mit Messenger-Dienst möglich

Kurz nach dem globalen Absturz des letztgenannten Messenger-Dienstes wurde eine neue Regel bekannt, die scheinbar beim Deutschen Fußball-Bund eingeführt werden soll. Wie das Portal Sportbuzzer zuerst berichtete, soll der DFB* seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig die Nutzung von WhatsApp auf den Diensthandys verbieten.

Der Grund für das Verbot der App ist recht simpel, der Verband will nach den Skandalen und Tiefpunkten der letzten Jahre keine Angriffsfläche bieten. WhatsApp* genießt nicht unbedingt den Ruf des sauberen Messengers, bereits vor zwei Jahren wurde die Nutzung des Dienstes aufgrund eines Patentverstoßes teilweise gerichtlich verboten. Vielen Usern ist dabei nicht bewusst, dass das Weiterleiten oder bereits das Empfangen mancher Bilder oder Videos strafbar sein kann. Da WhatsApp-Dateien keiner Prüfung unterzogen werden, können strafrechtlich relevante Inhalte beliebig verbreitet werden.

DFB: Bierhoff „begrüßt“ WhatsApp-Verbot im Verband – bei anderen Firmen bereits Standard

Auch bezüglich des Datenschutzes stand WhatsApp oftmals in der Kritik. Erst im Mai diesen Jahres verbot die zuständige Hamburger Datenschutzbehörde die personenbezogene Datenweitergabe des Messengers per Anordnung. Beim DFB wurden in der Vergangenheit mehrfach Interna aus dem Verband publik, unter anderem ging es dabei um WhatsApp-Chatverläufe. „Es gibt da mittlerweile viele rechtliche und auch datenschutztechnische Bedenken, weil alle Kontaktdaten nach Amerika wandern - das können wir als Unternehmen nicht mehr verantworten. Deshalb haben wir auch als Geschäftsführung diese Maßnahme begrüßt“, meinte Manager Oliver Bierhoff* bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

Der DFB ist bei aller Verantwortung wahrlich nicht der Erfinder des WhatsApp-Verbots für Mitarbeiter. Bei der Deutschen Bank oder dem Reifenhersteller Continental wurde es bereits vor längerer Zeit eingeführt. Dem Bericht zufolge soll der Bann der App jedoch nicht für die Nationalspieler gelten. Die übrigen Mitarbeiter müssen künftig auf den Messenger Signal umsteigen.

Das Verbot würde wohl auch bedeuten, dass auch die Trainer der Nachwuchsteams beim DFB auf den Messenger-Dienst verzichten müssten. Lustige WhatsApp-Zwischenfälle wie neulich, als eine Spielermutter eine Einladung zur U21-Nationalelf ihres Sohnes empfing, sind dann wohl ausgeschlossen. Verglichen mit einem etwaigen folgenreichen Datenleck ist dies jedoch das deutlich kleinere Übel. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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